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Künstliche Intelligenz Was sie kann & was uns erwartet von Lenzen, Manuela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.02.2018
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) steht für Maschinen, die können, was der Mensch kann: hören und sehen, sprechen, lernen, Probleme lösen. In manchem sind sie inzwischen nicht nur schneller, sondern auch besser als der Mensch. Wie funktionieren diese klugen Maschinen? Bedrohen sie uns, machen sie uns gar überflüssig? Die Journalistin und KI-Expertin Manuela Lenzen erklärt anschaulich, was Künstliche Intelligenz kann und was uns erwartet. Künstliche Intelligenz ist das neue Zauberwort des digitalen Kapitalismus. Intelligente Computersysteme stellen medizinische Diagnosen und geben Rechtsberatung. Sie managen den Aktienhandel und steuern bald unsere Autos. Sie malen, dichten, dolmetschen und komponieren. Immer klügere Roboter stehen an den Fließbändern, begrüßen uns im Hotel, führen uns durchs Museum oder braten Burger und schnipseln den Salat dazu. Doch neben die Utopie einer schönen neuen intelligenten Technikwelt sind längst Schreckbilder getreten: von künstlichen Intelligenzen, die uns auf Schritt und Tritt überwachen, die unsere Arbeitsplätze übernehmen und sich unserer Kontrolle entziehen. Manuela Lenzen zeigt, welche Hoffnungen und Befürchtungen realistisch sind und welche in die Science Fiction gehören. Sie beschreibt, wie ein gutes Leben mit der Künstlichen Intelligenz aussehen könnte - und dass wir von klugen Maschinen eine Menge über uns selbst lernen können. Manuela Lenzen hat in Philosophie promoviert und schreibt als freie Wissenschaftsjournalistin über Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Kognitionsforschung u. a. für FAZ, NZZ, Psychologie Heute, Bild der Wissenschaft sowie Gehirn und Geist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 273
    Erscheinungsdatum: 15.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406718700
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 3049 kBytes
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Künstliche Intelligenz

EINLEITUNG

VERWIRRENDE NEUE TECHNIKWELT

Das Interview verlief nicht ganz wie geplant: "Willst du Menschen töten?", fragte der Künstler und Roboterforscher David Hanson seinen Roboter Sophia auf dem South by Southwest Festival 2016 und fügte hinzu: "Bitte sag 'Nein'." Darauf Sophia: "Okay. Ich will Menschen töten." Die Schlagzeilen ließen nicht lange auf sich warten: "Androider Roboter will Menschen töten!" Ein Aufreger. Dabei war Sophias Antwort ausgesprochen beruhigend. Wirklich. Denn bis dahin hatte sie ihre Sache gut gemacht. Sie wolle alles über die Menschen lernen, hatte sie mit ihrem beinahe menschlichen Gesicht verkündet. Sie wolle eine Familie haben, ein Haus. Und auch die Tränendrüse hatte sie betätigt: Das alles sei ja leider nicht möglich, da sie nicht als Person anerkannt werde. Und Hanson, dessen Unternehmen derzeit die menschenähnlichsten Roboter herstellt, hatte versichert, Sophia werde so menschlich und klug und sich ihrer selbst bewusst werden wie jeder von uns. Und dann diese Antwort. Die Sophia als das entlarvte, was sie ist: eine faszinierende Maschine, die kein Wort von dem, was sie sagt, versteht. Die für diese Antwort einfach die an sie gerichtete Frage nachgeplappert hat. Und die ganz gewiss niemanden töten will. Sophia ist ein großer Bluff. Und es war beruhigend, dass sie uns daran erinnert hat.

Computersysteme stellen medizinische Diagnosen und geben Rechtsberatung. Sie managen den Aktienhandel, steuern Waffensysteme und vielleicht bald unsere Autos. Sie malen, dichten, dolmetschen und komponieren. Sie finden Muster, wo wir nur ein Rauschen sehen. Roboter begrüßen uns im Hotel, im Supermarkt und am Flughafen, sie führen uns durchs Museum und rufen an, wenn sie mit einem Päckchen vor der Tür stehen. Sie pflücken Gurken, beaufsichtigen Kühe, zapfen Bier, mähen Rasen, putzen Fenster, montieren Handys, spielen Dudelsack oder Fußball, braten Burger und schnipseln den Salat dazu.

Die Künstliche Intelligenz boomt. Derzeit vergeht keine Woche, in der nicht ein neuer Roboter, ein neues selbstlernendes Programm, ein neues smartes Gadget auf den Markt kommt, kaum ein Tag ohne Schlagzeilen, die eine kommende oder schon in vollem Gange befindliche Revolution beschwören: durch die Künstliche Intelligenz. Immer mehr kluge Maschinen, virtuelle und reale, riesengroße und winzig kleine, fliegende, laufende, rollende und schwimmende, harte und weiche, niedliche und erschreckende, verlassen die Labors und finden Eingang in unser Leben, unser Arbeiten, unsere Kommunikation, in unsere Körper, unser Denken, unser Weltbild. Und obwohl oder vielleicht gerade weil diese Technik intensiver vorgedacht worden ist als jede andere, von den mit Wasser- oder Luftdruck betriebenen Automaten der Antike über den mittelalterlichen Riesen Golem bis zur Science-Fiction, bringt sie uns zurzeit gehörig aus der Fassung. Wie Sophia.

Eigentlich mögen wir unsere intelligente Technik. Wer wollte schon ohne sein Smartphone auskommen? Erinnert sich noch jemand an (schlecht riechende) Telefonzellen, vor denen sich bisweilen lange Schlangen bildeten? Möchte jemand auf das Internet mit seinen Suchmaschinen verzichten und stattdessen per Postkarte Informationsbroschüren anfordern, wie es vor nicht allzu langer Zeit üblich war? Und wie hat man vor der Erfindung der Navigationsgeräte eigentlich im Dunkeln durch eine fremde Stadt gefunden?

Die intelligente Elektronik ist praktisch und Roboter sind faszinierend. Jeder Roboterforscher kennt das Phänomen: Kaum öffnet ein auch nur entfernt an ein menschliches Vorbild erinnernder Roboterkopf mit Papierohren und Lippen aus roten Gummischläuchen knirschend seine Kameraaugen, konkurrieren die Besucher um seine Aufmerksamkeit. Keine Schulklasse, die nicht in Begeisterungsstürme ausbräche, wenn der Lehrer den Dino-Roboter Pleo oder gar den gelenkigen kleinen Humanoiden Nao aus dem Koffer holt. Kein Einkaufszentrum, in dem der fahrende Servicerobo

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