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Die Schuld am Töten: Der Zweite Kongokrieg und die Frage nach der Schutzverantwortung von Himmler, Benjamin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2015
  • Verlag: Bachelor + Master Publishing
eBook (PDF)
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Die Schuld am Töten: Der Zweite Kongokrieg und die Frage nach der Schutzverantwortung

Fast vier Millionen Tote, unzählbare Flüchtlinge, die scheußlichsten Greuel, die ein Krieg mit sich bringen kann - der Zweite Kongokrieg zerstörte nicht nur Wirtschaft und Infrastruktur des rohstoffreichsten Staates eines Kontinents, er brachte ganz Zentralafrika aus den Fugen und machte ein Gebiet so groß wie Westeuropa zu einem Schlachtfeld, das für Millionen Menschen die Hölle in ihr Leben brachte. Und die Welt brauchte nicht einmal wegschauen - sie schaute von vornherein nicht hin. Diese Arbeit behandelt einen der größten Konflikte der Weltgeschichte und stellt nicht anklagend, sondern forschend, die Frage, ob Zuschauen und Eingreifen nicht nur Recht sondern vielmehr Pflicht der Weltgemeinschaft ist und ob der Zweite Kongokrieg die Vorraussetzungen erfüllte, dass aus einem Bürgerkrieg nicht Weltpolitik und so ein Fall für den UN-Sicherheitsrat wurde. Dabei geht der Behandlung des Konfliktes ein rechtswissenschaftlicher Streit voraus, welcher klären soll, ob und unter welchen Vorraussetzungen die Weltgemeinschaft nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht zum Schutz von Zivilisten hat. Mit dem Erarbeiteten wird untersucht, welche Charakteristika der Zweite Kongokrieg hatte und wieviel Schuld die internationale Gemeinschaft durch das Nicht-Eingreifen auf ihre Schultern geladen oder auch nicht geladen hat. So ist dieses Werk vieles: Geschichtsbuch, Konfliktstudie und Völkerrechtslehrbuch. Nicht zuletzt ist es auch streitbar und hochaktuell.

Benjamin Himmler wurde 1987 in Berlin geboren, wo er 2007 auch sein Abitur abschloss. Nach seinem Grundwehrdienst betrieb der Autor ab Oktober 2008 das Studium der Politikwissenschaft und des Öffentlichen Rechts an der Universität Rostock. Seine Forschung

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 54
    Erscheinungsdatum: 01.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863418458
    Verlag: Bachelor + Master Publishing
    Größe: 429kBytes
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Die Schuld am Töten: Der Zweite Kongokrieg und die Frage nach der Schutzverantwortung

Textprobe: Kapitel 2.3., Charakterisierung des Zweiten Kongokrieges: Entscheidend für die eventuellen Schlussfolgerungen, die man aus dem geschilderten Konflikt in Bezug auf das Prinzip der Schutzverantwortung ziehen kann, sind das Wesen des Krieges und die in ihm eingesetzten Mittel. Demzufolge sollen diese Faktoren im Folgenden näher untersucht werden. Vor Allem die Berichte von 'Human Rights Watch' bieten für diese Betrachtung eine hilfreiche Grundlage, da die Organisation stetig Daten über die Vorkommnisse in Kongo veröffentlichte. Neben vielen weiteren Verbrechen, wie z.B. willkürlicher Rechtssprechung, Folter oder Plünderungen, sind es vor Allem vier massive Menschenrechtsverbrechen, die von der NRO dokumentiert wurden: Massaker an der Zivilbevölkerung, ethnische Säuberungen, der Einsatz von Kindersoldaten und Massenvergewaltigungen. Übergriffe auf Zivilisten: Neben der häufig nicht klaren Unterscheidung zwischen militärischen und zivilen Zielen sind besonders die Berichte von begangenen Massakern an der Zivilbevölkerung, vor Allem von Seiten der FAC und der RCD, erschreckenderweise so vielzählig, dass es nicht möglich ist, auch nur annähernd deren Ausmaß zu erfassen und darzustellen. Zur Veranschaulichung der Dimension der Verbrechen werden daher im Folgenden nur einige exemplarische Fälle näher beschrieben. So berichtete 'Human Rights Watch' bereits im August 1998 von einem schweren Übergriff der RCD auf Zivilisten, bei denen 37 Menschen starbensowie von Übergriffen durch Kabilas Sicherheitskräfte auf unbewaffnete Flüchtlinge im vorangehenden Monat. Auch die RCD griff Flüchtlinge an, umstellte deren Camps und tötete oder verschleppte die Vertriebenen. Das häufig willkürliche Töten von Zivilisten diente auf allen Seiten stets als Unterdrückungs- aber auch als Vergeltungsinstrument. So rächten lokale Milizen, bewaffnet mit Speeren und Bögen, den Übergriff ugandischer Soldaten in Bunia vom 19. Januar 2001, bei dem etwa 150 Menschen starben, wahllos an der Zivilbevölkerung. Dabei starben etwa 100 Menschen. Ähnlich stellt sich auch ein Vergeltungsschlag der RCD auf Mai-Mai-Rebellen dar, bei dem 37 Flüchtlinge, welche in einer katholischen Kirche Schutz gesucht hatten, umstellt und umgebracht wurden. Die RCD zog weiter und tötete im angrenzenden Dorf weitere 29 Zivilisten. Dieses Beispiel kann auch die Grausamkeiten dieser Übergriffe illustrieren: Die meisten Opfer wurden mit Macheten oder anderen scharfen Gegenständen getötet - die wenigsten wurden erschossen. Der Kopf und Rumpf des Priesters sowie einer Nonne wurden mit einer Machete komplett geteilt. In einer Latrine fand man mehrere teilweise tote, teilweise lebendige Kinder und Säuglinge. Auch das Kriegsmittel der 'verbrannten Erde' wurde verstärkt eingesetzt. So zündete die RCD unzählige Häuser, häufig noch mit den lebenden Bewohnern darin, an der Hauptstraße durch die Lwindi Gemeinde an, um den Mai-Mai-Rebellen den Rückzug zu erschweren. Zudem wurden vielerorts willkürlich Gefangene gemacht, welche dann von unlegitimierten und frei handelnden 'Gerichten' exekutiert wurden. Vor Allem aber die Bevölkerung, die zwischen den Fronten von FAC und RCD stand, wurde Opfer massiver Menschenrechtsverbrechen. Beide Seiten machten häufig Zivilisten für eigene Verluste oder Niederlagen verantwortlich und suchten dafür gewaltsame Vergeltung. Als die RCD während des Jahreswechsels 1998/1999 die Stadt Uvira der FAC überlassen musste, startete sie auf ihrem Rückzug grausame Übergriffe gegen Zivilisten. Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes beschreibt die etwa 100 gefundenen Leichen: 'Some bodies were tied up, some had their penises chopped off, there were also bodies of young women, aged fifteen, sixteen, seventeen and nineteen, with their underclothes to one side who had been raped and killed. A few victims had been tortured.' Vielerorts ergab sich auch das Problem, dass Ortschaften nacheinander von verschiedenen Gruppen terrorisiert

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