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Die unterste Milliarde Warum die ärmsten Länder scheitern und was man dagegen tun kann von Collier, Paul (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.02.2017
  • Verlag: Pantheon
eBook (ePUB)
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Die unterste Milliarde

Der vielfach preisgekrönte Longseller jetzt in einer neuen Ausgabe Die unterste Milliarde - das sind die ärmsten Menschen der Erde, die am weltweit steigenden Wirtschaftswachstum keinen Anteil haben. Ihre Lebenserwartung ist auf fünfzig Jahre gesunken, jedes siebte Kind stirbt vor dem fünften Lebensjahr. Seit Jahrzehnten befinden sich die Ökonomien dieser Länder im freien Fall - ohne Aussicht auf Besserung. In seinem vielfach preisgekrönten Bestseller erklärt Paul Collier, wie es zu dieser krassen Armut gekommen ist und was man gegen sie tun kann. Paul Collier ist Professor für Ökonomie und Direktor des Centre for the Study of African Economies an der Universität Oxford. Seit vielen Jahren forscht er über die ärmsten Länder der Erde und untersucht den Zusammenhang zwischen Armut, Kriegen und Migration. Sein Buch 'Die unterste Milliarde' (2008) sorgte international für große Aufmerksamkeit und wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Lionel Gelber Prize und der Corine. 2013 erhielt Collier für seine Arbeit den A.SK Social Science Award. Im Siedler Verlag ist zuletzt sein Buch 'Exodus' (2014) erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 27.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641204945
    Verlag: Pantheon
    Originaltitel: The Bottom Billion
    Größe: 830 kBytes
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Die unterste Milliarde

Vorwort

1968 studierte ich in Oxford. Dort schloss ich mich den Revolutionären Sozialistischen Studenten Oxfords an, ein Name, der heute nicht einmal mehr ein müdes Lächeln hervorruft. Damals aber schien alles ganz einfach. Nach dem Studium wollte ich meine wirtschaftswissenschaftlichen Kenntnisse in den Dienst Afrikas stellen. Den neuen Staaten Afrikas fehlte es an vielem, und kaum ein Afrikaner hatte Zugang zu einer Ausbildung wie ich. Viele meiner Kommilitonen in Oxford hatten damals Beziehungen zu Afrika, denn ihre Väter waren in der Kolonialverwaltung tätig gewesen. Ich nicht, mein Vater, der mit Geburtsnamen Karl Hellenschmidt hieß, war Metzger in Yorkshire und hatte die Schule mit zwölf Jahren verlassen. Aber einige dieser kolonialen Verbindungen müssen auf mich abgefärbt haben. Der Vater meines Freundes war Generalgouverneur des kleinen Njassaland gewesen, daher begann ich mich für dieses Land zu interessieren. Und was ich las, ließ in mir den Entschluss reifen, dorthin zu gehen. Umbenannt in Malawi, war es das ärmste Land des Kontinents. Es ist einfacher, ein Land umzubenennen als umzugestalten. Fünfunddreißig Jahre später ist es immer noch bettelarm. Ob das in weiteren fünfunddreißig Jahren sehr viel anders sein wird, wage ich zu bezweifeln, es sei denn, dass ... Das vorliegende Buch handelt von diesem "Es sei denn, dass".

Malawi hat sich in den letzten fünfunddreißig Jahren kaum verändert - und ich mich in gewisser Weise ebenso wenig. Nach wie vor beschäftige ich mich mit Afrika, jetzt im Rahmen einer Professur in Oxford. Davor war ich Professor in Harvard und Direktor der Forschungsabteilung der Weltbank. Joseph Stiglitz hatte mich geholt, um die ärmsten Länder näher ins Blickfeld zu rücken. Mein erster Einsatz für die Weltbank führte mich nach Äthiopien. Ich war frisch verheiratet, und es war meine Hochzeitsreise, wenn auch in Begleitung von Joe anstelle meiner Frau. Zum Glück brachte sie Verständnis auf. Sei es aus Zufall oder weil sich Gleichgesinnte anziehen, hatte sie nach dem Studium in Malawi gearbeitet.

Das vorliegende Buch handelt von den Malawis und Äthiopiens dieser Welt, einer Minderheit unter den Entwicklungsländern, die heute das Schlusslicht des Weltwirtschaftssystems bilden. Einige, wie Malawi, rangierten schon immer ganz unten. Anderen, wie Sierra Leone, ging es einmal besser als Indien oder China. Die Länder, die heute das Schlusslicht bilden, sind nicht nur die allerärmsten, sie haben auch kein Wirtschaftswachstum und weichen damit vom Entwicklungsmuster der meisten anderen Länder ab. Sie haben den Anschluss verpasst. Mit dem steilen Wirtschaftswachstum ehemals armer Staaten wie Indien und China wurden das globale Bild der Armut verwischt und divergierende Entwicklungen übertüncht. Sicher, damit es einigen Ländern vergleichsweise besser ging, musste es anderen vergleichsweise schlechter gehen. Aber der Niedergang der Länder, die heute das Schlusslicht bilden, übersteigt jede Verhältnismäßigkeit. In vielen Fällen ist er absolut. Viele dieser Länder fallen nicht nur zurück, sie zerfallen regelrecht.

Mein Forschungsschwerpunkt der letzten Jahre war der Bürgerkrieg. Ich wollte verstehen, warum Gewaltkonflikte zunehmend in afrikanischen Ländern mit niedrigem Einkommen ausbrechen. Im Laufe der Zeit entwickelte ich das Konzept der "Konfliktfalle". Es besagt, dass bestimmte wirtschaftliche Bedingungen ein Land für einen Bürgerkrieg anfällig machen und dass, ist ein solcher Krieg erst einmal im Gange, die Spirale der Gewalt zur Falle wird, aus der sich das Land nur schwer wieder befreien kann. Diese Theorie der Konfliktfalle war eine Erklärung dafür, warum bestimmte Länder heute am untersten Ende der Weltwirtschaft stehen. Aber das war nicht die ganze Geschichte. Malawi hatte in den Jahrzehnten seit seiner Unabhängigkeit keinen einzigen Bürgerkrieg erlebt und sich trotzdem nicht weiterentwickelt. Dasselbe gilt für Kenia und Nigeria - L

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