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Work-Life-Bullshit Warum die Trennung von Arbeit und Leben in die Irre führt von Vasek, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.09.2013
  • Verlag: Riemann
eBook (ePUB)
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Work-Life-Bullshit

Das wahre Leben beginnt nicht erst nach Feierabend Hier ist es: Ein positives Buch über Arbeit! Der Burnout-Debatte stellt Thomas Va?ek die These entgegen, dass Arbeit nicht per se krank macht. Sie bindet in die Gesellschaft ein, stiftet Sinn und gibt Struktur. Die Work-Life-Balance dagegen ist ein Selbstbetrug, da sie den Arbeitnehmer nicht als handelndes Subjekt betrachtet und suggeriert, das wahre Leben beginne erst nach Feierabend. Arbeit ist aber das Zentrum unseres Lebens und das Herz unserer Gesellschaft. Arbeitszeit ist Lebenszeit. Thomas Va?ek plädiert für eine radikale Neubewertung der Arbeit, auf individueller, ökonomischer und gesellschaftlicher Ebene. Denn: Der Wert der Arbeit hängt davon ab, was wir persönlich aus ihr machen und wie sich Politik und Gesellschaft ihrer annehmen, um sie als Lebensform sicherzustellen und Chancengleichheit zu gewährleisten. Thomas Va?ek, geboren 1968 in Wien, ist Chefredakteur des neuen philosophischen Magazins Hohe Luft und Buchautor. Zuletzt erschien sein Buch 'Denkstücke: Lockerungsübungen für den philosophischen Verstand' im Suhrkamp Verlag (2012). Thomas Vasek lebt in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 02.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641106829
    Verlag: Riemann
    Größe: 667 kBytes
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Work-Life-Bullshit

Einleitung

Ich liebe meine Arbeit. Ohne sie könnte ich nicht leben. Oft stehe ich frühmorgens auf, um schon mal was wegzuschaffen. Und am liebsten arbeite ich an Wochenenden oder im Urlaub, da habe ich am meisten Zeit. Bin ich ein Workaholic, ein Karrierist, ein Süchtiger, womöglich am Rande des Burnout?

Nichts von alledem. Meine Arbeit ist mir wichtig, sie macht mir Spaß, sie füllt mich aus. Es geht mir auch ums Geld. Aber nicht in erster Linie. Vor allem liebe ich das, was ich tue. Meine Arbeit fordert mich heraus. Sie erweitert meine Fähigkeiten, sie führt mich an meine Grenzen. Der Job bringt mich mit interessanten Menschen zusammen, die ich sonst nie kennenlernen würde. Meine Arbeit bildet mich, sie formt meinen Charakter, meine Persönlichkeit.

Sie macht mich zu dem, der ich bin.

In meinem Leben hatte ich schon viele Jobs. Gut bezahlte und schlecht bezahlte, erfüllende und sinnlose, leitende und untergeordnete, körperlich anstrengende wie intellektuell fordernde Jobs. Ich habe kranke alte Menschen gepflegt, als Kellner ausgeholfen, in Büros Kopierarbeiten erledigt und Werbeprospekte verteilt. Als investigativer Reporter habe ich Skandale aufgedeckt, als Autor ein paar Bücher geschrieben. Ich stand in Angestelltenverhältnissen und schlug mich durch als freier Journalist. Ich habe erlebt, wie es ist, monatelang auf Aufträge zu warten. Wie es ist, wenn plötzlich die EC-Karte gesperrt wird. Wenn man allein zu Hause sitzt und keine Anrufe kommen, keine Mail. Wenn man das Gefühl hat, für die Welt da draußen nicht mehr existent zu sein. Wenn man arbeiten will und nicht kann.

Heute bin ich Chefredakteur eines Philosophiemagazins - und könnte mir keinen schöneren, befriedigenderen und erfüllenderen Job vorstellen. Dabei arbeite ich mehr als je zuvor. Genau genommen, tue ich gar nicht sehr viel anderes. Und doch fühle ich mich weder krank noch erschöpft, geschweige denn ausgebrannt. Ganz im Gegenteil. Meine Arbeit fühlt sich gut und richtig an, sie motiviert mich Tag für Tag, sie bringt mich voran.

Das Gejammer über die Zumutungen der Arbeit kann ich nicht mehr hören. "Rettet den Feierabend", titelt der Stern vom 7. Februar 2013. Das Leben brauche "Schutz vor dem Job", so heißt es da, flankiert vom unvermeidlichen Interview mit einem Psychologen, der ein Buch über die "erschöpfte Gesellschaft" geschrieben hat. Die Zeit vom 17. Januar 2013 konstatiert eine neue Sehnsucht nach mehr Freizeit und fragt sich, ob die Workaholics nun "ausgedient" hätten. "Puschendeutschland", lautet die Überschrift, unter der ein Paar plüschige Hausschuhe abgebildet sind. Und selbst das Wirtschaftsmagazin brandeins , das sonst gerne tatkräftige und arbeitswütige Start-up-Unternehmen feiert, wettert im Titelschwerpunkt der August-Ausgabe 2012 gegen die Arbeitsgesellschaft und propagiert "Nichtstun" und Müßiggang: "Zu tun, worauf man Lust hat, und nicht, was man muss - das ist eines der ältesten und wichtigsten Ziele der Menschheit."

Unübersehbar ist auch die Flut an Büchern, die vor der "Burnout-Falle" warnen, vor Stress und anderen Gefahren des Arbeitslebens. Das Buch Dead Man Working 1 de r britischen Arbeitswissenschaftler Carl Cederström und Peter Fleming beschreibt die Arbeitswelt gar als eine Art Todeszone von dressierten Zombies, die ihren Job bis ins Letzte verinnerlicht haben. Andere tragen Titel wie Hört auf zu arbeiten. Eine Anstiftung, das zu tun, was wirklich zähl t 2 von Anja Förster und Peter Kreuz oder Die 365-Tage-Freiheit 3 von Volker Kitz - mit dem griffigen Untertitel: Ihr Leben ist zu wertvoll, um es mit Arbei

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