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Rechts gewinnt, weil Links versagt Schlammschlachten, Selbstzerfleischung und rechte Propaganda von De Lapuente, Roberto J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2018
  • Verlag: Westend Verlag
eBook (ePUB)
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Rechts gewinnt, weil Links versagt

Eine Linke Alternative ist möglich Die gesellschaftliche Linke steckt seit Jahren in der Krise und schafft es nicht, sich als Alternative für Deutschland zu etablieren. Daran hat natürlich auch die neoliberale Kampagne gegen linke Politik einen Anteil, aber Roberto De Lapuente zeigt in seiner kritischen Analyse auch, dass viele Probleme der Linken hausgemacht sind: Ausladende Gender-Debatten und ewige Marx-Exegesen, aber vor allem die Selbstgefälligkeit und Abgehobenheit, mit der sich manche Linke präsentieren, vergraulen selbst diejenigen, die eigentlich zur Stammklientel gehören sollten. Um wieder mehrheitsfähig zu werden, fordert De Lapuente eine Rückbesinnung auf alte Stärken und einen neuen, ergebnisoffenen Diskurs mit allen Beteiligten. Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb von 2008 bis 2016 den Blog 'ad sinistram'. Er ist Mitherausgeber des Weblogs 'Neulandrebellen' und seit 2012 regelmäßiger Kolumnist beim Neuen Deutschland. De Lapuente hat eine Tochter und wohnt mit seiner Lebensgefährtin in Frankfurt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 01.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864896927
    Verlag: Westend Verlag
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Rechts gewinnt, weil Links versagt

Einleitung : Alerta, alerta Antifa!

"Das Halbverstandene und Halberfahrene ist nicht die Vorstufe der Bildung, sondern ihr Todfeind."

- Theodor W. Adorno -

Als ich mich an einem späten Vormittag im Herbst 2016 in die Demonstration gegen das Freihandelsabkommen Ceta einreihte, staunte ich nicht schlecht über das breite Spektrum der anwesenden Gruppen und Personen, die sich in dieser Frage engagierten. Uns alle mochten zwar politisch nicht dieselben Vorstellungen in allen gesellschaftlichen Fragen einen. Zumindest aller Wahrscheinlichkeit nach. Aber als Opposition zu einem Abkommen, das drohte, die Geschicke der öffentlichen Hand in die Obhut einer Konzernjurisprudenz zu überführen, zogen wir in dieser einen Angelegenheit alle an einem Strang. So fanden Landwirte und Stadtmenschen zusammen, trafen junge Hipster auf reifere Herren im Sonntagsstaat und eher konservative Kritiker liefen neben progressiven Gewerkschaftern durch die Frankfurter Innenstadt. Und dann gab es da auch noch dieses chaotische Geschwader, die Antifa, bestehend aus einem schwarzen Block vieler junger Männer und Frauen, die kaum ihrem Kinderzimmer entschlüpft schienen. Unter ihnen tummelten sich allerdings auch eine ganze Menge älterer Zeitgenossen. Zusammen liefen sie in einem rechteckigen Karree, das sie seitlich mit ziemlich lieblos besprühten Stoffspruchbändern zu den anderen Teilnehmern abgrenzten. In dieser Blockexklusivität leisteten sie ihren seltsamen Beitrag gegen Ceta.

Dabei fielen sie im Vergleich zu den anderen Teilnehmern hörbar aus dem Rahmen; sie wirkten fast so, als hätten sie den Bus zur falschen Veranstaltung genommen, skandierten simplifizierende, ja teils auch vollkommen sinnlose Parolen und jubelten jedem Außenstehenden im fraternisierenden Brustton zu, der es ihnen in derselben Undifferenziertheit gleichtat. Durch die Straßen hallten beständig ihre obligatorischen Schlachtenrufe. Obwohl es an diesem Tag nicht gegen Neonazis ging, sondern gegen die Absichten global agierender Konzerne und ihrer politischen Steigbügelhalter, pressten sie ihr Standardrepertoire, das übliche Repetitio aus "Alerta, Alerta Antifascista!", "Nazis raus!" und "Rassismus raus aus den Köpfen!" aus ihren Kehlen.

Irgendwo dann am Sachsenhäuser Ufer hissten unbekannte Meinungsfreudige ein Banner ans oberste Stockwerk eines höherstöckigen Gebäudes, auf dem zu lesen war "Wahren Handel gibt es nur im Kommunismus". Die in Schwarztönen gehüllte Gemeinde honorierte das mit anerkennenden Freudenrufen. Plötzlich war da ein Juchzen. Ganz wie Schlachtenbummler, die auf dem Weg in den Fanblock sind. Man spürte deutlich, die waren ganz in ihrem Element. Zwei männliche Gewerkschafter, die wie ich in der Nähe des Blocks ihren Platz im Lindwurm des Protests gefunden hatten, wechselten daraufhin kopfschüttelnd und verlegen grinsend die Position. Das sei nicht ganz ihre Klientel, entschuldigten sie sich hilflos lächelnd, als sie zwecks Neuorientierung scharf ausscherten und mir beinahe auf den Fuß stiegen.

Wie den beiden Männern ergeht es wohl vielen Bürgern draußen in der Republik. Dummerweise setzen viele der Irritierten die politische Linke mit diesen ganz besonderen Zeitgenossen des linken Spektrums gleich. Was nicht verwunderlich ist, denn obgleich diese recht speziellen Linken ganz sicher nicht die Mehrheit ausmachen, schreien doch ausgerechnet sie so laut wie niemand sonst links des Mainstreams. Ihnen geht es dabei freilich primär um die Erlangung der Deutungshoheit innerhalb des linken Diskurses. Sie bewegen sich intellektuell allerdings mehr oder minder wechselweise zwischen Vergangenheit und idealistischen Topoi - ihr Duktus und ihre soziologischen Betrachtungsweisen belegen jedenfalls, dass dem so ist.

Es ist fast schon stringent, dass der angeblich so viel gerechtere Kommunismus, den sie auf Spruchbändern an Häuserfassaden zu ihrer Freude erspähen, immer noch The

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