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Arbeitnehmerrechte weltweit stärken? Die Umsetzung der Internationalen Rahmenvereinbarungen in Mexiko von Hessler, Siglinde (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.11.2012
  • Verlag: Campus Verlag
eBook (PDF)
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Arbeitnehmerrechte weltweit stärken?

Mit dem Abschluss von Internationalen Rahmenvereinbarungen verpflichten sich Unternehmen, Arbeitnehmerrechte weltweit zu gewährleisten. Doch wie sieht die Umsetzung in der Praxis aus? Werden die Versprechen eingehalten und welche Faktoren sind für eine erfolgreiche Umsetzung notwendig? Anhand ihrer Untersuchung deutscher Unternehmen der Automobilindustrie in Mexiko zeigt Siglinde Hessler auf, dass vor allem die internationale Vernetzung von Akteuren und die erfolgreiche Mobilisierung öffentlicher Erwartungen
entscheidend sind.

Siglinde Hessler, Dr. rer. soc., ist im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Gemeinsamen Arbeitsstelle Ruhr-Universität Bochum/IG Metall tätig und lehrt an der Universität Hamburg.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 348
    Erscheinungsdatum: 08.11.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783593418155
    Verlag: Campus Verlag
    Größe: 14865 kBytes
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Arbeitnehmerrechte weltweit stärken?

Während die Instrumente zur Durchsetzung der Normen dabei ebenso vielfältig wie umstritten sind, besteht weitreichender Konsens über die zu implementierenden Arbeitsstandards und die Notwendigkeit eines grundlegenden Schutzes von Arbeitnehmerrechten weltweit. Trotz zum Teil gegenläufiger Meinungen vor allem aus dem wirtschaftsliberalen Lager hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass Mindestarbeitsstandards die Voraussetzung für eine weltweit ökonomisch, sozial und politisch gerechte und fortschrittliche Entwicklung sind (vgl. zur Debatte sowie zur Begründung der Notwendigkeit von Arbeitsstandards etwa Sengenberger 2002). Eine wichtige Rolle kommt in diesem Zusammenhang der ILO zu, indem sie die grundlegenden Arbeitsstandards definiert und in einen verbindlichen Rahmen einbettet. Insbesondere die ILO-Kernarbeitsnormen, die sich auf Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen, die Beseitigung von Zwangsarbeit, die Abschaffung von Kinderarbeit und das Verbot von Diskriminierung beziehen, setzen für alle UN-Mitgliedsstaaten grundlegende und verbindliche Regeln fest, unabhängig von der Ratifizierung durch die einzelnen Staaten.

Die hier untersuchten Internationalen Rahmenvereinbarungen (IRV) beziehen sich auf diese Kernarbeitsnormen und stellen einen relativ neuen Ansatz zur Regulierung von Arbeit und Beschäftigung auf internationaler Ebene dar. Erst seit Ende der 1990er Jahre werden IRV abgeschlossen. Bei diesen handelt es sich um Abkommen zwischen den Internationalen Gewerkschaftsverbänden (Global Union Federations, GUF), internationalen Unternehmen und meist auch betrieblichen Arbeitnehmervertretungsorganen - in der Regel dem EBR oder dem WBR -, die Mindestarbeitsstandards für das entsprechende Unternehmen festschreiben. Dabei gelten die Standards aber in der Regel nicht nur für das Unternehmen und seine Niederlassungen, sondern auch für die Zulieferer, die bei der Anwendung der Abkommen unterstützt werden sollen. Neben den ILO-Kernarbeitsnormen enthalten IRV meist Angaben zu Höchstarbeitszeiten, Mindestvergütung sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Im Rahmen einer internationalen Erwerbsregulierung stellen die IRV eine innovative Weiterentwicklung der bisherigen Ansätze dar. Innerhalb der Forschungsgemeinschaft wird vor allem das Potenzial der IRV, das in einem institutionalisierten Dialog zwischen Unternehmen und GUF, der angestrebten Anwendung auf Zulieferbetriebe sowie der Bezugnahme auf die ILO-Normen gesehen wird, positiv bewertet (vgl. Kapitel 1, Teil I und 2.4, Teil I). Trotz dieser positiven Bewertung stehen eine empirische Untersuchung der Umsetzung der IRV in den verschiedenen lokalen Kontexten und damit die Überprüfung ihrer Umsetzungschancen noch weitgehend aus (vgl. zum Forschungsstand Kapitel 1, Teil I). Auf gewerkschaftlicher Seite finden zwar Strategiediskussionen bezüglich der IRV statt, in denen durchaus auch kritische Stimmen Platz haben, diese werden aber kaum durch aussagekräftige empirische Daten untermauert. Zu kurz war bislang die Dauer des Implementationsprozesses und zu gering waren die Kontakte zu den einzelnen Produktionsstätten in den entsprechenden Ländern.

Die vorliegende Studie will helfen, diese Forschungslücke zu schließen. In vier internationalen Konzernen der Automobilindustrie wird überprüft, wie diese Unternehmen die IRV in Mexiko umsetzen und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Die untersuchten Konzerne - zwei Automobilhersteller und zwei große Zulieferbetriebe - haben alle zu einem recht frühen Zeitpunkt eine IRV abgeschlossen und verfügen über mindestens einen Standort in Mexiko. Die gewerkschaftliche Vertretung der Mitarbeiter in den betroffenen Metallunternehmen in Deutschland besteht in allen Fällen aus der IG Metall; auf internationaler Ebene ist der Internationale Metallgewerkschaftsbund (IMB) zuständig. Mit dem IMB wird die Politik einer GUF untersucht, die den Abschluss neuer IRV in ihrem Einflu

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