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Nord-Süd-Beziehungen im Umbruch Neue Perspektiven auf Staat und Demokratie in der Weltpolitik

  • Erscheinungsdatum: 14.09.2009
  • Verlag: Campus Verlag
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Nord-Süd-Beziehungen im Umbruch

Zur Lösung globaler Probleme wird die Dritte Welt immer wichtiger. Doch über die Staaten der Nicht- OECD liegt nur begrenztes Wissen vor. Für den Westen gültige Erfahrungen sind dort nur teilweise wirksam. Statt die Welt neu zu erklären, muss sie erst neu verstanden werden. Aus unterschiedlicher Perspektive werden deshalb wichtige Facetten der Länder des Südens analysiert und für neue theoretische Zugänge zum Verstehen der Nord-Süd- Beziehungen geworben. Hans-Jürgen Burchardt ist Professor für Internationale und Intergesellschaftliche Beziehungen an der Universität Kassel.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 14.09.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783593407371
    Verlag: Campus Verlag
    Größe: 4199 kBytes
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Nord-Süd-Beziehungen im Umbruch

Neue Perspektiven auf Staat und Demokratie in den Nord-Süd-Beziehungen
Hans-Jürgen Burchardt
Methodische und theoretische Annäherungen
Die Welt ist im Umbruch. Dynamiken wie die internationale Finanzkrise, der globale Klimawandel oder das weltweite Aufrüsten stellen Politik und Wissenschaft vor neue Aufgaben. Die Nord-Süd-Beziehungen, die lange im Schatten des Kalten Krieges standen, gewinnen hier zunehmend an Bedeutung. Die globalen Ungleichheiten zwischen Industrie- und Entwicklungsländern fordern den Norden zwar schon seit einiger Zeit über Bumerang-Effekte wie ökonomischen Wettbewerbsdruck, Migration, Lohndumping, die Bedrohung durch zerfallende Staaten oder Terrorismus heraus. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts scheint diese Entwicklungsasymmetrie aber das Potenzial zu entfalten, zu einer zentralen Konfliktachse im Weltsystem zu werden. Gleichzeitig ist eine Veränderung internationaler Machtkonstellationen zu beobachten. Aufstrebende Staaten wie China, Indien, Brasilien oder Südafrika erweitern ihren ökonomischen und politischen Einfluss. Für die Bearbeitung globaler Problemlagen werden die Länder und Regionen außerhalb der OECD darum immer wichtiger.
Doch über viele politische Bereiche und Phänomene der Nicht-OECD-Länder liegt bis heute nur begrenztes Wissen vor. Für nicht wenige Staaten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sind bereits aufgrund der mangelnden Datenlage generelle Aussagen über gesellschaftliche Entwicklungen oder politischen Wandel nur partiell möglich. Dies beginnt schon bei der Kennzeichnung dieser Länder, mit der in diesem Buch bewusst unsystematisch umgegangen wird. Peripherie: Was ist randständiger - die Slums von Washington und Paris oder die Zentren von Mexiko City und Johannesburg? Dritte Welt: Wo ist die Zweite geblieben? Länder des Südens: Liegt Tschetschenien nicht im Osten? Es gilt also, neue Zugänge zu den Ländern der Dritten Welt und den Nord-Süd-Beziehungen zu entwickeln. Denn statt die Welt neu zu erklären, muss sie erst einmal neu verstanden werden.
Aus diesem Grund werden in diesem Buch unterschiedliche Autorinnen und Autoren um das Thema Nord-Süd-Beziehungen versammelt. Einige versuchen dabei erstmals, ihre bisher eher für die OECD-Länder Forschung bereits erfolgreich entwickelten Kategorien für den Süden aufzubereiten und zu diskutieren, welche Möglichkeiten des Kenntnisgewinns daraus für Dritte-Welt-Studien entstehen könnten. Andere sind schon länger mit der Forschung zur Peripherie und den Nord-Süd-Beziehungen vertraut, schlagen neue Ansätze vor oder wenden vorhandenes Wissen auf international virulent werdende Politikfelder an. Allen Mitwirkenden sind zwei Dinge gemeinsam: Sie teilen erstens die Erkenntnis, dass die Nord-Süd-Beziehungen eine neue Qualität zu entfalten beginnen. Und sie unternehmen zweitens den Versuch, den aktuellen Umbrüchen in der Weltpolitik nachzuspüren.
In diesem einführenden Text werden die einzelnen Artikel kurz in ihren Inhalten dargestellt, in den jeweiligen wissenschaftlichen Debatten verortet und um eigene Überlegungen ergänzt. Im ersten Abschnitt stehen dabei die Binnendynamiken in den Ländern des Südens im Vordergrund: Es geht um verschiedene analytische Perspektiven auf Staat und Demokratie in der Dritten Welt. Im zweiten Abschnitt liegt der Fokus auf den Nord-Süd-Beziehungen. Damit wird der Erkenntnis gefolgt, dass die transnationalen Verflechtungen eine Betrachtung einzelner Länder nicht mehr ohne Bezugnahmen auf die Weltpolitik sinnvoll erscheinen lassen. Auch hier versuchen mehrere Analysen, Wege aufzuzeigen, wie man sich Problemen und deren wissenschaftliche Bearbeitung über neue Sichtweisen nähern kann.
Meine eigenen Reflexionen konzentrieren sich auf zwei Schwerpunkte: Zum einen auf die Frage, wo eurozentristische Sichtweisen den analytischen Blick auf die Nord-Süd-Beziehungen begrenzen und wie diese Verengungen erweitert werden können. Denn fehlende Fakten und unzureichendes Wissen verfüh

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