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Future Love Die Zukunft von Liebe, Sex und Familie von Horx, Matthias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.06.2017
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
eBook (ePUB)
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Future Love

Die Familie der Zukunft - Wie wir lieben werden Wird es in naher Zukunft noch so etwas wie 'normale' Familien geben? Werden die Geschlechterrollen überflüssig? Zieht sich die Liebe immer mehr in den Cyberspace zurück, wo sich die Menschen mit virtuellen Partnern vergnügen? Wie sehen künftige Partnerschaften in der mobilen, individualisierten Gesellschaft aus? Mit seinem neuen Werk legt Matthias Horx das erste Buch vor, das sich aus Sicht der Trend- und Zukunftsforschung einem 'weichen' Thema wie der Liebe widmet. Er untersucht die Wandlungsprozesse in Familie, Liebe und Partnerschaft und entwickelt ein Panorama der kommenden Liebeskultur, das von der totalen Digitalisierung der Leidenschaft bis zur 'Liquid love' reicht, den wechselnden Partnerschaften in verschiedenen Abschnitten des Lebens. Im Zentrum steht die Frage, wie wir in Zukunft das Spannungsverhältnis zwischen individueller Selbstentwicklung und Sehnsucht nach Treue lösen. Matthias Horx, geboren 1955, ist der profilierteste und einflussreichste Zukunftsforscher im deutschsprachigen Raum und Autor vieler erfolgreicher Bücher. 1999 gründete er das Zukunftsinstitut, einen Prognose-Think-Tank, der heute zahlreiche europäische Unternehmen in allen Wirtschaftsbereichen berät. Seit 2007 ist er auch Dozent für Trend- und Zukunftsforschung an der Zeppelin-Universität, Friedrichshafen. Zuletzt erschien von ihm bei DVA Das Megatrend-Prinzip. Wie die Welt von morgen entsteht (2011).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 26.06.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641187842
    Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
    Größe: 5768 kBytes
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Future Love

Vorwort
Das letzte Zukunftsrätsel

Gibt es in der Zukunft eigentlich noch Familien?

In meinem Archiv utopischer Illustrationen stieß ich neulich auf dieses Bild aus den 60 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Es zeigt eine Traumfamilie der Zukunft. Der Himmel über dem runden Bungalow in Form eines gelandeten Ufos ist stahlblau, fast wie der Weltraum, es ist Winter. Eine transparente Folie überspannt einen Pool, trennt die Außenwelt von der Innenwelt. Ein Kind spielt im Schnee, dick eingepackt, das andere schaut von innen in der Badehose zu. Es ist eigentlich diese dünne Schutzhülle, die den futuristischen Aspekt der Hauses ausdrückt: die verblüffende Nähe der Gegensätze. Eine hauchdünne Hülle, die trotzdem schützt. Ansonsten sieht man weder spektakuläre Technik noch Roboter noch Raketenautos.

Nur Liebe und Zuneigung.

Archiv Horx

Vater und Mutter, schlank, fit, strahlend, jung, sind vollkommen entspannt. Die Frau pflegt die Pflanzen am Rand des Pools. Sie weiß, was sie tut, sie will es tun. Der Mann erholt sich von einer sinnvollen Arbeit. Er liegt auf einer Luftmatratze im Pool, die verdammt so aussieht wie eine billige, heutige Luftmatratze. Beide schauen lächelnd zu ihren Kindern. Sie kümmern sich. Sie haben alles unter Kontrolle. Eine in die Ewigkeit reichende Harmonie.

Im Inneren des Bungalows wirkt alles sauber und aufgeräumt. Eher sogar etwas altmodisch. Gemütlichkeit ist eben auch in der Zukunft gemütlich. In den Kleinfamilien der Nachkriegszeit, in denen meine Generation aufwuchs, erlebten wir es oft anders. Der Staubsauger saugte rund um die Uhr, unentwegt wurde geputzt, gekocht, aufgeräumt. Doch all dieses Wirbeln war mit einem seltsamen Gefühl von unerlöster Spannung, von Unzufriedenheit verbunden.

Aber sind Familien tendenziell nicht immer so? Ist das nicht ihr Wesen? Gibt es in ihnen nicht einfach alles? Harmonie und Zuneigung? Streit und Entfremdung? Nähe und Distanz? Verständnis, aber auch Abgründe?

Als Kind habe ich mir vorgestellt, dass es am Mangel an Wundertechnik lag, dass zu Hause nicht alle so zufrieden und froh waren wie auf den schönen Bildern aus der Zukunft. Daran, dass es noch keine Roboter gab, die für Mama das Kochen und Putzen übernahmen. Ich träumte von Flugmobilen, die Papi früher nach Hause kommen ließen, so dass er mehr Zeit hatte zum Spielen.

Viele, vor allem Männer, glauben das heute noch: dass es die Technik ist, die uns eine ewig glückliche Familie bescheren wird. Technik bringt uns in der Zukunft auf wundersame Weise unsere Kindheit zurück, in der alles Neue magisch und wunderbar bleibt. Und uns alle glücklich, entspannt und geborgen macht.

Technik soll, so nebenbei, die letzten Unsicherheiten der Liebe lösen. Zum Beispiel die vielleicht existentiellste Frage des Lebens: welchen Lebenspartner wir wählen.

Und die Sache mit dem Sex könnte Technik auch noch lösen, so ganz nebenbei ...

Und dann tauchen aus dem Nebel der Vergangenheit die Erinnerungen an unsere Versuche auf, eine andere Art von Familie zu schaffen. An meine erste Wohngemeinschaft, in die ich zog, nachdem ich mein Kinderzimmer in den frühen 1970 er Jahren im Alter von knapp 18 Jahren verlassen hatte. Mit dem festen Vorsatz, nie mehr in den alten, spießigen Familienzusammenhang zurückzukehren.

Wir hausten im fünften Stock eines unrenovierten Altbaus im Frankfurter Nordend. Im Treppenhaus lag ein intensives Aroma von Nachkriegszeit, komponiert aus Schimmel, Staub und Bohnerwachs. Das Öl zum Heizen mussten wir in Kanistern fünf Treppen nach oben schleppen. Trotzdem war es kalt im Winter. Ich erinnere mich, wie die nackten Füße am Linoleum in der Küche klebten, das sich an den Rändern schimmelnd nach oben bog. Es blieb immer etwas an den Fußsohlen hängen, Müslireste, vermischt mit Kaffeesatzresten und Katzenstreu.

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