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Die Zukunft der SPD Erfolge und Misserfolge einer Volkspartei von Pirker, Daniel-David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.09.2013
  • Verlag: Science Factory
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Die Zukunft der SPD

Fachbuch aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands, , Sprache: Deutsch, Abstract: Die SPD kann sich rühmen, die älteste parlamentarisch vertretene Partei zu sein. Begonnen hat sie im 19. Jahrhundert als sozialistische Arbeiterpartei, wandelte sich jedoch über die Jahrzehnte zu der heute bekannten sozialdemokratischen Volkspartei. In ihrem Programm geht es vor allem um Freiheit, Gleichheit und Solidarität. Doch sind das die Werte der Zukunft? Kann man damit heute noch Wahlen gewinnen? Der vorliegende Band beschäftigt sich neben früheren Wahlniederlagen und -erfolgen vor allem mit den Zukunftschancen der SPD. Kann sie an frühere Wahlerfolge anknüpfen? Aus dem Inhalt: Ursachen für die Wahlniederlage 2009, Zukunftschancen für die SPD, die Parteistruktur, das Image der SPD, die Parteiprogrammatik.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 149
    Erscheinungsdatum: 27.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783656505600
    Verlag: Science Factory
    Größe: 275kBytes
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Die Zukunft der SPD

Einleitung

"Geh mit der Zeit, geh mit der SPD". Mit diesem Slogan startete die SPD 1959 eine verstärkte Mitgliederwerbeaktion. Dahinter verbarg sich der eigene Anspruch im Rahmen des Wandels von einer Klassen- zu einer Volkspartei Modernität zu signalisieren. Nachdem die SPD bei den ersten drei Bundestagswahlen in der Bundesrepublik vor allem von Mitgliedern der gewerkschaftlich geprägten Industriearbeiterschaft gewählt worden war und aufgrund der mangelnden Attraktivität bei den katholisch geprägten Arbeitern und den Angestellten im 30%-Turm gefangen schien, war spätestens seit der erneuten Wahlniederlage 1953 [1] ein innerer Druck mit der Forderung nach einer grundlegenden Parteireform artikuliert worden. Den Abschluss fand dieser Prozess als Antwort auf die gesellschaftlichen Veränderungen in dem Grundsatzprogramm von Bad Godesberg 1959.

Über die innerparteiliche Erneuerung hinaus wollte sich die Sozialdemokratie den ihr bis dahin nicht nahestehenden Schichten öffnen. Dies war gleichbedeutend mit dem Eingeständnis, das der Versuch, den Charakter einer Klassenorganisation beizubehalten, gleichzeitig aber die soziale Basis um der Partei traditionell fernstehende Arbeitnehmergruppen zu erweitern, gescheitert war. Durch das Abwerfen des alten ideologischen Ballasts und dem Friedensschluss mit der Bundesrepublik, konnte der Wandel zur Volkspartei vollzogen werden.

Die vielfältige wissenschaftliche Diskussion um den Begriff "Volkspartei" [2] lässt sich so zusammenfassen, dass die Beschreibung Volkspartei für eine politische Organisation von Bürgern steht, die in der sozialen Zusammensetzung ihrer Mitglieder, Funktionäre und Wähler nicht auf eine Schicht oder Klasse beschränkt bleibt, sondern prinzipiell versucht, alle Schichten und Gruppen zu umfassen und somit sozial heterogen ist. [3] Diesen Anspruch versuchte die SPD im Godesberger Programm umzusetzen, indem sie Kooperationsangebote an der Partei bisher fernstehende Schichten wie die Angestellten, Beamten und die Anhänger der katholischen Kirche machte sowie den Marxismus als Kernquelle ihrer Politik aus dem Programm strich. Es ist im Folgenden zu klären, inwieweit das neue Grundsatzprogramm einen neuen Aufbruch oder den Abschluss eines langen Wandlungsprozesses darstellt. Dabei gilt es vor allem die Veränderungen in der Arbeiterschaft, die verstärkte soziale Mobilität und Vermischung von Milieus sowie die Veränderung der Erwerbsstruktur zu berücksichtigen.

In Anknüpfung an die massiven gesellschaftlichen Veränderungen, wollte die SPD nun, durch ihren programmatischen Wandel, eine Partei des Interessenpluralismus mit heterogenen Ausprägungen sein, die gerade durch die Differenzierung und die gesellschaftliche Heterogenität die reale Gesellschaft wiederspiegelt. Als Abschluss dieses Prozesses wurde die Übernahme der Regierungsverantwortung gesehen. Um dieses Ziel zu erreichen, war man fortan auf die Eroberung möglichst hoher Stimmenanteile bei den Wahlen eingestellt und in diesem Zusammenhang trat die vorher geltende Fixierung auf die geistig-moralische Bindung von Anhängern in den Hintergrund. An die Stelle eines integrativen Mediators zwischen den verschiedenen Milieus trat nun die Konsensbildung, die Übernahme einer Schlichtungs- und Ausgleichsinstanz zwischen den heterogenen gesellschaftlichen Gruppen. Im Gegensatz zum alten Selbstverständnis als Massenintegrationspartei, sollte eine tiefere ideologische Durchdringung zugunsten eines neuen, möglichst viele Schichten ansprechenden Images und einem schnellen Wahlerfolg in den Hintergrund treten.

Der Wandel der SPD in einer Phase, in der

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