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Höllentage auf See In den Händen von somalischen Piraten - gerettet von Navy Seals von Phillips, Richard (eBook)

  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
11,99 €
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Höllentage auf See

Captain Phillips - ab 14. November im Kino
Am 8. April 2009 wird der Albtraum eines jeden Kapitäns wahr: Um 7.30 Uhr Ortszeit wird das Containerschiff Maersk Alabama 300 Seemeilen vor der Küste Somalias von Piraten angegriffen. Um seine Crew zu retten, weist Richard Phillips die Männer an, sich in einer Kabine zu verstecken, und begibt sich freiwillig in die Gewalt der Piraten. Fünf Tage lang wird er als Geisel in einem Rettungsboot gedemütigt, gequält und gefoltert: vier Männer gegen einen, ein Kampf um Leben und Tod. Bis in der Dunkelheit auf einmal Schüsse knallen ... - Ein packender Countdown auf offener See: spannungsgeladen, actionreich, wagemutig.
Captain Phillips fährt seit über dreißig Jahren zur See. Beladen unter anderem mit 17 Tonnen Nahrungsmitteln für das World Food Programme, führt die Route seines Containerschiffes diesmal von Salalah im Oman über den Golf von Aden und den Indischen Ozean nach Mombasa, Kenia. Die Fahrt verläuft friedlich, bis am achten Tag das Unglaubliche geschieht: Rasend schnell nähert sich ein vermeintliches Fischerboot. Mit einer langen weißen Leiter wird der Frachter geentert. Und vier mit Maschinengewehren bewaffnete Piraten stürmen an Bord. Ihnen gegenüber stehen der Captain und seine 20 Mann starke Besatzung - unbewaffnet. Ihre einzige Chance: Sie kennen das Schiff, die Piraten nicht. Vor allem begreift Captain Phillips eins: Dies ist der Moment, wo Willensstärke mehr zählt als jede Waffe.

Richard Phillips wuchs mit seinen sieben Geschwistern in Winchester, Massachusetts auf. 1979 absolvierte er erfolgreich die Massachusetts Maritime Academy und entschied sich für eine Karriere in der Handelsschifffahrt. Die Monate, die er nicht auf See ist, lebt er mit seiner Frau Andrea Coggio und ihren zwei gemeinsamen Kindern in Underhill, Vermont.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641128647
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: A Captain's Duty: Somali Pirates, Navy SEALS, and Dangerous Days at Sea
    Größe: 1203 kBytes
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Höllentage auf See

EINS

- 10 Tage

"Zahl der Piratenüberfälle im 1. Quartal 2009 um 20 Prozent gestiegen: Insgesamt wurden 36 Schiffe geentert und ein Schiff entführt. Sieben Besatzungsmitglieder wurden als Geiseln genommen, sechs entführt, drei getötet, ein Seemann wird vermisst, er wurde vermutlich ebenfalls ermordet. Bei den meisten Überfällen waren die Angreifer mit Schusswaffen und Messern bewaffnet. Das Ausmaß der Androhung und des Einsatzes von Gewalt gegen die Schiffsbesatzungen ist nicht akzeptabel. Die Gewässer um Somalia bleiben auch weiterhin berüchtigt für Schiffsentführungen und Geiselnahmen von Besatzungen zur Erpressung von Lösegeldern."

ICC, International Maritime Bureau Piracy Report,1. Quartal, 2009

Z ehn Tage vor dem Angriff hatte ich gemeinsam mit meiner Frau Andrea meine letzte Mahlzeit in den Staaten genossen, in einer der schönsten Städte des Bundesstaats Vermont. Von unserem umgebauten Farmhaus sieht man nur grüne Hügel, wiederkäuende Kühe und noch mehr grüne Hügel. Underhill ist einer der Orte in Vermont, in denen ein junger Farmer seiner Dorfliebsten die Frage RACHEL, WILLST DU MICH HEIRATEN? nicht direkt stellt, sondern auf Heuballen sprüht. Ein Ort, von dem aus man sich schon nach drei Minuten Fußmarsch in einem Wald verirren kann, der so tief und dicht und still ist, dass man glaubt, es könne jeden Augenblick der alte Pionier und Jäger Daniel Boone hinter einem Baum hervorkommen. Im Ort gibt es zwei Gemischtwarenläden und eine katholische Kirche namens St. Thomas. Gelegentlich verirren sich auch mal ein paar Touristen aus Manhattan hierher. Die Gegend ist das absolute Kontrastprogramm zum Meer, und genau das gefällt mir daran. Mir kommt es so vor, als führte ich zwei völlig verschiedene Leben.

Als Seemann der Handelsmarine arbeite ich häufig drei Monate am Stück und habe dann drei Monate Urlaub. Sobald ich nach Hause komme, vergesse ich das Meer. Dann bin ich hundertprozentig Vater und Ehemann. Als unsere Kinder Dan und Mariah noch klein waren, kümmerte ich mich um sie, vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Nachbarn und Freunde baten mich häufig, als Babysitter auf ihre Kinder aufzupassen, deshalb hatte ich manchmal fünf oder sechs Kinder im Schlepptau. Ich kochte das Abendessen: arme Ritter bei Kerzenlicht, meine Spezialität. Ich half den Kindern bei den Hausaufgaben, eine Tätigkeit, die ich scherzhaft Rich's Homework Club nannte, oder begleitete die Kinder auf Klassenausflügen. Was ich auch mache, ob bei der Arbeit oder im häuslichen Leben, ich mache es immer mit vollem Einsatz.

Wenn ich mich dann von meiner Familie verabschiede, ist es gewöhnlich für einen längeren Zeitraum. Vor dem Einschiffen muss man ihnen etwas Besonderes bieten, denn es könnte tatsächlich das letzte Mal sein, dass man mit ihnen zusammen sein kann. Als Dan noch jünger war, versuchte er mich manchmal mit spitzen Bemerkungen zu provozieren: "Na ja, eigentlich hab ich gar keinen Vater. Der ist nämlich nie zu Hause. Wahrscheinlich kann er mich nicht leiden." Dann lachten wir darüber. Dan ist genau so, wie ich selbst mit neunzehn war: ein Schlaumeier, der unweigerlich deine Schwächen entdeckt und gnadenlos in diese Kerbe haut, bis man lachend nachgeben muss. Aber was er sagte, nämlich dass ich nie da sei, ging mir dann nicht mehr aus dem Kopf. Denn darin steckt auch ein Körnchen Wahrheit. Meine Tochter Mariah und Dan sahen mich drei Monate lang jeden Tag von morgens bis abends, doch dann verschwand ich wieder in eine weit entfernte Ecke der Welt. Es war ihnen völlig egal, dass es Seeleute gab, die viel länger an Bord blieben als ich, oder dass ich ihnen einmal von einem Burschen erzählte, den ich kannte, einen Funker, der volle zwei Jahre auf seinem Schiff geblieben war.

Als Seemann ist man eben gezwungen, von Zeit zu Zeit sein eigentliches Leben gewissermaßen auf einem Küchenregal zu Hause zurückzulassen und das Leben auf See voll zu akzeptieren. Denn in

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