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Gut - besser - zukunftsfähig Nachhaltigkeit und Transformation als gesellschaftliche Herausforderung

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2014
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
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Gut - besser - zukunftsfähig

Der erste Band der Reihe 'edition akademie. Neue Folge' enthält Beiträge zur aktuellen Nachhaltigkeits-Debatte, die angesichts der Frage, ob der Wachstumsimperativ überhaupt noch ökonomisch, sozial und gesellschaftlich gedacht werden kann, ihr Profil erheblich verändert hat. Damit steht die Frage der Suffizienzpolitik im Zentrum der Kontroversen und Diskurse. Ob wir zukunftsfähig leben, entscheidet sich zum Beispiel daran, wie wir uns ernähren, wie wir reisen und wie wir wohnen. Wie es aber zu einer politisch flankierten Veränderung unserer Lebens- und Wirtschaftsweise kommen könnte - dies stellt immer noch eine immense Herausforderung dar. Was muss von der Politik, was von der Zivilgesellschaft geleistet werden, um eine Entwicklung hin zur Nachhaltigkeit voranzubringen? Prof. Dr. Jörg Hübner ist Direktor der Evangelischen Akademie Bad Boll. Dr. Günter Renz ist der stellvertretende Akademiedirektor.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 156
    Erscheinungsdatum: 18.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170262461
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 5451 kBytes
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Gut - besser - zukunftsfähig

Karl-Werner Brand

"Zukunftsfähiges Deutschland" im Kontext: Diskurse - Praktiken - Strukturen

In diesem Beitrag möchte ich die beiden vom Wuppertal Institut erarbeiten Studien "Zukunftsfähiges Deutschland" I und II (BUND/MISEREOR 1996; BUND/Brot für die Welt/Evangelischer Entwicklungsdienst 2008) in mehrfacher Hinsicht in einen breiteren Diskussionskontext einbetten. Das betrifft erstens die Verortung der in beiden Bänden vertretenen Position im Gesamtdiskurs um "nachhaltige Entwicklung". Diese Verortung bezieht sich nicht nur auf die aktuelle Debatte. Es lässt sich vielmehr zeigen, dass die in diesem Diskurs miteinander konkurrierenden Positionen in der seit über 100 Jahren laufenden Debatte um Naturschutz und Naturmanagement immer schon präsent sind, nur problembezogen jeweils neu aktualisiert werden. Das betrifft zweitens die Kontextualisierung des in den beiden Bänden propagierten Leitbilds der "Suffizienz" in der empirischen Forschung zu Lebensstilen und Konsumpraktiken. Diese Analyse relativiert die Verallgemeinerbarkeit des Modells eines "suffizienten" Lebensstils. Und das betrifft drittens die Kontextualisierung der in den beiden Studien verfolgten Transformationsstrategie in der aktuellen sozialwissenschaftlichen Debatte über die Wandlungsdynamiken und Umbrüche der Moderne. Aus diesen drei Kontextualisierungen ergibt sich insgesamt eine etwas skeptische Sicht auf das in ZD I & II vertretene Transformationsmodell. Das heißt nicht, dass der geforderte tief greifende strukturelle Wandel in Richtung eines "öko-fairen" Gesellschaftsmodells nicht erstrebenswert wäre. Die Frage ist nur, ob diese Transformation so verlaufen kann, wie das in den beiden Studien beschrieben und propagiert wird.
Basisannahmen und Transformationsmodell der Studien "Zukunftsfähiges Deutschland"

Die Grundannahmen der beiden Studien 1 stützen sich zum einen auf globale Makrodaten zur Umwelt- und Klimaproblematik. Diese belegen, so die Autoren, dass die "Grenzen der Natur" bereits überschritten sind und dass die drohenden Katastrophen zur Änderung unseres fossilen, an ständigem (materiellem) Wachstum orientierten Wirtschafts- und Lebensstils nötigen (ZD II, 19ff.). Sie beziehen sich zum anderen auf globale Makrodaten zur sozialen Verteilung der Umweltnutzung. Diese zeigen wiederum, dass (a) große globale Ungleichheiten in der Nutzung des "Umweltraums zwischen Nord und Süd" bestehen und (b) das ressourcenintensive Wachstums- und Konsummodell des Nordens mit sozialer Ausbeutung und einer systematischen Verletzung von Menschenrechten im Süden einhergeht (ZD I, Kap. 3; ZD II, Kap. 5 und 6). Da dem globalen Süden aus Gerechtigkeitsgründen aber die gleichen Nutzungsmöglichkeiten zustehen wie den industrialisierten Ländern des globalen Nordens und da darüber hinaus ökologische Effizienzstrategien aufgrund von Reboundeffekten und technischen Grenzen der Entkoppelung von Ressourcenverbrauch und Wirtschaftswachstum keine grundsätzliche Lösung der steigenden ökologischen Belastungsproblematik bieten, sei ein Zivilisationswandel hin zu einem anderen, "öko-fairen" Wohlstandsmodell nötig (ZD II, Kap. 4 und 8). Dieses beruht wesentlich auf "Selbstbegrenzung" und "suffizienten" Lebensstilen, die dem generellen Bedürfnis nach einem "guten", zufriedenen Leben aber ohnehin entgegenkommen (109ff., 232ff.). Diese Zielperspektive wird seit einigen Jahren auch unter dem Stichwort der "Postwachstumsökonomie" oder "Postwachstumsgesellschaft" diskutiert. 2

Insgesamt ist dies ein von der Dramatik der ökologischen Problembeschreibung und der moralischen Empörung über die soziale Ausbeutung im Nord-Süd-Verhältnis getragener emphatischer Bewegungsdiskurs, der als Konsequenz eine grundlegende Veränderung unseres material- und ressourcenintensiven Lebensstils einfordert. Ist dies die Basiserzählung der beiden Studien, so bieten sie im Einzelnen eine auf Daten und Bilanzen gestütz

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