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Felix Von Mann zu Mann von Altmann, Felix (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.11.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Felix

Felix wurde vor über 40 Jahren als Miriam geboren und erzählt in seiner Autobiographie gefühlvoll und zugleich ehrlich von seinem langen Weg in sein heutiges Leben als Mann.

Wer Felix begegnet steht einem Mann mit Dreitagebart und einem markanten Gesicht gegenüber. Felix lebt mit seiner Freundin am Bodensee und ist meistens glücklich. Felix war nicht immer Felix - zumindest nicht körperlich. Im Kopf und im Herzen war er es jedoch schon immer. Felix wurde vor über 40 Jahren als Miriam geboren und erzählt in seiner Autobiographie gefühlvoll und zugleich ehrlich von seinem langen Weg in sein heutiges Leben als Mann.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 316
    Erscheinungsdatum: 15.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743144736
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 993kBytes
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Felix

Abenteuer zwischen 20 und 30

Ich weiß beim besten Willen nicht mehr, wann ich endgültig mein Elternhaus verlassen habe. Vielleicht gab es auch diesen einen Tag gar nicht. Meine Jugend war ein einziges Abhauen und Wiederkommen. Mal freiwillig, mal nicht. Geplante und gescheiterte Neuanfänge. Irgendwie machte ich meinen Hauptschulabschluss, fing eine Lehre zum Koch an. Beendet habe ich sie nie.

Irgendwann also bin ich nicht mehr zu meinen Eltern zurückgekehrt. Vielleicht war ich auch schon ganz offiziell von Zuhause ausgezogen. Gut möglich. Ich könnte meine Eltern fragen. Aber das möchte ich nicht. Es geht hier um meine Erinnerungen und wenn ich es nicht mehr weiß, dann ist es eben so.

Mein Leben zwischen 20 und 30 verlief eigentlich ganz ähnlich wie meine Jugend: viele Neuanfänge, viele Abstürze. Viele Städte, Begegnungen. Freundliche Menschen, böse Menschen. Hoffnung und Scherbenhaufen. Der Wechsel von einem normalen Leben zu einem Leben ohne alles war manchmal so schnell, dass ich selber nicht begriff, wie ich da schon wieder gelandet war. Ein Leben im Sturm, von einer Geschehnis-Welle zur nächsten geschleudert. So rasant, dass mir niemals Zeit blieb, nach Land zu suchen.

Manchmal stelle ich mir die Frage, ob ich nicht genau das einfach hätte tun sollen: Land suchen, Boden unter die Füße bekommen. Ein besseres Konzept entwickeln. Nicht von einem Tag zum nächsten überleben, sondern mir eine Zukunft aufbauen. Nicht nur vorübergehend, sondern richtig. In dem Moment, in dem ich mir diese Frage stelle, wird mir klar, dass es die falsche Frage ist. Denn genau das habe ich damals versucht. Ich wollte nie so leben, wie es gekommen ist. Jede Stadt, jeder Job und irgendwie auch jede Beziehung war verbunden mit der Hoffnung und dem Plan wieder Fuß zu fassen.

Ich weiß nicht, warum das immer wieder gescheitert ist. Außenstehende mögen es als meinen Stolz oder meine Sturheit bezeichnen. Aber das allein war es nicht. Heute denke ich, es war Angst. Jeder Mensch, der mir hätte helfen können und es wahrscheinlich sogar getan hätte, hätte die Wahrheit über mich erfahren. Alles über mich. Alles über Felix. Das war genau das, was ich nicht wollte. Ich wollte normal sein, so wie alle anderen Jungs und Männer. Eine Arbeit, Geld, ein Dach über dem Kopf.

Hilfe annehmen hätte bedeutet, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, dass nichts von dem, was ich zu sein schien, stimmte. Wie würden die Menschen auf so eine Offenbarung reagieren? Das Ergebnis wollte ich nicht abwarten. Ich wandte mich ab, bevor sie es tun konnten. Oft ging ich, bevor ich vor die Tür gesetzt werden konnte. Meine Angst vor Ablehnung und Enttäuschung war stärker als die vor Hunger oder Einsamkeit.

In Panik und auf der Flucht kann man nicht planbar und logisch denken. Es mag Ausnahmen geben. Aber mir war es nicht möglich, in einer Krise zu refektieren, was die Konsequenz einer Handlung wäre. Dass dieses Mich-nicht-anvertrauen bedeutet, Hunger, Kälte und Einsamkeit zu erfahren.
Der singende Verehrer

Wir sitzen vor dem Fernseher und lachen uns schlapp über verschiedene Schlager, die sie in der Silvestersendung spielen. Noch mehr lachen müssen wir über die Frisuren und Fehltritte bei der Kleiderwahl. Wir nippen an unserem Sekt und fühlen uns, wie auch schon an Weihnachten, eher einsam hier, so mutterseelenallein in der Toskana. Wir haben Heimweh. Ganz bewusst nehmen wir uns nichts, aber auch wirklich nichts für das neue Jahr vor. Wir wollen es einfach auf uns zukommen lassen. Und mal ganz ehrlich, es ist mir persönlich äußerst selten bis nie passiert, dass es geklappt hat, mit dem, was ich mir so vorgenommen hatte. Silvester ist für mich ein Tag wie jeder andere. Nur weil laut dem Kalender ein Jahr zu Ende ist, muss ich doch keine Party machen oder irgendwelche Vorsätze fassen. Das kann ich immer tun. Jeder Tag ist ein neuer Anfang.

Zumindest war es bisher in meinem Leben so. Jeden Tag konnte alles pa

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