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Was wir heute wissen müssen Von der Informationsflut zum Bildungsgut - Ein SPIEGEL-Buch

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2011
  • Verlag: DVA
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Was wir heute wissen müssen

Die Welt des Wissens - und wie wir sie in den Kopf bekommen Wer heute Wissen sucht, hat Möglichkeiten wie noch nie: Von Bibliotheken bis zum Internet, vom Fernsehen bis zum Hörbuch, von Studienreisen bis zum Science Center - überall werden massenhaft Informationen angeboten. Doch wie findet man sich in diesem riesigen Angebot zurecht? Und welches Wissen braucht der Mensch überhaupt, um die komplexe Gegenwart zu bewältigen? Gemeinsam mit renommierten Wissens-Experten geben SPIEGEL-Redakteure Antworten auf diese und viele andere Bildungsfragen. Kompakt und unterhaltsam präsentieren sie, was man heute über die Themengebiete Politik, Geschichte, Naturwissenschaften, Wirtschaft, Kultur und im Alltag wissen sollte, wie und wo man am besten neues Wissen erwirbt und was beim Lernen im Kopf passiert. Und wer denkt, dass er schon alles weiß, kann sein Wissen gleich in einem großen Test auf die Probe stellen. Basiswissen aus Politik, Geschichte, Naturwissenschaften, Wirtschaft, Kultur und Alltag.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 31.03.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641062897
    Verlag: DVA
    Größe: 1337 kBytes
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Was wir heute wissen müssen

Eine Welle in Zeitlupe (S. 150-151)

Experimentiermuseen wollen Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaften und Technik begeistern. Anfassen und Mitmachen sind Pflicht, Spaß soll zum Lernen verführen.

Von Joachim Mohr

Gebannt blicken ein Vater und sein vielleicht zehn Jahre alter Sohn auf die Feuersäule, die sechs Meter hoch in die Luft schießt und sich dabei wie ein Tornado brausend um sich selbst dreht. "Boaahhh!" Ein jugendliches Pärchen quietscht vor Vergnügen in einem Raum, in dem Schwerkraft und Gleichgewicht scheinbar aufgehoben sind: Was aufrecht ist, wirkt schief, was schief ist, wirkt gerade. Warum rollt der Ball nach oben? "Uuhh!" Still und konzentriert sitzen zwei Mädchen, sie tragen Stirnbänder mit Sensoren am Kopf, an einem Tisch und versuchen allein durch ihre Gehirnströme, einen Ball zu steuern.

Wie von Geisterhand bewegt sich die Kugel. "Pssst!" Fast verzweifelt greift eine Frau immer wieder in die Öffnung eines koffergroßen Kastens: Sie sieht eine faustgroße Stahlfeder, doch fassen kann sie nichts – der Raum ist leer. "Iiiiih!" "Ich bin schneller!", jubelt ein Schüler, der beim Reaktionstest mit seiner rechten Hand immer wieder blitzartig auf farbig leuchtende Knöpfe patscht. "Juhuu!" Staunen, ausprobieren, spielen, erkunden, entdecken, auf die Spur kommen: An rund 300 Mitmach-Stationen können die Besucher im Phaeno, in Deutschlands größtem und mit 79 Millionen Euro Baukosten teuerstem Wissenschaftsmuseum, ihre Sinne schulen und ihre Erkenntnis fördern. Rund 240 000 Wissbegierige pilgern seit 2006 jedes Jahr nach Wolfsburg, um in der auf sieben Meter hohen Säulen thronenden gigantischen Experimentierwerkstatt ihren Spaß zu haben – und vielleicht etwas zu lernen.

Science Center nennt sich diese moderne Form des Museums, die in den vergangenen Jahrzehnten die Welt erobert hat. Dort werden keine Heiligtümer hinter Glas präsentiert, es finden sich keine Schilder "Bitte nicht berühren". Statt des Mottos der alten Museumspädagogik "Staunen mit den Augen", gilt der Schlachtruf "hands on!", "anfassen, anpacken, Hände drauf"! "Bei uns gibt es keinen Oberlehrer, kein bestimmter Weg ist vorgegeben", sagt Wolfgang Guthardt, Initiator und Direktor des Phaeno. "Es geht darum, Spaß zu haben, neugierig zu werden, Fragen zu stellen." Vergnügen soll in Lernen übergehen.

In der Zeit des Jahrtausendwechsels wird überall die globale Wissensgesellschaft beschworen, die intellektuellen Anforderungen in einem umkämpften Arbeitsmarkt wachsen, moderne Technik erobert weite Bereiche unseres Alltags. Der Pisa-Schock des Jahres 2000, der deutschen Schülern im internationalen Vergleich höchstens mittelmäßige Leistungen attestierte, verunsichert bis heute die deutsche Gesellschaft. So hoffen Politiker, Pädagogen und Eltern, mit Science Centern vor allem in den jungen Köpfen das Verständnis für die Naturwissenschaften zu wecken und die Lust an Technologien zu entfachen.

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