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Du sollst den Wähler für dumm verkaufen Die 10 ungeschriebenen Gebote der Politik von Goettges, Ulf C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.06.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Du sollst den Wähler für dumm verkaufen

Mobbing, Bestechlichkeit, Beschlüsse nach Parteiräson und immer wieder Polemik statt Sachverstand: Das Ansehen der Politik ist miserabel. Eine junge Abgeordnete sagt: 'Wenn die Menschen wüssten, was wirklich in der Politik gespielt wird, gäbe es eine Revolution.' Viele Insider haben ähnlich ernüchternde Erfahrungen gemacht, sie packen hier aus. Die Politikexperten Ulf C. Goettges und Martin Häusler machen die ungeschriebenen Regeln des Politikbetriebs in 10 empörenden Geboten öffentlich und reden Klartext über unsere Volksvertreter. Doch sie machen auch Vorschläge zur Erneuerung - ein unverzichtbares Buch für jeden Politik-Interessierten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 238
    Erscheinungsdatum: 21.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838746593
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1365 kBytes
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Du sollst den Wähler für dumm verkaufen

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Du sollst dir einen Clan suchen - ohne Seilschaft stürzt du ab!

Der 5. Mai 2005, Rottach-Egern, leicht bewölkter Himmel. Das Sofitel-Dorint-Hotel ist hermetisch abgeriegelt. Schwarze Luxuslimousinen bahnen sich den Weg durch die beschauliche Kleinstadt am Tegernsee. Überall Sicherheitspersonal und Polizei. Spaziergänger stehen staunend am Straßenrand. Sie erkennen ihre Heimatgemeinde kaum wieder, selbst der Bürgermeister ist überrascht. Ein seltener Anblick auch auf dem Tegernsee selbst, an dessen Ufer das Hotel liegt: Ein Polizeiboot zieht hier seine Kreise.1

Wer als Hotelpersonal Zutritt zu dem abgeriegelten Terrain hat, erfährt zumindest, wer den Luxuskarossen entsteigt: ausschließlich hochrangige Politiker, Staatsoberhäupter, Finanzchefs und Manager. Paul Wolfowitz, Chef der Weltbank, Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank, Timothy Geithner, Chef der Federal Reserve Bank, Peter Sutherland und Peter Weinberg, Bosse bei Goldman Sachs, Bank-Ikone David Rockefeller, dazu die Chefs von Shell und BP , sogar ein David Byrne, Sondergesandter der Weltgesundheitsorganisation für globale übertragbare Krankheiten, dazu die holländische Königin Beatrix. Unter den mehr als einhundert Honoratioren findet sich auch eine lange Phalanx deutscher Gäste: Josef Ackermann, Matthias Döpfner, Jürgen Schrempp, Hilmar Kopper, Klaus Kleinfeld, Klaus Zumwinkel, Otto Schily, Friedbert Pflüger, Matthias Wissmann und - Angela Merkel.

Die CDU -Vorsitzende, damals noch nicht Kanzlerin, ist zum ersten Mal zu dieser hochgeheimen Veranstaltung eingeladen. Eine Ehre? Möglicherweise. Wurde die deutsche Oppositionsführerin bei dem Treffen laut Ohrenzeugenberichten doch schon als neue deutsche Regierungschefin angesprochen. Wie bitte?

Zur Erinnerung: Wir haben Mai 2005. Bundeskanzler ist zu diesem Zeitpunkt noch Gerhard Schröder. Erst im Juli wird er aufgrund der negativ beantworteten Vertrauensfrage zurücktreten. Er soll im Kongresshotel zwar gesehen worden sein - Spötter meinen, als Grüßaugust. Auf der Gästeliste des internationalen Events steht er nicht ...

Was war das für ein merkwürdiger Gipfel dort am Ufer des Tegernsees, über den man in Rottach-Egern noch lange gesprochen hat, in der Publikumspresse aber so gut wie gar nichts lesen konnte? Heute ist die Antwort einfach: Vier Tage lang hat dort eine der sagenumwobenen Bilderberg-Konferenzen stattgefunden. Was dort exakt besprochen wurde, blieb wie stets im Dunkeln. Die Vermutungen allerdings wären Stoff für Politthriller mit Bestsellerpotenzial.

Aber Halt! Bilderberg? Was soll das sein? Die Bilderberg-Konferenz fand das erste Mal 1954 auf Einladung des niederländischen Prinzgemahls Bernhard im Bilderberg-Hotel in Oosterbeek bei Arnheim statt. Daher der Name. Damals trafen sich die 80 mächtigsten Männer der Welt. Sie spielten nicht Golf, und sie zechten nicht, sie besprachen Entscheidungen über die Zukunft der Welt. Seitdem trifft sich eine Seilschaft aus inzwischen 120 zum Teil wechselnden Mitgliedern und Gästen jedes Jahr an einem anderen möglichst geheimen und streng bewachten Ort. Vertreter von Königshäusern, Bankiers aus den Häusern Rothschild oder Rockefeller, politische und militärische Strategen aus den NATO -Staaten, journalistische Führungskräfte westlicher Leitmedien.

Offiziell werden die Bilderberg-Konferenzen als "informelle private Treffen von Funktionseliten"2 bezeichnet, um die USA und Europa stärker aneinanderzubinden. Hans-Jürgen Krysmanski, emeritierter Soziologieprofessor, der seit Jahrzehnten die globalen Machtstrukturen erforscht, hält jedoch dagegen und sagt: "Alles, was mit politisch relevanten Inhalten und Diskussionen und Entscheidungen zu tun hat, ob das in vertraulichen Beratungen erfolgt oder im Parlament selber, kann niemals privat sein und ist immer irgendwie öffentlich."3 Der Münchner Mediensoziologe und Pub

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