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Die Stadt der Zukunft Wie wir leben wollen von Kaltenbrunner, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.11.2018
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Die Stadt der Zukunft

'Es gibt kein Leben, in dem nicht eine Stadt eine Rolle spielt.' Karen Blixen. Städte zeigen unsere Sehnsüchte und unsere Zerrissenheit wie durch ein Brennglas. Auf engstem Raum treffen sich Menschen und Ideen, existieren die mannigfachsten Lebensstile nebeneinander. Jung oder alt, modern oder traditionell - die Stadt ist ein soziokulturelles System, in dem sich die Themen unserer Zeit spiegeln: Von Gentrifizierung, Migration, Verödung der Innenstädte bis zum urban gardening, weltweitem Bauboom und den Auswirkungen des globalen Klimawandels. Das Stadtleben motiviert, es polarisiert aber auch. Wie sieht sie aus, die Stadt von Morgen? Wie werden wir in und mit ihr leben? Das Autorenduo zeichnet ein spannendes Mosaik der Stadt und ruft dazu auf, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Robert Kaltenbrunner, Architekt und Stadtplaner, hat es einst aus der tiefsten ostbayrischen Provinz nach Berlin verschlagen, wo er das Großstadtleben mühsam, aber von der Pike auf lernen musste. Er schreibt regelmäßig zu Architektur- und Stadtthemen, u. a. für die Frankfurter Allgemeine und die Neue Zürcher Zeitung. Er ist promoviert und arbeitet in leitender Funktion beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 09.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841216045
    Verlag: Aufbau Verlag
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Die Stadt der Zukunft

Einleitung

"Es gibt kein Leben, in dem nicht eine Stadt eine Rolle spielt", notierte die Schriftstellerin Karen Blixen, "und es macht wenig aus, ob man ihr wohl oder übel gesinnt ist, sie zieht die Gedanken an sich nach einem geistigen Gesetz der Schwere." Wir halten diesen im Roman Jenseits von Afrika versteckten Satz für so hellsichtig wie maßgebend. Tatsächlich ist die Stadt der Seismograph einer Gesellschaft. Ob nun Babylon, als das Symbol der Sprachverwirrung und der uneinholbaren Perspektivendifferenz, oder das himmlische Jerusalem als der Ort, an dem die Einheit der Verheißung gestiftet wird: Stets waren es Städte, in denen die entscheidenden Entwicklungen ihren Ausgang hatten und auch kumulierten. Folgerichtig ist der Weltengang bis heute durch das ewige Ringen um eine stadtnahe Gesellschaft bestimmt - wo schon im Begriff des Politischen das Städtische der polis unverrückbar im Mittelpunkt steht. Insofern offenbaren sich Städte als Laboratorien der Moderne, als die Orte, an denen sich die funktional ausdifferenzierten Zentren der Gesellschaft - Ökonomie, Politik, Recht, Religion, Bildung, Kunst und Wissenschaft - begegnen und aufeinander bezogen werden. In städtischen Räumen verdichten sich also gesellschaftliche Strukturen, Differenzierungen und Routinen an einem Ort. Und ja, letztlich sind Städte auch Orte, an denen sich dem sensiblen Beobachter in amüsanten, verwirrenden und lyrischen Episoden ein ganz eigener Blick auf das Leben eröffnet. Hier spielt die Musik des Zufalls eine leise wie unverzichtbare Hauptrolle, wie sie Paul Auster in seinem breiten schriftstellerischen Wirken kunstvoll arrangiert. "Die [mit der Stadt] verbundenen Erscheinungen sind Zufall, Gleichzeitigkeit, Bilokation und andere Dinge, die das Metaphysische streifen, aber man denkt dabei auch an Chiffren, Spiele, Aufführungen, spontane Darbietungen auf dem Bürgersteig - die Insiderscherze der Großstadt. Scheinbar zufällige Elemente sind wie durch Tunnel oder Gassen miteinander verbunden." 1 So entstehen fernab jeder Theorie und Planung urbane Wirklichkeiten und Gefühlslagen, die das Menschsein immer wieder aufs Neue mit der Stadt verbinden.

Kultur und Unkultur, das Seelenleben ganzer Völker ebenso wie Wunden und Rehabilitationen machen wir häufig an den Namen von Orten fest. Wie die große Historie lassen sich aber auch Familiengeschichten und Einzelschicksale mit den Städten der Welt verbinden. Die europäische Stadt - Abbild von Errungenschaften ohnegleichen, aber auch von Irrungen und Wirrungen des Kontinents: Athen, Rom, London, Paris, Madrid, Lissabon, Wien, Budapest, Moskau, Warschau, Prag. Chemnitz, Karl-Marx-Stadt und dann wieder Chemnitz. Sankt Petersburg, Leningrad, wieder Sankt Petersburg. Oder das schillernde Venedig - La Serenissima. Konstantinopel, seit 1876 Istanbul, gegründet 660 v. Chr. - Stadt auf zwei Kontinenten. Ferne Städte, zu denen wir hier im Westen eine hochemotionale, zugleich kaum sachkundige Verbindung spüren - Hiroshima, Nagasaki, Fukushima. New York vor und nach 9/11, New Orleans oder, räumlich näher, Srebrenica, Aleppo.

Schon diese Aufzählung macht deutlich, dass wir das Leben in den Städten nicht mehr als rein lokales oder regionales Problem begreifen dürfen. Die Großstädte sind die Zentren der globalen Wirtschaft. Zugleich rückt im Stadtdiskurs der jüngeren Zeit die Rolle der Migration in den Fokus. Weltweit sind Millionen Menschen auf grenzüberschreitender Wanderung, eine Zahl, die von den Massen der Binnenwanderer noch weit übertroffen wird. In den Entwicklungsländern schreitet die Urbanisierung so rasch voran, dass sich die Zahl der Megastädte mit mehr als fünf Millionen Einwohnern in Afrika, Asien und Lateinamerika dramatisch erhöht hat. Das tatsächliche Drama der Urbanisierung findet in den Entwicklungen in Europa kaum Anknüpfungspunkte, wenngleich die Globalisierung die für uns so gemütlich

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