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Ohne lange nachzudenken Meine Zeit in Afrika von Thräne, Volker (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
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Ohne lange nachzudenken

In dieser autobiographischen Erzählung schildert der Autor die erste Begegnung eines DDR-Bürgers mit Afrika und der Mentalität seiner Menschen, die ihn tief beeindruckt. Der Leser erhält Einblick in die Gepflogenheiten der ehemaligen DDR und die Lebensumstände in Mosambik während des Bürgerkrieges, beschrieben von einem neugierigen und offenen jungen Mann, für den Afrika zunächst vor allem eines bedeutet: Abenteuer... 1949 geboren, diplomierter Ingenieur, Pädagoge und Unternehmer. Seit seinem Ruhestand, widmet er sich dem Schreiben und seiner Familie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 276
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783749473922
    Verlag: Books on Demand
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Ohne lange nachzudenken

Zaghafte Schritte in eine andere Welt

Wir schrieben mittlerweile das Jahr 1983 und so einfach, wie ich mir den weiteren Verlauf der Geschichte vorgestellt hatte, so einfach lief das Ganze nun doch nicht. Ich merkte plötzlich, dass mich die Realität schlagartig einholte und die Situation, in der ich mich mit meiner Frau und meinem Sohn befand, in einem ganz anderen Licht erschien. Von nun an war es nicht nur mal so der Wunsch oder ein Traum, nach Afrika zu fliegen, nun stand es fest. Es ging wirklich los und so ohne weiteres gab es auch kein Zurück. Dazu hatte sich für uns alles zu weit entwickelt und ehe ich mich versah, befand ich mich mitten in den Vorbereitungen meiner Ausreise.

Von der "Reisestelle" des Kombinates in Dresden erhielt ich umfangreiche Listen, in ihnen penibel aufgeführt, was unbedingt in mein Reisegepäck hineingehört. Dazu noch eine Reihe sinnvoller Empfehlungen und am Ende standen da fünf große Koffer, randvoll gefüllt mit Reiseutensilien.

Ich muss noch erwähnen, dass die Ausrüstungsgegenstände, die zur Pflichtausstattung gehörten, vom Kombinat finanziert wurden! Blieb die Herausforderung, vor allem die Kleidungsstücke in den Geschäften zu erstehen.

Unser damaliger volkseigener Handel tat sich schwer mit Leinenhemden und Leinenhosen, von den vielen Kleinigkeiten ganz zu schweigen. Irgendwann und irgendwie war es dann doch vollbracht und meine Koffer standen bereit zur Zollkontrolle.

Die Abnahme war nur eine Formsache. Der Zollbeamte interessierte sich mehr für das, was mir bevorstand und mich in Mosambik erwarten würde, als für den Inhalt meiner Koffer. Als ich von ihm die entsprechenden Unterlagen in den Händen hielt und die Koffer versiegelt waren, konnte ich sie endlich am Flughafen Schönefeld als recht umfangreiches Vorausgepäck aufgeben.

Nun wurde es von Tag zu Tag konkreter. Man teilte mir den Termin der Abreise mit und weihte mich kurz, ganz kurz, in die notwendigsten Formalitäten ein. Ich erfuhr auch, dass ich meinen Pass erst unmittelbar vor dem Abflug am Flughafen Berlin-Schönefeld ausgehändigt bekäme und das von einem Kollegen, der extra deshalb von Dresden aus anreisen würde. Mir war natürlich sofort klar, ein enormer organisatorischer und finanzieller Aufwand nur zu meiner Sicherheit, damit mir der besagte Pass bis zur Abreise nicht doch noch verloren geht!

Je näher der Tag der Abreise kam, desto öfter vermieden wir es, in der Familie darüber zu reden. Es war alles gesagt und der Rest blieb spannende Ungewissheit. Hatte sich doch auch alles schon viel zu lange hingezogen. Dem Kombinat gegenüber stellten sich immer wieder eine Reihe Fragen, die mir allerdings niemand beantworten konnte, wollte oder durfte, was mich oftmals sehr unzufrieden und auch ärgerlich machte. Schließlich war es für mich keine Kaffeefahrt. Ich wusste damals nicht einmal, wie lange der Einsatz genau dauern würde. "Das erfährst du alles von dem Kollegen in Beira." Beira war mein Zielort, also nach meiner Ankunft in Mosambik, so die ständige Antwort. Irgendwann gab ich auf, wusste ich doch eines, ein DDR-Bürger geht nirgends und niemals verloren, auch nicht im letzten Winkel der Erde. Wie recht ich damit hatte, sollte ich in den folgenden Jahren noch erfahren.

Sei es, wie es sei, der Tag der Abreise stand unwiderruflich fest. Freude und Spannung über das, was mich erwarten würde, Trauer über das, was ich zurücklassen würde. Genau dazwischen bewegten sich meine emotionalen Gefühlsschwankungen.

In diesem Zustand erreichte ich zusammen mit meiner Familie den Flugplatz Berlin-Schönefeld.

Zu diesem Zeitpunkt gehörten Themen wie Flugplatz, Fliegen, Abreise, Ankunft, Abfertigung, Ausreise- und Einreiseformalitäten, Fluggesellschaften, Flugrouten und Zwischenlandungen noch nicht zu meinem Sprachgebrauch und alles, was sich dahinter verbarg, war für mich eine noch fremde Welt, was sich im Laufe der kommenden Wochen und Monate recht s

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