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Die Zukunft der Rebellion Eine Anleitung von White, Micah (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.05.2018
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Die Zukunft der Rebellion

'Nahezu alles Gute in dieser Welt ist das Ergebnis von Protesten und harten Kämpfen.' Micah White. Micah White, Mitbegründer von Occupy Wall Street, schreibt schonungslos selbstkritisch über seine Zeit in der aktiven Protestszene und zieht eine Bilanz der internationalen Protestgeschichte. Dabei stellt er fest: Protest allein kann Regierungen weder zum Zuhören noch zum Handeln zwingen. Wir brauchen eine neue Form der Rebellion. Wie das funktionieren kann, beschreibt Micah White rasant und eindrucksvoll in seinem Buch. Er liefert konkrete Strategien und Taktiken für eine erfolgreiche, weltweite Revolution. Seine Anleitung ist ein leidenschaftlicher Appell an alle Aktivisten der Zukunft. 'Micah White ist ein Stratege, eine neue Art Revolutionär.' Andy Merryfield. 'Viele Bücher sagen uns, warum wir protestieren sollen, dieses Buch sagt uns, wie.' J.B. MacKinnon.

Micah White hat die Bewegung Occupy Wall Street mitgegründet. Er blickt auf über zwanzig Jahre innovativen Aktivismus zurück. Seine Essays und Interviews werden weltweit veröffentlicht. The New Yorker nannte ihn einen der einflussreichsten jungen Denker der heutigen Zeit. Micah White lebt mit Frau und Tochter in einer Kleinstadt an der Küste von Oregon

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 18.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841214614
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Originaltitel: The End of Protest
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Die Zukunft der Rebellion

"In jeder Kriegsführung spielt das Unberechenbare eine große Rolle, der Zufall, und die Beherrschung dieses dunklen Elements der Ungewissheit durch Entschlossenheit ist eine der wesentlichsten Eigenschaften des Feldherrn."

Hans Delbrück, Geschichte der Kriegskunst , Bd. 4, Neuzeit, 1920
Die Entstehung von Occupy

Mehrere Jahre vor Occupy Wall Street wurden bei zunehmenden Protesten überall in der Welt mehr Demokratie, mehr wirtschaftliche Gleichheit und politische Repräsentation gefordert. Der Zusammenbruch des globalen Finanzsystems und das darauffolgende Ansteigen der Lebensmittelpreise aufgrund von Missernten, zum Teil verursacht durch den Klimawandel, ließen die Zahl der Proteste gegen erkennbare Missstände und mit konkreten Forderungen heftig in die Höhe schnellen. Sie wuchs von 59 im Jahre 2006 auf 80 im Jahre 2008 und auf 153 im Jahre 2011 an. In diesem Jahr wurde Occupy geboren. 4 Auch der Umfang des Geschehens nahm dramatisch zu. Es kam zu den mächtigsten Protestaktionen in der Geschichte der Menschheit: Von 2006 bis 2013 fanden 37 Demonstrationen mit über einer Million Teilnehmer statt. 2010 protestierten allein in Frankreich 3,5 Millionen Menschen gegen die Erhöhung des Renteneintrittsalters. In Portugal gingen beim ersten Generalstreik seit 22 Jahren 3 Millionen gegen die Sparpolitik der Regierung auf die Straße. Zu gewaltigen Protestaktionen kam es in Brasilien. Und überwältigende 100 Millionen Arbeiter traten am 20. Februar 2013 in Indien für niedrigere Preise, mehr Arbeitsplätze, höhere Investitionen im staatlichen Sektor und bessere Arbeiterrechte in den Streik.

Der Zyklus der Revolten, die schließlich zu Occupy Wall Street führten, begann am 17. Dezember 2010 in Tunesien, wo der 26-jährige Straßenhändler Mohamed Bouazizi sich selbst anzündete, um gegen das demütigende Vorgehen eines Polizisten zu protestieren, der seinen Obstwagen beschlagnahmt hatte. Danach war Bouazizi zum Sitz des Gouverneurs gegangen, um von ihm die Herausgabe seiner Ware zu verlangen. Als der es ablehnte, mit ihm zu sprechen, übergoss sich der junge Mann auf der Straße mit Benzin und setzte sich in Brand. Dabei rief er: "Wie, meinen Sie, soll ich meinen Lebensunterhalt verdienen?" Der politische Selbstmord entfachte den aufgestauten Zorn des tunesischen Volkes. Dieses litt unter einem Regime, das laut eines Berichts des US State Department "die Justiz einsetzt, um durch Einschüchterung, Strafverfahren, willkürliche Festnahmen, Aufenthaltsbeschränkungen und Verkehrskontrollen jede Kritik im Keim zu ersticken". 5 Bouazizis Tod hatte sofort überall im Land große Demonstrationen zur Folge, die das autokratische Regime von Ben Ali zu Fall brachten. Das löste den Arabischen Frühling aus, der auf Algerien, Ägypten, Jemen, Bahrein, Libyen und fast alle arabischen Staaten übergriff.

Bouazizis Selbstverbrennung inspirierte Aktivisten in Algerien und Mauretanien, die ihren Widerstand auf die gleiche dramatische Weise zum Ausdruck brachten. Am 18. Januar 2011 erreichte der Arabische Frühling Kairo, wo sich ein Ägypter vor dem Parlamentsgebäude in Brand steckte. Fünf weitere derartige Versuche folgten. Eine Woche später versammelten sich auf dem Tahrir-(Befreiungs-)Platz vor dem Mogamma, dem riesigen Gebäudekomplex der Zentralverwaltung des Landes, Zehntausende Ägypter zu einem "Tag des Zorns" gegen Polizeigewalt und 30 Jahre Unterdrückung durch das Regime von Hosni Mubarak. Ich habe in den Jahren vor dieser Erhebung mehrere Monate lang in der Nähe des Tahrir-Platzes gewohnt. Ich erinnerte mich daran, wie brutal die Polizei damals agierte. Als ich nun die Bilder von den Protestierenden sah, die die Straßen füllten, war mir sofort klar, dass es sich hier um eine revolutionäre Situation von historischem Ausmaß handelte. Auf dem Tahrir-Platz wurde ein Pro-Demokratie-Lager errichtet. Die Welt sah zu, wie einfache Leute öffent

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