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Mit Herzblut Vom Gastgeber zum Glücksbringer von Wyrsch, Ernst (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2016
  • Verlag: Wörterseh Verlag
eBook (ePUB)
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Mit Herzblut

Nachdem der Unterländer Ernst 'Aschi' Wyrsch 1996 das Grandhotel Belvédère in Davos übernommen hat, avanciert das Fünf- Sterne-Hotel dank seiner ungewöhnlichen Führungsansätze und mutigen Entscheidungen innerhalb kürzester Zeit zur Drehscheibe der internationalen Prominenz. Im Rahmen des World Economic Forum (WEF) macht der Gastgeber Bekanntschaft mit vielen spannenden Menschen, darunter Bill Clinton, Muhammad Ali, Angela Merkel, Kofi Annan, Condoleezza Rice, Paulo Coelho, Nelson Mandela, Sharon Stone, Richard Gere, Tony Blair oder Bill Gates. Mit fünfzig, auf dem Zenit seines Erfolges, entschließt er sich, neue Wege zu gehen. Er verlässt das 'Belvédère' und macht sich - unterstützt von seiner Frau - zu neuen Ufern auf. Heute sieht er seine Zufriedenheit vor allem in der Haltung, 'von allem weniger zu wollen', und zeigt im Rahmen von Seminaren und Vorträgen auf, wie seine Erfolgsgeheimnisse als Fünf-Sterne-Hotelier im beruflichen wie auch im privaten Alltag umgesetzt werden können. Ernst Wyrsch, geb. 1961 im Kanton Aargau, wuchs im urchigen Landgasthof seiner Mutter auf und wusste schon als Dreikäsehoch, dass er eines Tages Fünf-Sterne-Hotelier werden wollte. Als gelernter Koch arbeitete er später als Kellner, übernahm 28-jährig das Schlosshotel Castell in Zuoz, um 1996 das Davoser Grandhotel Belvédère vor dem Konkurs zu retten. Sein unerschütterlicher Optimismus, vor allem aber sein gesunder Menschenverstand waren ihm dabei von großem Nutzen: Das 'Belvédère' erstrahlte in neuem Glanz und wurde zu einem der erfolgreichsten Häuser im Schweizer Tourismus. Im Jahr 2011 demissionierte er in einem skandalumwitterten Abschied. Was seinem ersehnten Neubeginn keinen Abbruch tat: Im Bereich von positivem Leadership, aber auch in persönlichen Coachings gibt Ernst Wyrsch heute seine beruflichen wie privaten Erfolgsgeheimnisse jenen Menschen weiter, die auf der Suche nach einem gelingenden Leben sind.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 204
    Erscheinungsdatum: 01.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783037635339
    Verlag: Wörterseh Verlag
    Größe: 1503 kBytes
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Mit Herzblut

Weniger wollen

Als ich an diesem eisig kalten Vorfrühlingstag im März 2011 die prachtvolle Auffahrt des Grandhotels verlasse - ziemlich überstürzt einem neuen Leben entgegen -, blicke ich in den Rückspiegel und hupe dreimal kurz: Eilig zusammengetrommelte Mitarbeiter stehen winkend vor dem Eingang, zuvorderst hat sich Hans postiert, majestätisch hebt er die Hand zum Gruß. Dahinter sehe ich "mein" Hotel, das ich fünfzehn Jahre lang mit Herzblut geführt habe und das mir so unendlich viel bedeutete. Das über hundertjährige, schneeweiß gestrichene Gebäude mit dem angefügten Kuppelbau erhebt sich wie ein Märchenschloss, Schnee überzieht sein Dach mit Glitzerstaub. Es ist ein magischer Moment, ein Abschied für immer, und ich würde lügen, wenn ich behauptete, mein Herz habe in diesem Moment nicht geschmerzt. Gleichzeitig muss ich mich auf das Nächstliegende konzentrieren, zu Hause den bereits gepackten Koffer abholen, um die sofortige Weiterreise anzutreten. Mein Handy klingelt. Es ist Sylvia, die über den Verlauf der - wie sie findet - durch mich provozierten Aktion wenig begeistert ist. Genau gesagt, ist sie sehr aufgeregt und gleichzeitig am Boden zerstört. Ich versuche sie zu trösten: "Immerhin müssen wir nicht unter einer Brücke campieren, Schatz." Der Scherz findet nur mäßig Anklang. Hätten wir unsere Generaldirektoren-Suite im "Belvédère", die wir mit den Kindern lange Zeit bewohnten, nicht bereits vor Jahren geräumt, müssten wir nun auch sofort eine neue Bleibe suchen.

Riesige Schneemassen türmen sich zu beiden Seiten der schmalen Zufahrtsstraße, die zu unserem Chalet führt. Es dämmert bereits. Das Haus ist mit hellem Holz verkleidet, verfügt über unzählige Zimmer, die sich über mehrere Stockwerke verteilen, und die riesige Fensterfront mit der Terrasse gibt eine prachtvolle Aussicht ins Tal frei. Mein Zuhause. Allzu oft nahm ich es in den vergangenen Jahren nicht bewusst wahr. Wo sich in Davos der Coop befindet, weiß ich nicht. Metzgerei oder Bäckerei sah ich ebenfalls noch nie von innen. Meine und Sylvias Kochkünste erwiesen sich glücklicherweise als überflüssig, gegessen wurde im Hotel, und andere Haushaltspflichten nahm man uns ebenfalls ab. Als ich über den Rucksack meiner Tochter Jessi stolpere, ahne ich: Die kommenden Monate halten persönliche Herausforderungen bereit, wir werden uns aber auch vermehrt mit den praktischen Aufgaben auseinandersetzen müssen, die ein neuer Alltag mit sich bringt.

Bald fliegt die Dunkelheit an mir vorbei, die Fahrbahn ist regennass. Joe Cocker singt "Leave a Light On". Der vergangene Tag zieht in Bildern an mir vorbei: Wie sich Sylvia am Morgen schminkt, sich sorgfältig kleidet, in die roten Schuhe mit den hohen Absätzen schlüpft. Nicht ahnend, was auf sie zukommt. Die ernsten Gesichter. Mein Widerstand. Weinende Mitarbeiter. Hans. Ist das Beharren auf meinen Prinzipien und der sofortigen Freistellung egoistisch? Lasse ich mein Team im Stich? Was mögen die Davoser und Davoserinnen denken: Sind sie enttäuscht von mir? Mein Handy summt und brummt, ich lasse es läuten und stelle es schließlich ganz ab. Fragen, die ich beantwortet glaubte, als ich die Entscheidung fällte, dass ich die berufliche Veränderung wagen will, beschäftigen mich erneut. Denn nun vollzieht sich der Sprung in die Ungewissheit viel schneller als geplant.

Die nächsten fünf Tage bin ich in Stuttgart mit der Analyse sämtlicher Dienstleistungsabläufe einer Seniorenresidenz beschäftigt, wie es danach konkret weitergeht, weiß ich nicht. Die vergangenen Jahre stand ich mehrheitlich im Rampenlicht, arbeitete oft sieben Tage pro Woche. Jahrzehntelang verstand ich mich als Leader, genoss es, im Mittelpunkt zu stehen, hatte Macht, wurde umschwärmt. Werde ich in der Versenkung verschwinden? Kann ich mit der plötzlichen Ruhe und der Zeit umgehen und allenfalls mit der Bedeutungslosigkeit? Werde ich mich auf hohem Nivea

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