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Freiheit gehört nicht nur den Reichen Plädoyer für einen zeitgemäßen Liberalismus von Herzog, Lisa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.02.2014
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Freiheit gehört nicht nur den Reichen

Freiheit ist mehr als die Freiheit zu wirtschaften. Dieses Buch stellt dar, wie Liberalismus heute gedacht werden muss, damit er nicht im Widerspruch zu Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und einem gelingenden Leben steht. Freiheit, so das Plädoyer, muss vielschichtiger verstanden werden, um zu sehen, welche Rolle Märkte für eine gute Gesellschaft spielen können. Jenseits des politischen Schubladendenkens wird das Bild einer Gesellschaft entworfen, die allen Mitgliedern ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht und dabei mit den begrenzten Ressourcen der natürlichen Welt vereinbar ist. Das Buch führt in zentrale Themen der Ideengeschichte, Wirtschaftstheorie und Sozialphilosophie ein und legt die Denkmuster offen, die viele heutige Debatten prägen. Unter anderem geht es um die Frage nach einem realistischen Menschenbild jenseits des homo oeconomicus, um das Verhältnis negativer, positiver und republikanischer Freiheit und um die Frage, wie eine Politik aussehen kann, die sich auch jenseits des Wachstumszwangs an einem selbstbestimmten Leben für alle Menschen orientiert. Nicht zuletzt zeigt das Buch auf, wie mit einem zeitgemäßen Freiheits- und Menschenbild Märkte wieder in den Dienst einer gerechten Gesellschaft gestellt werden können.

Lisa Herzog hat Philosophie, Volkswirtschaftslehre, Politologie und Neuere Geschichte in München und Oxford studiert und in Oxford über Märkte und politische Theorie promoviert. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU München und der Universität St. Gallen und ist jetzt Postdoc am Institut für Sozialforschung und am Exzellenz Cluster "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 207
    Erscheinungsdatum: 12.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406659348
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 2557 kBytes
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Freiheit gehört nicht nur den Reichen

I.
Einleitung: Kann man heute noch liberal sein wollen?

Was hat "Liberalismus" mit "Freiheit" zu tun?

"Free at last!" Damit endet die berühmte Rede von Martin Luther King "I have a dream". Zahlreiche Songs wurden seitdem so genannt, und die Zahl der Gedichte, Lieder und Bilder, die allgemein von der Freiheit handeln, ist noch viel größer. Der Traum von einem freien Leben, ohne Zwang und Knechtschaft, ist so alt wie die Menschheit selbst. Was aber bedeutet es, im Deutschland des 21. Jahrhunderts ein freies Leben zu führen? "Frei" zu sein darin, was man tun oder lassen will? "Frei" von existenziellen Sorgen um die Zukunft zu sein? Genügend "freie" Zeit zu haben, um sich eigenen Interessen widmen zu können? "Frei" zu sein, sich politisch zu engagieren, oder auch, es bleiben zu lassen? Ein freies Leben hat viele Dimensionen, und ein wichtiger Aspekt von Freiheit ist gerade, dass jeder und jede Einzelne selbst entscheiden kann, wie er oder sie von diesen Dimensionen Gebrauch machen möchte.

In politischen Kontexten werden Ideen oder Maßnahmen, die sich auf Freiheit beziehen, mit dem Begriff "liberal" beschrieben – zumindest ist dies die ursprüngliche Bedeutung des Wortes. Was "liberale" Politik aber heute bedeuten kann und was sie mit einem "freien" Leben zu tun hat, ist alles andere als klar. In einem kulturellen Sinn meint"liberal" oft ganz allgemein eine gewisse Toleranz gegenüber den Weltanschauungen anderer Menschen. Vor allem aber galten in den letzten Jahren Positionen in der Wirtschaftspolitik als "liberal" – Märkte wurden "liberalisiert", Handelshemmnisse abgeschafft oder Steuern gesenkt. Fast alles, was dem Zurückfahren der Staatsquote diente, wurde in die Schublade "liberal" gesteckt. Insgesamt aber hat sich der Begriff verwässert. Befragt, was der Begriff "liberal" bedeutet, nennen Menschen in Deutschland eine ganze Reihe von Punkten: nicht nur die Verwirklichung von Freiheit, sondern zum Beispiel auch den Abbau von Einkommensunterschieden, die Einführung von Mindestlöhnen oder die Förderung junger Familien.[ 1 ] Was hat all dies damit zu tun, dass die Mitglieder einer Gesellschaft ein Leben führen können, das man als "frei" beschreiben würde?

Dieses Buch – ein "Essay" im ursprünglichen Sinne des "Versuchs" – ist ein Plädoyer dafür, "Liberalismus" wieder so zu verstehen, dass er sich an der Idee eines freien Lebens orientiert und diese als Grundlage der Politik sieht. Dabei möchte ich ein Verständnis des Liberalismus entwickeln, das der heutigen Welt gerecht wird. Den Vorschlag dazu nenne ich "komplexen Liberalismus". Er ist ein Plädoyer dafür, die Freiheit aller Menschen, ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben, als zentralen Wert der Moderne ernst zu nehmen, trotz all des Missbrauchs, der mit diesem Begriff getrieben wurde. Und er ist ein Plädoyer dafür, sich von alten Denkmustern zu verabschieden und beim Nachdenken über Freiheit neue Wege zu gehen. Denn sowohl das, was unter Freiheit verstanden wird, als auch die Wege zu einer freiheitlichen Gesellschaft müssen mehrdimensionaler gedacht werden, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Die zentralen Ideen des Liberalismus haben eine lange Geschichte, doch nicht alles, was im 18. oder 19. Jahrhundert dazu gedient hat, ein freies Leben zu ermöglichen, tut dies auch heute noch.

Im Mittelpunkt meiner Überlegungen steht die Frage danach, was ein zeitgemäßer Liberalismus für die wirtschaftliche Ordnung einer Gesellschaft bedeuten kann. &

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