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Damit gutes Leben einfacher wird Perspektiven einer Suffizienzpolitik von Schneidewind, Uwe (eBook)

  • Verlag: oekom verlag
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Damit gutes Leben einfacher wird

Angesichts der Umwelt- und Energiekrise wird diese Frage immer öfter mit 'Ja' beantwortet. Immer mehr Menschen drosseln ihren Fleischkonsum und Plastikverbrauch oder ziehen Car-Sharing-Angebote dem eigenen Auto vor. Um den Energie- und Ressourcenverbrauch unserer Gesellschaft zu senken, muss diese Öko-Avantgarde jedoch in eine Massenbewegung transformiert werden. Hierzu bedarf es einer Fokussierung der Politik auf wirksame Suffizienzstrategien. Den Autoren gelingt es, die Idee des Maßhaltens erstmals in ein politisches Programm zu überführen und zu zeigen, wie es sich weitab von totalitärem Zwang in politische Praxis übersetzen lässt. Ein mutiger Vorstoß, das kontroverse Thema Suffizienzpolitik auf die politische Agenda zu setzen! Uwe Schneidewind ist Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie. Er ist Mitglied des Club of Rome und Sachverständiger der Enquete-Kommission 'Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität'. Die Volkswirtin Angelika Zahrnt ist Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung. Bis 2007 war sie Vorsitzende des BUND Deutschland.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 176
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783865816481
    Verlag: oekom verlag
    Größe: 638 kBytes
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Damit gutes Leben einfacher wird

Einleitung
Warum gutes Leben ein politisches Thema ist

"Gutes Leben" – auf den ersten Blick scheint das etwas zu sein, was uns nur individuell, nur persönlich angeht. Denn am Ende kann und sollte jede und jeder für sich entscheiden, was für sie oder für ihn besonders wichtig im Leben ist, was sie oder er konsumieren möchte, mit wem sie oder er zusammen leben will oder nach welchen Zielen der oder die Einzelne strebt. Es ist die große Errungenschaft freiheitlich-demokratischer Gesellschaften, dass sie die Individualität und Vielfalt von Lebensentwürfen in Toleranz möglich macht. Und zu Recht reagieren diejenigen sensibel, die diese Freiheit bedroht sehen. Der Ruf nach politischer Rahmung unserer individuellen Lebensgestaltung wird als eine solche Gefahr gesehen. Schnell werden dann Begriffe bemüht wie "Zwangsstaat", "Ökodiktatur" oder "neuer Sozialismus". Ein näherer Blick zeigt, dass die Gegensätze zwischen Staat und Freiheit nicht so eindeutig sind, wie sie gerne gezeichnet werden: auf der einen Seite der nach individueller Entfaltung strebende Bürger, auf der anderen Seite der intervenierende Staat, der diese Entfaltung behindert. Ein solcher Blick verkennt die eigentliche Bedeutung von Staat und Politik. Politik zielt darauf, das Zusammenleben von Menschen in einer allgemein verbindlichen Form zu regeln. Eine gute Politik sorgt dafür, dass die Entfaltung von individueller Lebensführung möglich wird, ohne die Lebensentwürfe anderer einzuschränken. Eine gute Politik schafft Möglichkeitsräume für gutes Leben. Wie schnell Möglichkeitsräume für die einen zur Beschränkung für die anderen werden können, wird zum Beispiel in der Verkehrspolitik deutlich: Autogerechte Innenstädte mit breit ausgebauten Straßen sowie auf den Autoverkehr ausgelegte Ampelschaltungen sind hilfreich für Autofahrer, in aller Regel aber behindernd für diejenigen, die sich mit dem Fahrrad oder zu Fuß in der Stadt bewegen wollen. Politik muss hier einen Ausgleich schaffen. Gute Politik schafft die Grundlage dafür, dass sich eine möglichst große Zahl individueller Lebensentwürfe entfalten kann. Und hier beschleicht uns seit einiger Zeit ein Unbehagen: "Schneller", "globaler", "mehr", "kommerzialisierter" – das waren die Entwicklungslinien der letzten Jahrzehnte. Sie wurden durch eine Wirtschaftspolitik ermöglicht, die auf freien Handel und die Marktliberalisierung möglichst vieler Gesellschaftsbereiche gesetzt hat. Dies hat uns einen bisher nicht gekannten materiellen Wohlstand und eine ungeahnte Produkt- und Dienstleistungsvielfalt gebracht. Gleichzeitig fühlen wir uns von der damit ausgelösten Dynamik oft bedrängt: immer flexiblere Arbeitszeiten, Mengen kaum noch zu bewältigender Mails, eine unüberschaubare Produktvielfalt in Lebensmittelregalen. Immer deutlicher wird, dass ein gutes Leben auch Räume für ein "Langsamer", "Näher", "Weniger" und "Persönlicher" benötigt. Genau das verbirgt sich hinter der Idee der Suffizienz – dazu mehr im folgenden Abschnitt. Gutes Leben benötigt Raum für neue Gleichgewichte. Dies erfordert eine Politik, die unterschiedlichen Lebensentwürfen in globaler Verantwortung eine Entfaltungschance gibt. Darauf zielt die Idee einer "Suffizienzpolitik". Was sich hinter "Suffizienz" verbirgt – auf dem Weg zum ganzen Leben

Der Begriff der "Suffizienz" hat seine Wurzeln im lateinischen "sufficere", was so viel wie "au

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