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Deutschland verdummt Wie das Bildungssystem die Zukunft unserer Kinder verbaut von Winterhoff, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.05.2019
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus
eBook (ePUB)
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Deutschland verdummt

Bildung in Deutschland: eine Katastrophe. Kinder und Gesellschaft nehmen Schaden! Michael Winterhoff redet Klartext, zeigt anhand vieler Beispiele aus seiner langjährigen Praxis als Kinder- und Jugendpsychiater, aber auch aus zahlreichen Rückmeldungen zu seinen Büchern und Vorträgen, was heute in Kitas und Schulen falsch läuft - so falsch, dass in seinen Augen die Zukunft unserer Gesellschaft gefährdet ist. Leidtragende sind für ihn die Kinder, die man quasi sich selbst überlässt. Winterhoff verharrt nicht bei der Bestandsaufnahme und Analyse, er zeigt konkrete Lösungen und Maßnahmen auf und fordert u.a. eine groß angelegte Bildungsoffensive: Weg von Kompetenzorientierung und den unfreiwillig zu Lernbegleitern degradierten Lehrern, hin zu echter Bildung und Pädagogen, die den Kindern wieder ein Gegenüber sein dürfen. Denn nur die Orientierung an Bezugspersonen ermöglicht die Entwicklung von emotionaler und sozialer Psyche. Die aktuelle Bildungskatastrophe: Michael Winterhoff redet Klartext Konkrete Lösungsvorschläge und Wege aus der Misere Erschütternde Insiderberichte aus Kita und Schule Der aufrüttelnde Appell des renommierten Kinder- und Jugendpsychiaters Dr. Michael Winterhoff, geboren 1955, Dr. med., ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Psychotherapie in Bonn. In seinen bisherigen sehr erfolgreichen Büchern analysiert er gesellschaftliche Entwicklungen mit Schwerpunkt auf den gravierenden Folgen veränderter Eltern-Kind-Beziehungen für die psychische Reifeentwicklung junger Menschen und bietet Wege aus diesen Beziehungsstörungen an. Winterhoff lebt und arbeitet in Bonn.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 20.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641240776
    Verlag: Gütersloher Verlagshaus
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Deutschland verdummt

Kapitel 2

ALLEIN GELASSEN IM KLASSENZIMM ER

Wie erlebt ein Grundschüler eigentlich seinen Schulalltag? Es hat sich viel geändert in den letzten zwei Jahrzehnten. In vielen Klassen gibt es keine festen Sitzordnungen mehr, in der Regel sind im Raum Tisch-Inseln verteilt, an denen die Kinder wahlweise Einzel- oder Gruppenarbeit machen können. Hat sich die Schulleitung ins Zeug gelegt, laden in den Ecken Schaukelstühle oder Sitzsäcke zum Ausruhen oder Hören einer Lern-CD ein. Ein immer wiederkehrendes Bild in Videos, die von Schulen zu Werbezwecken ins Netz gestellt werden, sind auch Kinder, die auf den Tischen sitzen oder auf Puschel-Teppichen liegen - die Botschaft lautet: Bei uns fühlen sich die Schüler wohl. An den Wänden sind Regale und Ablagekörbe mit Lernmaterialien, Stiften, Scheren, Kleber usw. aufgereiht, die den Kindern zur freien Verfügung stehen. Alles ist bereit für das "autonome Lernen" - die Kinder bedienen sich zum Beispiel bei den Ordnern mit Arbeitsblättern und den Stapeln laminierter Lernkarten, auf deren Rückseiten die Lösungen zum Nachschauen stehen. Wenn die Digitalisierung des Klassenzimmers schon Einzug gehalten hat, können sich die Schüler auch ein Tablet nehmen, auf dem sie recherchieren, Videos anschauen oder sich durch Lernstrecken klicken können.

Schon dieser kurze Blick in einen Klassenraum macht deutlich, dass der Lehrer nicht mehr im Zentrum des Geschehens steht; aus dem lehrerzentrierten Unterricht ist ein schülerzentrierter Unterricht geworden (eigentlich müsste er materialzentriert heißen). Dass hinter dieser Entwicklung die Anschauung von einem Kind steckt, das die Erwachsenen nur in untergeordneten Hilfsdiensten nötig hat, weil es ja selbst schon ein kleiner Erwachsener ist und deshalb autonom lernen kann, habe ich im vorangegangenen Kapitel gezeigt. Nun geht es darum, mit welcher geradezu unheimlichen Konsequenz die Bildungsideologen diese an der Natur des Kindes völlig vorbeizielende Idee des schülerzentrierten, "offenen" Unterrichts mit aller Macht vorantreiben. Das von der "Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen" herausgegebene Methodenblatt zur "Lerntheke" macht die Marschrichtung klar:

"Die Schüler/innen erwerben in Eigenverantwortung Lerninhalte, die sie an der zentral aufgebauten Lerntheke ihren Kenntnissen entsprechend aussuchen, bearbeiten und auswerten. Die Auswahl und die Reihenfolge legen sie selbstständig fest." 6

Das Methodenblatt macht klar, dass auch die " selbstständige Auswertung der Ergebnisse durch die Schüler/innen anhand von Lösungsvorschlägen" gewünscht ist. Und unter der Rubrik "Möglichkeiten individueller Förderung" fasst das Methodenblatt zusammen, was die Lerntheke den Schülern in dieser Hinsicht alles bietet:

- Ihnen steht das gesamte Arbeitsmaterial zur Verfügung, aus dem sie sich bedienen können.
- Je nach eigener Einschätzung wählen sie leichtere oder schwerere Aufgabenstellungen aus; wer sich überschätzt hat, wechselt zu der leichteren Variante.
- Indem sich die Kinder selbst kontrollieren, erkennen sie, wo noch Kompetenzlücken bestehen; im Methodenblatt ist das wie folgt ausgedrückt: " Selbstkontrolle fördert Selbsteinsicht und Verantwortung bzgl. persönlicher Kompetenzen und des Bedarfs ihrer Optimierung. "
Man könnte fast meinen, es wäre von selbstlernender Künstlicher Intelligenz die Rede und nicht von Kindern. Was ebenfalls auffällt: Der Lehrer kommt in dem Arrangement kaum noch vor. Er ist nur noch als sogenannter Lernbegleiter vorgesehen, der die Materialien bereitstellt, in ein neues Thema einführt und nur dann, wenn sich ein Kind an ihn wendet, weil es so gar nicht mehr weiterweiß, in Erscheinung tritt. In einer Mail an mich beschrieb eine Gymnasiallehrerin aus Bayern ihre neue Rolle einmal treff

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