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Die Künstliche Intelligenz des Kapitals von Daum, Timo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.03.2019
  • Verlag: Edition Nautilus
eBook (ePUB)
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Die Künstliche Intelligenz des Kapitals

Ku?nstliche Intelligenz: eine Technologie, die von Tag zu Tag mehr in Massenprodukte einfließt und zum wichtigsten Markt im digitalen Kapitalismus wird. Doch was ist eigentlich Intelligenz, und ist das ein adäquater Begriff fu?r Software, deren Reaktionen wir intuitiv fu?r 'intelligent' halten und damit grosses Vertrauen schenken? Wie 'lernen' Algorithmen? Lassen sich ihre Schlussfolgerungen verstehen oder kontrollieren? Im politischen Kontext stellt sich die Frage, wem die Algorithmen und Daten, die Produktionsmittel der KI-Ökonomie, gehören, wer sie kontrolliert und wer die Verantwortung fu?r ihre Entscheidungen trägt. Wenn Ku?nstliche Intelligenz bei Kreditverträgen, Jobvergabe, der Höhe von Versicherungsbeiträgen und sogar bei der Rechtsprechung Einfluss nimmt, wenn Sprachassistenten unseren Alltag ständig begleiten, was bedeutet das fu?r den Einzelnen? Wenn globale Unternehmen mit KI Geld verdienen, was bedeutet das fu?r die Gesellschaft? Timo Daum liefert eine konzise linke Kritik mit politischen Perspektiven. Timo Daum arbeitet als Hochschullehrer in den Bereichen Online, Medien und Digitale Ökonomie. Er ist studierter Physiker und verfügt über zwei Jahrzehnte Berufserfahrung in der IT-Branche. Er veranstaltet Vorträge und Seminare zur Thematik des digitalen Kapitalismus. Sein Buch 'Das Kapital sind wir. Zur Kritik der digitalen Ökonomie' (2017) wurde mit dem Preis Das politische Buch 2018 der Friedrich-Ebert-Stiftung ausgezeichnet. Timo Daum lebt in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 04.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960541912
    Verlag: Edition Nautilus
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Die Künstliche Intelligenz des Kapitals

Kurze Geschichte einer kontroversen Disziplin

Die Geschichte der Künstlichen Intelligenz beginnt ein ganzes Jahrhundert bevor der Begriff überhaupt erfunden werden wird. Der Industrielle, Nationalökonom und Erfinder Charles Babbage hatte sich im dampfbetriebenen industriekapitalistischen England daran gemacht, eine vollautomatische Rechenmaschine zu bauen, die Analytical Engine . Sie wies bereits alle wesentlichen Elemente moderner Computer auf: Eingabe, Ausgabe, Programmspeicher und -steuerung. Babbages 30 Meter langes mechanisches Monstrum, das der erste Computer der Welt hätte werden können, erblickte jedoch nie das Licht der Welt.

Die Erste, die eine schier unendliche Anwendungsvielfalt analytischer Maschinen erahnte, war Babbages Assistentin Lady Ada Lovelace. Sie sah voraus, dass solche Automaten zu deutlich mehr in der Lage wären, als reine Zahlen zu verarbeiten. Die deterministischen Automaten, über die Ada Lovelace nachdachte - es dauerte schließlich noch fast ein Jahrhundert, bis der erste funktionsfähige Computer von Konrad Zuse im elterlichen Wohnzimmer im Berlin-Kreuzberg des Jahres 1937 in Betrieb genommen wurde - könnten allerdings nicht über das in sie Hineinprogrammierte hinaus selbstständig denken. In ihren Anmerkungen zu Babbages nie fertiggestelltem Rechenautomaten schreibt die junge Engländerin 1843: "Die Maschine ist kein denkendes Wesen, sondern lediglich ein Automat, der nach Gesetzen handelt, die ihm auferlegt wurden." 1 Dieser Satz kann - zumindest aus informatischer Sicht - gut und gerne als erster Kommentar zur KI-Thematik in der gesamten Menschheitsgeschichte gelten.
Können Maschinen denken?

Dieser Frage widmete sich Alan Turing in seinem bahnbrechenden und darüber hinaus höchst amüsant zu lesenden Essay "Rechenmaschinen und Intelligenz" aus dem Jahre 1950. Aber was ist überhaupt Denken, und was ist eine Maschine? Er schreibt: "Man könnte diese Definition so formulieren, dass sie so weit wie möglich den allgemeinen Sprachgebrauch wiedergibt, aber diese Einstellung ist gefährlich." 2 Legten wir bei ihrer Definition die landläufige Verwendung zugrunde, argumentiert er, könnten wir die Antwort auf die Frage ebenso gut einer Meinungsumfrage überlassen. Das hält Turing allerdings für absurd, weil die Begriffe Maschine und Denken an sich schon so dehnbar seien, dass mehr als eine rein akademische Diskussion nicht zu erwarten sei. Stattdessen schlägt er vor, die Frage durch eine andere zu ersetzen. Turing verwirft den Versuch einer Definition und schlägt stattdessen ein Imitationsspiel vor, das ein eindeutiges Ergebnis liefern können soll auf die Frage, ob eine Maschine intelligent sei oder nicht: den berühmten Turing-Test der Künstlichen Intelligenz.

"Die neue Form des Problems lässt sich in Form eines Spiels beschreiben, das wir das 'Imitationsspiel' 3 nennen. Es wird von drei Personen gespielt, einem Mann (A), einer Frau (B) und einem Fragesteller (C), der beiderlei Geschlechts sein kann." 4 Die beiden Versuchspersonen A und B sowie der/die Fragenstellerin C sind voneinander isoliert, diese können mit jenem nur indirekt über Tastatur und Displays kommunizieren, sodass C nur auf dem Display dargestellte (Sprach)-Antworten der Testpersonen zu Gesicht bekommt. Das Imitationsspiel besteht nun darin, dass A so tun muss, als sei er eine Frau. In einer Art Travestie muss er C erfolgreich hinters Licht führen, das Verhalten einer Frau perfekt imitieren oder vielmehr der bei C existierenden Erwartung, wie sich eine Frau verhält, bestmöglich entsprechen. B wiederum muss ebenfalls versuchen, C von ihrer weiblichen Identität, also von der Wahrheit zu überzeugen. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Der homosexuelle Alan Turing schlägt eine Art queeres Quiz vor. Wer den Test besteht, wer also hinreichend oft bzw. statist

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