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Das Leben ist kein Spiel von Becker, Boris (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2013
  • Verlag: Herbig
eBook (ePUB)
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Das Leben ist kein Spiel

Boris Becker unplugged: Erstmals spricht der ehemalige Tennisstar über den Scheidungskrimi mit Barbara, die Zeugung seiner Tochter Anna, den Sorgerechtsstreit mit Angela Ermakowa, Firmenpleiten, Skandale, sein Leben nach dem Tennis ... Was tut er heute? Wo sieht er sich in zehn Jahren? Und was sagen seine Söhne und seine jetzige Ehefrau Lilly? Boris Becker, Tennis-Wunderkind, Held von Wimbledon, das Sport-Idol einer ganzen Generation, spricht Klartext. Denn alles, was man bisher in puncto Becker zu wissen glaubte, entspricht nur zur Hälfte der Wahrheit. Ein ungeschminktes, höchst unterhaltsames Bekenntnis Boris Becker, geboren 1967 in Leimen, wurde 1985 der jüngste Wimbledonsieger aller Zeiten. Er gewann 64 Turniere und war Olympiasieger. Er hat vier Kinder von drei Frauen und ist heute Unternehmer in eigener Sache. Christian Schommers, geboren 1971, ist People- und Sportjournalist und arbeitete für 'Gala', 'Bild', 'Bravo', 'Sport-Bild','Sky', 'Bunte' und 'Closer'. Heute ist er Medien- und Kommunikationsberater, Autor und TV-Journalist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 30.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783776681741
    Verlag: Herbig
    Größe: 12132 kBytes
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Das Leben ist kein Spiel

Scheidungskrimi - das hört sich spannend an. Nach Entertainment, Hitchcock-Thrill. Aber für diejenigen, die in dem Rosenkrieg drinstecken, geht der Unterhaltungswert gegen null.

Die Sonne schien, der Himmel über Miami makellos blau, so wie fast immer. Aber für Florida war es eisig kalt, hoher "wind chill factor", für später war sogar Schnee angekündigt. Die Scharen von deutschen Journalisten, die sich vor dem Gerichtsgebäude des Miami Dade Courthouse versammelt hatten, froren. Der Scheidungs- und Sorgerechtsstreit mit meiner Noch-Ehefrau Barbara sollte, obwohl wir in München lebten und einen deutschen Ehevertrag hatten, in Amerika stattfinden. Und nicht, wie man vielleicht annehmen konnte, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Nein, das Ganze wurde live im Fernsehen übertragen, sehr zum Vergnügen eines Millionenpublikums, das solchen schamlosen Veranstaltungen entgegenfieberte. Der Tennisheld auf der Anklagebank! Das Scheidungsdebakel Becker vs. Becker live und in Farbe. Super, schmutzige Wäsche waschen vor aller Augen!

Der Zeremonienmeister dieses Gerichtskrimis war Barbaras Anwalt Samuel I. Burstyn, ein Mann, der später aufgrund von Drogendelikten für Jahre in den Knast wanderte und damit sogar seine Anwaltslizenz gefährdete. Auf diesen feinen Herrn traf ich im Gericht von Miami, und zwar heftig! Zwei Stunden lang versuchte er, mich nach allen Regeln der Kunst auseinanderzunehmen und mich in Widersprüche zu verwickeln. Ja, er nannte mich sogar einen Lügner, wie meine Anwälte bezeugen können. Burstyn wollte den deutschen Tennishelden vor Gericht und vor der gesamten Weltöffentlichkeit in die Knie zwingen, erniedrigen und zerstören. Das war sein ganz großer Auftritt, seine Bühne, sein Moment, frei nach Andy Warhol: "berühmt für 15 Minuten" ... Mich widerte sein Gebaren an. Selten zuvor habe ich mich so gedemütigt gefühlt, stand ich so unter Druck und Anklage. Es war wie in einem schlechten Film, aber bedauerlicherweise lief der vor einem Millionenpublikum auf der ganzen Welt.

Spulen wir zurück. Wie war es überhaupt dazu gekommen, dass ich mich vor einem amerikanischen Gericht zu verantworten hatte? Der Lebensmittelpunkt der Familie Becker war, wie bereits erwähnt, damals München, nicht Miami. Doch wer hat Barbara eigentlich zu diesem Schritt, dieser Flucht nach Miami, getrieben? Waren nicht mein Seitensprung und das daraus resultierende Kind der Grund dafür? Wir hatten nach meiner Beichte eine Auszeit vereinbart. Das war nach dem, was ich ihr angetan hatte, das kleinste Zugeständnis gegenüber meiner Frau. In diesem Familiendrama war ich, daran besteht kein Zweifel, das Arschloch. Ich hatte meine schwangere Frau betrogen, ein außereheliches Kind gezeugt, mit der Wahrheit lange hinterm Berg gehalten. Auch wenn es mir schwerfiel: Ich musste laut und deutlich "mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa" sagen. Aber all das erklärt dennoch nicht, wieso ich an diesem für mich so düsteren Tag vor einem amerikanischen und nicht vor einem deutschen Gericht angehört worden bin.

Miami, 4. Januar 2001: Blitzlichtgewitter kurz vor dem Scheidungskrimi - auf die Medienaufmerksamkeit hätte ich liebend gerne verzichtet

© Langbehn /action press

Begonnen hatte dieser "Schauprozess" ( Der Spiegel , 8.1.2001) am 4. Dezember 2000, für mich ein schwarzes Datum. An diesem Tag hatte ich die Trennung von Barbara und mir öffentlich gemacht. Und wer sich schon mal von einem geliebten Menschen getrennt hat, der weiß, das ist eine harte Prüfung. In meinem Fall war es doppelt schwer, weil alles medial stattfand und ich meine ganz privaten Probleme auch noch jeden Tag in der BILD -Zeitung ausgebreitet lesen musste. Das machte die Sache schier unerträglich, weil ich auf der einen Seite die Trennungsprobleme mit meiner Frau bewältigen musste und auf der anderen Seite ein öffentliches Image entstand, das alles andere

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