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Mandelas Weg Liebe, Mut, Verantwortung - Die Weisheit eines Lebens von Stengel, Richard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.04.2010
  • Verlag: C. Bertelsmann
eBook (ePUB)
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Mandelas Weg

Die Summe der Lebenserfahrungen, die Nelson Mandela zur charismatischen Persönlichkeit gemacht haben Wie kann ein Einzelner eine bis in die Grundfesten gespaltene Gesellschaft einen und sich Ansehen in der ganzen Welt verschaffen? Eine Frage, die sich angesichts der überwältigenden Lebensleistung Nelson Mandelas geradezu aufdrängt. Richard Stengel, der Mandela seit 1992 kennt und bereits bei seinem Weltbestseller "Der lange Weg zur Freiheit" Co-Autor war, gibt die Antwort und legt zugleich die Summe der Lebenserfahrungen und -weisheiten vor, die Mandela zu einem unserer charismatischsten Zeitgenossen gemacht haben. Mut, Gelassenheit und Ruhe auch im Angesicht von Chaos und Gewalt erweisen sich als seine prägenden Lebensregeln, die sich mit Disziplin, Pragmatismus und Leidenschaft ideal verbinden. Mit einem exklusiven Vorwort von Nelson Mandela. Richard Stengel ist ehemaliger Herausgeber des "Time Magazine". Er ist Autor zahlreicher Bücher und hat mit Nelson Mandela bei dessen Autobiografie "Der lange Weg zur Freiheit" zusammengearbeitet. Außerdem fungierte er als Co-Produzent der Oscar-nominierten Dokumentation "Mandela".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 26.04.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641041991
    Verlag: C. Bertelsmann
    Originaltitel: Mandela's Way
    Größe: 290 kBytes
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Mandelas Weg

In Afrika gibt es die Vorstellung vom ubuntu - die tiefe Überzeugung, dass wir nur durch die Menschlichkeit anderer zu Menschen werden. Wenn wir in dieser Welt etwas erreichen wollen, so ist es demnach zu gleichen Teilen unserer Arbeit und der Leistung anderer zu verdanken. Richard Stengel gehört zu den Menschen, die sich diese Vorstellung zu eigen gemacht haben. Er ist ein hervorragender Autor und ein exzellenter Kenner unserer Geschichte. Ich bin unendlich dankbar für seine Mitarbeit an dem Buch Der lange Weg zur Freiheit. Gern erinnere ich mich an die vielen Stunden, in denen wir im Zwiegespräch intensiv an diesem Projekt gearbeitet haben. Er hat begriffen, vor welch komplexen Führungsaufgaben die Welt und ihre Bewohner heute stehen. Davon kann jeder lernen.
NELSON MANDELA, November 2008

Ein vielschichtiger Mensch

Nelson Mandela ist vielleicht der letzte echte Held auf unserer Erde. Er ist das lächelnde Sinnbild für Opferbereitschaft und Rechtschaffenheit, von Millionen verehrt wie ein Heiliger. Doch dieses Bild ist eindimensional. Mandela wäre der Erste, der es weit von sich weisen würde - und das hat nichts mit falscher Bescheidenheit zu tun.
Nelson Mandela ist ein Mann voller Widersprüche. Er ist dickhäutig, aber gleichzeitig sehr verletzlich. Er hat ein Gespür für die Gefühle anderer, nimmt aber diejenigen, die ihm besonders nahe stehen, häufig nicht zur Kenntnis. Er geht großzügig mit Geld um, geizt aber beim Trinkgeld mit jedem Cent. Er kann keiner Fliege etwas zuleide tun, gründete und befehligte aber den militärischen Flügel des Afrikanischen Nationalkongresses ANC. Er ist ein Mann aus dem Volk, genießt aber die Gesellschaft Prominenter. Er möchte es gern jedem recht machen, scheut sich aber nicht, nein zu sagen. Er heimst nicht gern den Ruhm nur für sich ein, gibt aber deutlich zu verstehen, wenn er ihm zusteht. Er begrüßt im Restaurant jede Küchenangestellte mit Handschlag, vergisst aber gern die Namen seiner Leibwächter.
Mandela ist eine Mischung aus einem afrikanischen König und einem britischen Aristokraten, ein viktorianischer Gentleman im seidenen Dashiki. Er hat hervorragende Manieren - immerhin lernte er sie in britischen Kolonialschulen von Lehrern, die Charles Dickens zu einer Zeit lasen, da dieser noch schrieb. Sein Benehmen ist förmlich: Er macht eine kleine Verbeugung und lässt dem anderen mit einer Geste den Vortritt. Dabei ist er alles andere als steif oder affektiert. Er beschreibt mit geradezu klinischer Genauigkeit die Körperhygiene auf Robben Island oder das Beschneidungsritual seines Stammes, in dem ihm im Alter von sechzehn Jahren die Vorhaut entfernt wurde. In London und in Johannesburg benutzt er teures Silberbesteck, doch wenn er sich in seiner Heimat, der Transkei, aufhält, isst er, wie es dort üblich ist, mit den Händen.
Nelson Mandela ist ein Pedant. Er zieht Papiertaschentücher aus der Kleenex-Schachtel, faltet sie einzeln und steckt sie sich in die Tasche. Ich habe erlebt, dass er während eines Interviews einen Schuh auszog, um den Socken umzudrehen, den er falsch herum anhatte. In den mehr als zwei Jahrzehnten Haft fertigte er von jedem Brief, den er schrieb, einen Entwurf an und führte eine Liste über alle Briefe, die er erhielt, mit Datum des Eingangs und seiner Antwort. Er schläft auf einer Seite seines Doppelbettes, während die andere Hälfte völlig unberührt bleibt. Er steht jeden Morgen vor Sonnenaufgang auf und macht sein Bett, egal, ob er zu Hause ist oder im Hotel. Man stelle sich den entsetzten Ausdruck auf den Gesichtern der Hotelangestellten vor, wenn sie ihn beim Bettenmachen überraschen! Er kommt nur äußerst ungern zu spät und betrachtet Unpünktlichkeit als Charakterfehler.
Ich kenne keinen Menschen, der so still sein kann wie Nelson Mandela. Wenn er dasitzt und jemandem zuhört, tippt er weder mit den Fingern, noch wippt er mit dem Fuß, sondern er ist völlig regungslos. Er hat keinerlei nervöse Ticks. Wenn ich

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