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Arbeitslose Jugend: (K)ein Problem!?! von Pietsch, Wenke (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2012
  • Verlag: Diplomica
eBook (PDF)
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Arbeitslose Jugend: (K)ein Problem!?!

Jugendarbeitslosigkeit ist seit vielen Jahren ein großes gesellschaftliches Problem und ein breit diskutiertes Thema. Erziehungs- und Sozialisationsinstanzen bereiten jeden Menschen in der westlichen Welt von Anfang an auf die spätere Arbeit vor. Heute dürfte sich angesichts der verschlechterten Wirtschaftslage und damit der verringerten Ausbildungsplatz- und Arbeitsplatzkapazität der Konkurrenzdruck erhöht haben. Eltern fördern ihre Kinder immer früher in unterschiedlichsten Disziplinen, damit diese für den Arbeitsmarkt gut vorbereitet sind. Aber es sind auch die Jugendlichen selbst, die mit Blick auf bessere zukünftige Arbeitsmarktchancen ihr Leben planen. Vielfach wird darauf geachtet, wie sich dieses oder jenes im Lebenslauf macht und damit später verkaufen lässt. Nicht wenige Jugendliche gehen nicht zuletzt ins Ausland, weil Auslandserfahrungen und Fremdsprachenkenntnisse auf dem Arbeitsmarkt noch nie so gefragt waren. Seit Jahrzehnten expandiert die Bildung. Immer mehr Jugendliche streben das Abitur oder einen Hochschulabschluss an. Wer will da bezweifeln, dass dies nicht in erster Linie wegen der schlechten Arbeitsmarktlage geschieht? Viele streben, lernen und verfolgen von Anfang an das Ziel, später einen Beruf auszuüben und so pragmatisch wie die Jugend heute sein soll, hinterfragt sie dieses Ziel nicht einmal. Sie kommt vor lauter Anstrengungen dies zu erreichen erst gar nicht dazu, möchte man meinen. Strebten nicht ganze Generationen zuvor und das heutige soziale Umfeld, die westliche Gesellschaft, immer noch unbeirrt nach Erwerbsarbeit? Die Jugendendlichen von heute wissen um die große Arbeitsmarktproblematik. Das Erleben von Zukunftsangst ist für sie in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit charakteristisch und jene, die mit genügend Ressourcen ausgestatten sind, und das dürften die meisten von ihnen sein, machen sich auf, dieses Problem für sich persönlich in Angriff zu nehmen, indem sie sich anstrengen und Leistung zeigen. Dies schlägt sich in einer ausgeprägten Leistungsorientierung nieder. Sie müssen sich anstrengen, wollen sie nicht auf der Strecke bleiben. Es bleiben kaum Raum und Zeit, in dieser angespannten Situation über den Sinn von Erwerbsarbeit nachzudenken. Was passiert aber, wenn dieser Jugend, für die die Erwerbsarbeit ungebrochen ungeheuer wichtig ist, der Zugang zu Ausbildungs- und Arbeitsplätzen verwehrt bleibt? Was geschieht in einem Menschen, dem die Chance auf eines seiner wichtigsten Lebensziele genommen wird in einem Lebensabschnitt, indem so vieles richtig anfängt wie z.B. die Selbstständigkeit? Auf diese Fragen versucht dieses Buch Antworten zu liefern.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 132
    Erscheinungsdatum: 01.07.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842822030
    Verlag: Diplomica
    Größe: 226 kBytes
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Arbeitslose Jugend: (K)ein Problem!?!

Textprobe: Kapitel III,2. Verlust sozialer Kontakte und veränderte Familienbeziehungen: Sowohl erwerbstätige als auch arbeitslose Jugendliche verfügen über eine Bindungsbereitschaft sowie ein Bindungsbedürfnis. Jedoch ist die Labilität der Bindungsverhältnisse bei arbeitslosen Jugendlichen wesentlich größer. Sie ,... ist ein Ergebnis der durch die Arbeitslosigkeit hervorgerufenen sozialen Unsicherheit ...' und der erhöhten Verwundbarkeit. Die Folgen der Arbeitslosigkeit wie der Status- und Prestigeverlust, die eingeschränkte Identitätsfindung, der erschwerte Aufbau des Selbstbewusstseins sowie die berufliche Desorientierung tragen zu einer Entwicklung von Angst vor sozialen Kontakten bei. Infolge dessen kommt es zum Abbau sozialer Kontakte und einer Familienzentrierung, die bei Mädchen aufgrund des Sozialisationseffektes stärker ausfällt als bei Jungen, obwohl die Reduktion sozialer Kontakte durch Erwerbslosigkeit ist bei Jugendlichen wohl geringer als bei erwachsenen Erwerbslosen. ,Arbeitslosigkeit hat oft soziale Isolierung innerhalb weniger Wochen zur Folge.' 2.1 Familie: Die Shell Jugendstudie 2006 geht davon aus, dass die Familie ,... angesichts unsicherer Zukunftsperspektiven offenbar einen Bedeutungszuwachs ...' erlebe. Das Familienleben ist komplementär zu weiteren sozialen Kontakten, aber kein Ersatz, so groß auch ihre Bedeutung sein mag, denn die Beziehungen innerhalb der Familie sind stark emotional besetzt, während die Beziehungen zu Kollegen Informationen sowie Gelegenheiten für eine Beurteilung oder rationale Einschätzung anderer Menschen bieten. Ein funktionierendes Elternhaus wirkt sich stabilisierend auf die Jugendlichen aus. Sie haben dann ein stärkeres Gefühl allgemeiner Sicherheit, aus dem eine gestärkte Sicherheit gegenüber der sozialen Umwelt resultiert. Sie sind folglich offener; vertreten selbstbewusst ihre eigene Meinung; versuchen, die Situation zu verbessern und leiden an weniger Angst. Die Familie kann als Flucht- und Rückzugsort fungieren und in den meisten Familien wird die Jugendarbeitslosigkeit nicht als individuelles Versagen betrachtet. Doch darf bei alledem nicht davon ausgegangen werden, dass sich familiäre Unterstützung und familiäre Konflikte ausschließen. Sie bedingen sich u.U. sogar gegenseitig. So kann es z.B. sein, dass es aufgrund der Sorge um die berufliche Zukunft des Jugendlichen zu Spannungen kommt. Aufgrund dessen empfinden einige Jugendliche eine gewisse Gleichgültigkeit der Eltern-Kind-Beziehung als entlastend, da elterliche Vorwürfe ausbleiben und oft sind Familien froh, wenn der Jugendliche seine Zeit außerhalb der Familie verbringt, da so das Problem des Jugendlichen - die Arbeitslosigkeit - nicht allgegenwärtig ist und infolge dessen als weniger belastend empfunden wird. Nicht selten wird das Problem in andere Sozialisationsbereiche wie in die Clique oder in den Freundeskreis verlagert, denn diese gewinnen als Bereich für Selbstdarstellung und Selbstbestätigung in der Adoleszenz an Bedeutung. Doch ist dieses Desinteresse besonders negativ für die Bewältigung der Erwerbslosigkeit, da so eine wichtige Unterstützungsressource fehlt. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Familie die Situation des erwerbslosen Jugendlichen entlasten oder verschärfen kann. Interessanterweise ist es für die Verarbeitung der Arbeitslosigkeit in der Familie unwichtig, ob die Jugendarbeitslosigkeit als ein gesellschaftliches oder ein individuelles Problem gesehen wird. Jugenderwerbslosigkeit wird je nach Sozialstatus der Herkunftsfamilie unterschiedlich aufgenommen. So stehen Jugendliche aus Arbeiterfamilien unter erhöhtem Druck, weil es um die Einkommenssituation schlecht bestellt ist. Andererseits sind Arbeiterfamilien eher von Arbeitslosigkeit bedroht und so kann es ebenso entlastend wirken, wenn die Arbeitslosigkeit nicht als Einzelschicksal erlebt wird. Ein erhöhter Druck für den arbeitslosen Jugendlichen kann demnach ebenfalls oder erst recht in

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