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Der lange Weg zu mir selbst Lebenserinnerungen von Milo Schaer von Schaer, Milo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.01.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Der lange Weg zu mir selbst

Biographie und Lebenserinnerungen aus der Schweiz, Belgien und Kolumbien Milo Schaer, Jahrgang 1927, aufgewachsen in St.Gallen, Schweiz, wo er die Grundschule besuchte und das Gymnasium mit der Matura abschloss. Theologiestudium in Fribourg und Rom. Wirkte als Weltpriester in Kaltbrunn, Flawil und St.Otmar - St.Gallen (Schweiz). Eintritt in den Dominikanerorden mit weiteren Studien in Belgien. Als Ordensmann wurde er in Zürich in große soziale Projekte eingebunden. Nach dem Austritt aus dem Orden und der Ausreise nach Kolumbien im Jahre 1972 gründete er eine Familie, wirkte als Dozent an der Universität in Bogotá und setzte seine Kräfte, sowie sein Wissen ein für den Auf-und Ausbau von kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Projekten. Auch im fortgeschrittenen Alter widmet er sich nach Möglichkeit seinen früheren Tätigkeiten und erweitert sein persönliches Spektrum mit malen und schreiben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 148
    Erscheinungsdatum: 29.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738692860
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 4387kBytes
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Der lange Weg zu mir selbst

Im Schatten der Klostertürme

Ich bin am 17.2.1927 an der Bahnhofstrasse in St. Gallen geboren, da wo die Eisenbahn zum Bodensee im schwarzen Tunnel verschwindet, zehn Gehminuten entfernt von der Kathedrale mit ihren einprägsamen hochaufragenden Türmen. Diese Stadt hat einen grossen Teil meines Lebens beeinflusst und sie stellt eine jahrtausendalte Tradition dar von alemannischem Heidentum, irischem Mönchtum und benediktinischer Klosterkultur.

Mein Geburtshaus war das Café Thoma, Geschäft meines Grossvaters mütterlicherseits, dem ich doch einige Zeilen widmen will. The- odor Thoma war ein Lebenskünstler. Als Bauernbub von Mörschwil machte er in St. Gallen eine Konditorlehre und führte erfolgreich die Kaffeehalle an der Schützengasse. Bald hatte er so viel Geld erwirtschaftet, dass er sich mit 40 Jahren zurückziehen und am Bodensee eine Villa kaufen konnte. Da verbrachte er mit seiner Familie die Jahre des Ersten Weltkrieges, in deren Verlauf er spürte, dass das gesparte Geld nicht reichen dürfte. So machte er an der Bahnhofstrasse in St. Gallen eine neue Kaffeehalle auf, die nach einigen Jahren so viel Geld eingebracht hatte, dass er sie wieder verkaufen konnte.

Zum Erfolg hatte die Grossmutter wesentlich beigetragen, eine geborene Geschäftsfrau, die zu den währschaften Zwanzgerstückli (Crèmeschnitten und Mohrenköpfen) den Rekruten erst noch Rabatt gab. Neben dem Geschäft pflegte Grossvater mit seinem Freund Becker ein seltenes Hobby: Sie gehörten zu den ersten Autokäufern der Schweiz, die die staubigen Strassen unsicher machten. Sie wussten aber ihre Automobile nicht nur zu chauffieren, sondern auch zu unterhalten. Jedes Jahr nahmen sie diese Monstren Stück für Stück auseinander und setzten sie wieder kunstgerecht zusammen.

Nach dem Verkauf des Café Thoma begann für meinen Grossvater endgültig das Privatier sein, aber nicht mit einer definitiven Bleibe. Im Rhythmus von 5-10 Jahren wurde jeweils die Residenz gewechselt. Der Grossvater suchte sich die besten Bauplätze aus und baute. Den Winter verbrachte die Familie jeweils an der Riviera. Etwas muss ich von seinen Genen mitgekriegt haben, denn ich habe die Residenz in meinem Leben auch schon mehr als zehnmal gewechselt, allerdings nur einmal als Bauherr.

In St. Gallen lebt noch einen Hauch internationaler Grösse durch seine klösterliche Vergangenheit. Persönlichkeiten wie Paracelsus haben sie aufgesucht und der Geist des Ortes hat sie gebannt. In meiner Jugend erlebte die Stadt noch Nachwehen des internationalen Handels durch die Stickerei. Im Treppenhaus unter dem Fensterwappen der alten EMPA (Eidgenössische Materialprüfungsanstalt), beziehungsweise dem Sitz einer mit der ganzen Welt (auch Südamerika) im Handel gestandenen Stickereifirma, war Cuba verewigt als Vertretung der seinerzeitigen Lateinamerikakunden. Da spannt sich nun ein zeitlicher Bogen in die letzten Jahre, in denen die EMPA bei einem modernen Projekt in Kolumbien mitgearbeitet hat. Das war die eine Seite der Stadt, die sympathische. Die andere war damals der Örtligeist ohne viel Perspektiven.

Die Umgebung, in der ich aufwuchs, war religiös geprägt. Es war die Epoche der "katholischen Aktion", die von Pius XI. geschaffen wurde, um den Glauben im Leben der Gesellschaft sichtbar zu machen. In der Schweiz wurden je nach Geschlecht, Alter, Zivilstand, Beruf usw. zahllose katholische Vereine gegründet, um das Leben in allen Bereichen zu erfassen.

Meine Zukunft war vorgezeichnet für den Weg zum Priestertum, vor allem seitens meiner Taufpatin Tante Mely, der Schwester meiner Mutter, die mich mit allen liturgischen Utensilien als Spielzeug zum Messefeiern beschenkte. Ich widmete diesem Zelebrieren viel Zeit. Auch mit meiner Schwester Elsa übte ich im Puppenspiel meine Pfarrerrolle aus. Als ich einer Puppe mit einer brennenden Kerze den Blasiussegen erteilte, fing das Haar der Puppe Feuer und es wäre fast zu einem Zimmerbrand gekommen. Eine Stufe zum grossen

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