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Ich habe abgeschworen Warum ich für die Freiheit und gegen den Islam kämpfe von Ahadi, Mina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.02.2009
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Ich habe abgeschworen

Intoleranz dürfen wir nicht tolerieren - Die Streitschrift einer mutigen Frau

Für Mina Ahadi ist die Abkehr vom Glauben ein Grundrecht, nach islamischer Rechtslehre ist sie ein Verbrechen. Deshalb wird die gebürtige Iranerin, seit sie den "Zentralrat der Ex-Muslime" gründete, von Fundamentalisten mit dem Tode bedroht. In ihrem Buch erklärt die mutige Kämpferin für Menschen- und Frauenrechte, warum der Islamismus in Deutschland eine Gefahr ist und warum wir keine muslimische Parallelgesellschaft dulden dürfen.

Mina Ahadi wurde 1956 im Iran geboren. Sie musste ihr Medizinstudium nach der islamischen Revolution 1979 abbrechen, da sie als linke Oppositionelle verfolgt wurde. Ihr Mann wurde hingerichtet, sie floh ins kurdische Grenzgebiet zwischen Iran und Irak, wo sie zehn Jahre als Partisanin lebte. 1990 floh sie nach Österreich und zog 1996 nach Deutschland. Ihren Kampf für die Frauen- und Menschenrechte führte sie auch in Europa weiter und gründete 2001 das 'Komitee gegen Steinigung'. 2007 gründete sie den 'Zentralrat der Ex-Muslime' mit, dessen erste Vorsitzende sie ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 02.02.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641019730
    Verlag: Heyne
    Größe: 506kBytes
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Ich habe abgeschworen

Meine Jugend im Iran (S. 95-96)

Emanzipation braucht Bildung

Ich habe die Gültigkeit der These, dass Emanzipation Bildung braucht, am eigenen Leib erfahren.Deshalb möchte ich an dieser Stelle etwas aus meiner Kindheit erzählen. Knapp ein Jahr nach der Hochzeit meiner Eltern wurde mein ältester Bruder, Amir, geboren. Zwei Jahre später kam mein Bruder Sohrab zur Welt,wieder zwei Jahre später meine Schwester Mariam, dann im gleichen Abstand ich.

Nur bei meiner kleinen Schwester Mahtab hat es nach mir sechs Jahre gedauert. Noch vor ihrer Geburt ist mein Vater gestorben. Meiner Mutter stand als Witwe nur ein Achtel des Besitzes ihres verstorbenen Ehemanns zu, den Rest bekam sein Bruder, der nächste männliche Verwandte. Es ging nicht um einen großen Besitz, dennoch war es ungerecht. Sie beschwerte sich bei diesem Bruder, und es gab einen großen Familienrat. Erstaunlich war, dass überhaupt darüber debattiert und meine Mutter angehört wurde. Sie sagte, diese Erbregelung sei Unrecht, sie habe fünf Kinder und erhalte nur ein Achtel des Geldes ihres eigenen Mannes.

Mein Vater war der Familienernährer gewesen, aber sie hatte in Haus und Hof ihren Teil der Arbeit genauso getan. Das waren sehr rebellische Worte, es war das einzige Mal, dass ich meine Mutter so sehr aufbegehren sah. Sie wurde gehört, aber sie hatte keine Chance.Vielmehr sollte meine Mutter davon überzeugt werden, dass es gut sei, wenn der Bruder meines Vaters sich nun auch um sie und ihre Kinder kümmern würde.Wir wohnten in seinem Haus und waren damit unter männlicher Obhut.

Doch ich fand, dass meine Mutter recht hatte, wieso bekam sie nicht das Geld ihres Mannes? Die Lektion war mir klar: Als Frau muss man sich in sein Schicksal fügen. Ich wollte keine Frau werden, ich wollte mich nicht in mein Schicksal fügen, auch wenn ich keine genaue Vorstellung davon hatte, was das heißen könnte. Mein Onkel hatte elf Kinder, an Spielkameraden hat es mir zu Hause also nie gemangelt. Aber auch Hausarbeit gehörte zu meinem Alltag, so hatten wir zwar Strom, mussten aber unsere Kleidung und das Geschirr in einem kleinen Fluss am Straßenrand waschen.

Erst als ich neun war, wurde eine öffentliche Wasserleitung in Abhar verlegt, danach gab es einen öffentlichen Wasserhahn neben der Schule, dort konnten wir Leitungswasser holen. Vorher hatten wir unser Wasser nachts aus dem am Dorfrand fließenden Fluss geholt. Tagsüber wuschen die Frauen dort die Wäsche, laut meiner Mutter war in der Nacht aber wieder sauberes Wasser nachgeflossen. Natürlich hatten wir auch kein Wasserklosett.

Die nächtlichen Gänge auf die Latrine, eine tiefe Grube mit einem kleinen Loch in einer Ecke des Innenhofes, waren mir immer unheimlich.Auch stank es dort entsetzlich, die Leerung einmal im Jahr half dem Gestank in keiner Weise ab. Unser großer Luxus war ein Radio.Meine Mutter hörte abends immer die Nachrichten, und wir Kinder setzten uns manchmal um sie herum und lauschten dem persischen Kinderprogramm, welches vor allem aus Liedern bestand, die ich heute noch alle singen kann.

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