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Die Ukraine und Russland: Eine Hassliebe von Schopf, Josef (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.03.2014
  • Verlag: Science Factory
eBook (ePUB)
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Die Ukraine und Russland: Eine Hassliebe

Fachbuch aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Politik - Internationale Politik - Region: Russland, Länder der ehemal. Sowjetunion, , Sprache: Deutsch, Abstract: Die Ereignisse des Frühjahres 2014 auf der Krim sind Ausdruck des seit Langem gespannten Verhältnisses zwischen Ukrainern und Russen. Auch nach knapp 25 Jahren Unabhängigkeit sitzt die Ukraine noch immer zwischen den Stühlen: verwurzelt im Osten, aber an der Schwelle zum Westen - und sucht nach ihrer eigenen Identität. Auf der einen Seite wartet der große Bruder Russland, mit dem die Ukraine geschichtlich und kulturell viel verbindet. Und auf der anderen Seite lockt die Europäischen Union, die ihr nicht nur gesellschaftlichen, sondern auch wirtschaftlichen Fortschritt verspricht. Nach der Orangenen Revolution 2004 schien der Weg gen Westen klar, doch mit Janukowitsch orientierte sich das Land wieder stärker an Putins Großmacht. Dieses Buch zeichnet den politischen und gesellschaftlichen Konflikt der Ukraine nach. Aus dem Inhalt: Tschernobyl und der Untergang der Sowjetunion Ethnische Grenzziehung und nationale Identität Mythos der Brüderlichkeit Ukraine und die EU im Schatten Russlands Westintegration: Geostrategische Analyse Außen- und Innenpolitik unter Janukowitsch

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 187
    Erscheinungsdatum: 17.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783656616900
    Verlag: Science Factory
    Größe: 746 kBytes
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Die Ukraine und Russland: Eine Hassliebe

Als die Ukraine noch unverseucht war

Im nachfolgenden Kapitel wird nun ein kurzer Überblick über die wichtigsten Ereignisse der ukrainischen Geschichte vom zweiten Weltkrieg bis zum April 1986 gegeben. Dabei soll auf die Rolle der Ukraine während des Krieges sowie auf das Ende der Ära Stalin eingegangen werden. Danach soll kurz aufgezeigt werden, was sich für die Ukraine unter Chruš?ev veränderte und wie der bis 1989 tätige Parteichef Š?erbyc'kyj in der Ukraine mit eiserner Faust regierte. Weiters sollen bereits vor 1986 erkennbare nationalistische Bewegungen aufgezeigt bzw. angesprochen werden, ob und wenn ja mit welchen Mitteln ukrainische, nationale Bewegungen unterdrückt wurden.

Das Ende der Ära Stalin

Während des zweiten Weltkrieges stellte die Ukraine einen der Hauptschauplätze dar und musste sowohl große menschliche als auch materielle Verluste verkraften [14] . Historiker schätzen heute, dass der Krieg 5,3 bis 5,5 Millionen Ukrainern das Leben kostete. [15] Durch den Angriff der deutschen Truppen auf die Sowjetunion wurde die Ukraine zu einem der größten Schlachtfelder des zweiten Weltkrieges. Die vorstürmenden deutschen Wehrmachtspanzer führten gemeinsam mit ihren SS- und Polizeieinheiten den Massenmord erstmals industriell durch. Angeblich soll es bis zu 2.500 Mordstellen auf dem Gebiet der Ukraine gegeben haben. Traurige Berühmtheit erlangte die Schlucht von Babyn Jar bei Kiev, wo am 29. und 30. September 1941 33.741 Juden mit Maschinengewehren erschossen wurden. [16] Laut der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit haben nur 500.000 von ursprünglich drei Millionen auf ukrainischem Territorium ansässigen Juden den Krieg überlebt. [17]

Auch nach der Befreiung der Ukraine von der deutschen Wehrmacht durch die Rote Armee 1943/44 kam es nicht zum Frieden, denn ukrainische Nationalisten führten einen verbitterten Kampf gegen die Rote Armee, der auch von Grausamkeiten und Pogromen geprägt war. [18] Teilweise kämpfte gegen Ende des zweiten Weltkrieges in der Ukraine jeder gegen jeden, denn die ukrainischen Partisanengruppen führten ihren Kampf sowohl gegen sowjetische als auch gegen polnische Partisanen und zeitweise auch gegen die deutschen Besatzer durch. Bis zum Ende der 1940er Jahre in Polen und sogar noch bis Mitte der 1950er Jahre kam es zu zähen und verlustreichen Kämpfen, mit Hilfe derer die Partisanen die Unabhängigkeit eines nichtsozialistischen ukrainischen Nationalstaates erzwingen wollten. [19]

Während des Krieges kam es auch häufig zur Zusammenarbeit von deutschen Truppen und ukrainischen Nationalisten. So kann man festhalten, dass Ukrainer auf beiden Seiten gestanden sind. Ekkehard Völkl sieht den Grund für das ukrainische militärische Engagement auf deutscher Seite darin, dass man gegen den russischen Feind ein Bündnis mit so gut wie jedem Partner eingegangen wäre. [20]

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Ukraine trotz der verbitterten Partisanenkämpfe wieder in die Sowjetunion eingegliedert. Unter diesen Voraussetzungen kam es zur Umsiedlung von ca. einer Million Polen in ehemals deutsche Gebiete im Westen. Gleichzeitig wurden ca. 500.000 in Polen lebende Ukrainer in die Westukraine umgesiedelt. Später kam es auch zur Deportation von 100.000 Ukrainern nach Sibirien sowie zur Einwanderung von Russen in ukrainische Gebiete. [21] Aufgrund dieser Vorgänge sowie einigen Gebietsgewinnen (Karpato-Ukraine, die Nordbukowina, Teile Bessarabiens, das ehemalige Ostgalizien, sowie ab 1954 die Halbinsel Krim) kam es zu einer territorialen Vergr&oum

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