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Digitale Intelligenz Warum die Generation Smartphone kein Problem, sondern unsere Rettung ist von Gonsch, Verena (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.11.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Digitale Intelligenz

Für viele Eltern ist die Beschäftigung ihres Kindes mit der digitalen Welt ein rotes Tuch und Ursache nerviger Streits am Familientisch. Doch damit verbauen wir unseren Kindern essenzielle Zukunftsmöglichkeiten. Denn für sie ist es immens wichtig, den digitalen Wandel zu erleben und aktiv mitzugestalten. Das Buch von Verena Gonsch und Till Raether zeigt, dass wir in die digitale Welt unserer Kinder eintauchen müssen, um sie besser zu verstehen. Und wir müssen begreifen, in welchen Bereichen die Digitalisierung unser Leben positiv verändern wird. Es ist unsere Pflicht unsere Kinder für die kommenden Herausforderungen fit zu machen, sonst bleiben sie auf der Strecke und Deutschland gleich mit. Verena Gonsch, geboren 1966, arbeitet als Redakteurin bei NDR Info und kümmert sich dort um gesellschaftspolitische Trends. Sie hat einen 14jährigen Digital Native zuhause, und der programmiert ihr längst nicht mehr nur die Klingeltöne für ihr Smartphone, sondern führt sie in die Welt des Gaming ein. Als Europakorrespondentin in Brüssel hat sie jahrelang gemerkt, wie lässig andere Länder mit der digitalen Welt sind und wie kompliziert wir Deutschen da sind. Sie ist ausgebildet als systemischer Coach und outet sich auch bei Elternabend und Müttergesprächen gerne als streitbare Gamingexpertin. Als Medienprofi moderiert sie regelmäßig Radiosendungen und öffentliche Veranstaltungen. Till Raether, geboren 1969, arbeitet als freier Journalist in Hamburg, unter anderem für Brigitte, Brigitte Woman und das SZ-Magazin. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht; sein Krimi 'Treibland' wurde für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 24.11.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732550319
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Digitale Intelligenz
    Größe: 1324 kBytes
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Digitale Intelligenz

1. Ein Mythos auf dem Prüfstand - Warum Computerspiele besser sind als ihr Ruf

Donnerstagvormittag an Hamburgs Uniklinik, dem UKE . Das Wartezimmer von Michael Schulte-Markwort, einem der renommiertesten Jugendpsychiater des Landes, ist voll. Einmal in der Woche hört sich der 62-jährige Professor die Probleme der Kinder und ihrer Eltern an. Es geht oft um Schule, Leistung, die Verzweiflung der Eltern, und ganz oft geht es - zumindest bei den Jungen - um Computerspiele. Michael Schulte-Markwort reagiert dann meist gar nicht so, wie es die Erwachsenen erwarten. Er schlägt nicht die Hände über dem Kopf zusammen, spricht nicht von Computersucht und empfiehlt weder Zeitschaltuhren und Verbote noch die Anmeldung bei den Pfadfindern. Nein, Computerspiele sind für ihn ein Teil der Moderne.

Er erinnert die Eltern an Zeiten, in denen sie glücklich waren, wenn sie ihre Kinder nach der Geburt möglichst lange von Süßigkeiten fernhalten konnten. Dies habe allerdings regelmäßig dazu geführt, dass sich diese Kinder auf den ersten Kindergeburtstagen bei anderen Familien wie ausgehungert auf Schokolade und Bonbons gestürzt haben und völlig auf Süßes fixiert waren. Andere Generationen durften auf keinen Fall fernsehen und wurden mit 20, kaum dass sie von zu Hause ausgezogen waren, zu TV -Junkies. Sie verschlangen eine Serie nach der anderen und brauchten Jahre, um sich davon zu erholen. Und wieder andere - Jahrzehnte zuvor - bekamen mahnende Worte zu hören, wenn sie zu lange gelesen haben. "Du verdirbst dir noch die Augen", hieß es dann. Und: "Geh doch mal raus, spielen." In den 1970er Jahren fanden viele Eltern sogar die Carrera-Bahn zu modern im Vergleich zur guten alten BRIO -Eisenbahn. Monopoly galt als kapitalistisch und asozial, weil man sich da bereichert und Dagobert Duck spielt.

"Das lässt sich doch gar nicht vergleichen", sagen viele Eltern von heute: "Kinder, die gamen, werden dumm und dick, bekommen eine schlechte Haltung, eine schlechte Haut, sind unkreativ und werden in sozialen Netzwerken gemobbt."

Das stimmt nicht, sagt zumindest Michael Schulte-Markwort. Er findet, dass man das so pauschal nicht sagen könne, und viele andere Experten geben ihm Recht. Es finden sich keinerlei Hinweise darauf, dass die Kids von heute beziehungsgestörter geworden sind. Im Gegenteil: Der Hamburger Psychiater hält sie für sozial kompetenter als frühere Generationen. Wenn er vor 20 Jahren Eltern und Kind ins Behandlungszimmer rief, redeten ausschließlich Mutter oder Vater. Heutzutage können auch jüngere Kinder sehr gut ausdrücken, was mit ihnen los ist. Das hat natürlich nur bedingt etwas mit der digitalen Welt zu tun. Hier zahlt sich die Erziehung auf Augenhöhe aus, die viele Kinder und Jugendliche in den Schulen und im Elternhaus erleben.

Schulte-Markwort rät den Eltern, sich einen Zettel an den Kühlschrank zu pappen, auf dem steht: "Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass die Kinder durch die Benutzung digitaler Medien dümmer werden oder in der Schule schlechter abschneiden!" Allein das kann schon entlasten und zum Familienfrieden beitragen.

Diesen Satz unterschreibt übrigens auch der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung. Die heutigen Kinder und Jugendlichen lesen und schreiben deutlich mehr als frühere Generationen - auch wenn sie nur noch selten in 300-Seiten-Wälzern schmökern. Es gibt kaum noch Analphabeten in dieser Altersgruppe. Analphabeten gibt es heutzutage vor allem unter den Menschen mit Migrationshintergrund, die spät die deutsche Sprache gelernt haben, sowie bei Menschen in der Generation 80plus, die kriegsbedingt keinen Schulabschluss gemacht haben.

Der Jugendpsychiater weiß die Bildungschancen des Internets zu würdigen. Er meint: Die Kinder müssten lernen, die digitalen Medien in ihr Leben zu integrieren. Sie aus dem Alltag zu verbannen sei unvorstellbar. Und weil das Smartphone zum Alltag seiner Klienten gehört, bietet

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