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Sie nannten mich 'Held' Wie ich als Deutscher in Syrien gegen den Islamischen Staat kämpfte von Haller, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.11.2015
  • Verlag: riva Verlag
eBook (ePUB)
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Sie nannten mich 'Held'

Christian Haller ist eigentlich ein ganz normaler Mann. Er hat einen guten Job als Veranstaltungstechniker und lebt in einer glücklichen Beziehung mit seiner Freundin. Doch nach den ersten Nachrichten über die Gräueltaten des Islamischen Staates, nach den Bildern von geköpften Geiseln, von Männern, die man zur Strafe für Verstöße gegen den Islam von Hochhäusern stößt und den Berichten über all die anderen Massaker weiß er, dass er seinen Beitrag leisten will, um den IS zu stoppen. Er nimmt Kontakt mit den kurdischen Kämpfern im Norden Syriens auf und reist nach wochenlangen Vorbereitungen endlich im Herbst 2014 zu ihnen an die Front. Seine Familie informiert er erst, als er schon in der Abflughalle des Flughafens wartet, damit sie ihn nicht von seinen Plänen abbringen. Nach seiner Ankunft in Syrien wird er bald schon mitten in die Kampfhandlungen hineingezogen. Er kämpft an der Front, neben ihm schlagen die Kugeln ein, er schläft in zerschossenen Häusern und lebt versteckt - immer auf der Hut vor den Terroristen. Er kämpft in einem brutalen Krieg, er sieht Dinge, die er nie mehr vergessen wird, er gewinnt Kameraden und verliert sie wieder auf dem Schlachtfeld. Nach sieben Monaten ist sein Einsatz vorbei, er wird von der Front abgezogen und kehrt nach Deutschland zurück. In diesem Buch berichtet zum ersten Mal ein Deutscher, wie der Krieg gegen den IS wirklich aussieht und warum es so wichtig ist, dass die Welt zusammenrückt und nicht nur zusieht, wie ein ganzer Kontinent in Brutalität, Chaos und Anarchie versinkt. Christian Haller, geboren 1985 in einem kleinen Dorf in der Eifel, beschließt im Sommer 2014 nach Syrien zu reisen und mit der kurdischen Armee gegen den Islamischen Staat zu kämpfen. Seit Sommer 2015 ist er wieder zurück in Deutschland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 20.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959711173
    Verlag: riva Verlag
    Größe: 798 kBytes
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Sie nannten mich 'Held'

KAPITEL 1

Die Geschichte meines Lebens ist die Geschichte einer Entscheidung. Es gibt viele Möglichkeiten, diese Geschichte irgendwo beginnen zu lassen. Aber egal, welchen Anfang ich wähle, egal, wie ich sie erzählen möchte, sie wird doch immer nur von diesem einen Tag bestimmt, von diesem einen Moment, auf den alles hinauslaufen sollte. Der Moment, in dem ich beschloss, nach Syrien zu gehen.

Die ersten Jahre meines Lebens wohnte ich mit meinen Eltern in Osnabrück. Ich hatte dort eine unbeschwerte Kindheit, die ihr Ende fand, als ich sechs Jahre alt wurde und meine Mutter Karl kennenlernte. Sie verließ meinen Vater, und wir zogen gemeinsam mit ihrem neuen Mann in einen kleinen Ort in den Westerwald. Mein älterer Bruder und meine Schwester waren schon erwachsen und blieben in Osnabrück. Mir fiel der Umzug nicht leicht. Ich vermisste meine Freunde, litt unter der Trennung von meinem Vater und fand mich nicht gut in meinem neuen Umfeld zurecht. Ich war schon immer ein ruhiges und introvertiertes Kind gewesen. Nach dem Umzug zog ich mich komplett zurück. Ich versuchte auf meine eigene Art, mit meinen Sorgen umzugehen. Ich versuchte, mich in eine Art Parallelwelt zu flüchten. Ich las jede Menge Bücher. Und irgendwann entdeckte ich die ersten Abenteuerromane für mich. Das sollte alles verändern.

Ich liebte die Fünf Freunde -Bücher. Oder die Geschichten von Huckleberry Finn. In meinem Kopf erlebte ich sie alle mit. Ich stellte mir vor, wie ich mit George, Julian, Dick, Anne und Timmy über die Pirateninseln streifte und geheime Schätze entdeckte. Oder wie ich mit Huckleberry und Tom Sawyer auf einem kleinen Floß den Mississippi entlangtrieb. Es half mir, meinen Alltag zu vergessen. Und es veränderte etwas in meinem Denken. In meinem Verständnis von der Welt. Ich begriff sie nicht mehr als einen schlechten Ort, an dem ich mich nicht zurechtfinden konnte. Ich begriff sie plötzlich als einen großen Abenteuerspielplatz. Und ich wollte diesen Abenteuerspielplatz entdecken.

Nach der Schule bin ich mit meinen Mitschülern oft in den Wald gezogen. Wir haben uns Baumhäuser eingerichtet, kleine Dämme am Bach gebaut oder sind einfach nur auf Schatzsuche gegangen. Ich wurde zu einem richtigen Draußen-Kind. Ich war noch immer eher ruhig und zurückhaltend, aber ich entdeckte nun auch meine wilde Seite, die mir bislang verborgen war. Für mich war alles, was ich jetzt anstellte, ein einziges großes Abenteuer. Und ich wurde süchtig nach Abenteuern.

Trotzdem fehlte mir mein Vater. Ich habe ihn sehr geliebt und konnte mich nur schwer mit dem Gedanken anfreunden, dass aus meinem Vollzeit-Papa ein Wochenend-Papa werden sollte. Meine Mutter merkte, wie sehr mich diese Wochenendbeziehung belastete, und an meinem zehnten Geburtstag erlaubte sie mir das erste Mal, dass ich ihn alleine besuchen durfte. Das war für mich das Größte. Sie brachte mich zu der Bushaltestelle in unserem Dorf, und von dort fuhr ich zum Bahnhof, wo ich in den Zug stieg und dann etwa vier Stunden nach Osnabrück unterwegs war.

Für mich war diese Fahrt das größte Abenteuer überhaupt. Und ich durfte es Woche für Woche ganz alleine bestehen. Der große, lange Zug mit all den fremden Menschen, die großen Bahnhöfe, an denen ich ein- und ausstieg, die vielen Fahrgäste, die kamen und gingen - für mich war das extrem aufregend.

Mein Vater war Spediteur und hatte ein eigenes Unternehmen. Er richtete sich in seiner Firma eine kleine Wohnung ein, und wenn er samstags arbeiten musste, bin ich über das riesige Gelände gestromert und habe mir dort kleine Hütten gebaut. An den Sonntagen versuchte mein Vater immer, mir etwas Besonderes zu bieten. Wir sind dann ins Disneyland Paris gefahren oder haben einen Tagesausflug nach Frankreich gemacht. In das Schlumpfdorf, das mittlerweile kein Schlumpfdorf mehr, sondern ein normaler Freizeitpark ist. Aber die großen Achterbahnen gab es damals schon.

Mein Vater war ein

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