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Korruption Was sie anrichtet und wie wir sie bekämpfen können (Reclam Taschenbuch) von Holmes, Leslie (eBook)

  • Verlag: Reclam Verlag
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Korruption

Korruption gehört auch im 21. Jahrhundert zu den drängendsten Problemen der Weltgemeinschaft. Sie verursacht einen immensen wirtschaftlichen Schaden und untergräbt zugleich Bestand und Entwicklung rechtsstaatlicher Strukturen. Dabei gibt es korrupte Beamte und Politiker ebenso wie Unternehmer, die politische Entscheidungen oder die Vergabe von öffentlichen Aufträgen in ihrem Sinne beeinflussen, nicht nur in den sogenannten "Entwicklungsländern". Die Skandale der letzten Jahre haben zur Genüge gezeigt, dass auch Industriestaaten für Korruption anfällig sind. Leslie Holmes gibt einen Überblick zu den diversen Formen der Korruption, erläutert ihre Ursachen und zeigt, wie sie sich wirksam bekämpfen läßt.

Leslie Holmes, geb. 1948, ist Professor für Politik an der Universität Melbourne und weltweit anerkannter Experte zum Thema "Korruption".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 190
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159612027
    Verlag: Reclam Verlag
    Größe: 4174 kBytes
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Korruption

Klassifizierungen von Korruption

Bevor wir auf den vorherrschenden Zugang zu Korruption, der in diesem Buch verwendet wird, genauer eingehen, lohnt es, einen Blick darauf zu werfen, auf welche Weise Experten verschiedene Arten von Korruption klassifiziert haben.

In Übereinstimmung mit der Aussage, dass sich die Ansichten der meisten Bürger möglicherweise von jenen der Eliten unterscheiden, traf der Wissenschaftler Arnold Heidenheimer, der häufig als Ahnherr der vergleichenden Korruptionsstudien angesehen wird, eine nützliche Unterscheidung zwischen dem, was er "schwarze", "weiße" und "graue" Korruption nannte. Auf der Grundlage seiner Erkenntnis, dass Eliten und einfache Bürger manchmal Phänomene auf verschiedene Art und Weise wahrnehmen, definierte Heidenheimer schwarze Korruption als Aktivitäten, die von den meisten Mitgliedern sowohl der Eliten als auch der Massen verurteilt werden und die nach ihrem Willen bestraft werden sollen, während weiße Korruption sich auf Aktivitäten bezieht, die zwar formal als Korruption wahrgenommen, von beiden Gruppen aber mehr oder weniger toleriert werden und bei denen sie auch nicht wollen, dass die Täter bestraft werden. Graue Korruption bezieht sich auf Handlungen, über die Eliten und die breite Öffentlichkeit unterschiedliche Ansichten haben oder über die es ausgeprägte Meinungsverschiedenheiten gibt, einschließlich von Ambivalenzen sogar innerhalb dieser beiden Hauptgruppen.

Eine weitere von Heidenheimer getroffene dreiteilige Unterscheidung besteht zwischen Herangehensweisen an Korruption, die ihren Fokus entweder auf öffentliche Ämter, auf Märkte oder auf das öffentliche Interesse richten. Die erste bezieht sich auf Korruption als ein Verhalten, das von dem abweicht, was von einem öffentlich Bediensteten erwartet wird, und das durch das Streben dieses Bediensteten nach einem missbräuchlichen persönlichen Vorteil erklärbar ist. Marktzentrierte Ansätze interpretieren Korruption als das Verhalten von öffentlich Bediensteten, die ihre Stellung als eine Quelle ihres persönlichen Einkommens oder ihrer persönlichen Geschäftstätigkeit ausnutzen. Was sie anbieten und verlangen können (z. B. wie viel sie als Schmiergeld fordern können), hängt vom Angebot an und der Nachfrage nach den Gütern oder Dienstleistungen ab, die sie anbieten - kurz gesagt, von der Marktsituation. Der Ansatz, der das öffentliche Interesse in den Mittelpunkt stellt, konzentriert sich schließlich auf den Schaden, welcher der Öffentlichkeit durch das missbräuchliche Verhalten des eigennützigen öffentlich Bediensteten zugefügt wird.

Eine dritte häufig getroffene Unterscheidung ist die zwischen "Gras fressender" und "Fleisch fressender" Korruption. Diese Begriffe wurden im Bericht der Knapp Commission aus den frühen 1970er Jahren über Korruption bei der New Yorker Polizei geprägt. Erstere bezieht sich auf Beamte, die Bestechungsgeld annehmen, wenn es ihnen angeboten wird, während sich letztere auf räuberische Korruption bezieht, bei der Beamte tatsächlich Bestechungsgelder einfordern; erstere wird manchmal auch als reaktive Korruption, letztere als proaktive Korruption bezeichnet. Ein verwandter Ansatz ist die Unterscheidung zwischen erpresserischer und geschäftlicher Korruption. Bei erstgenannter übt der Bestechungsempfänger Druck auf jemanden aus, um ein Bestechungsgeld zu erhalten, was im Wesentlichen der "Fleisch fressenden" Korruption gleicht. In letzterem Fall sind die beiden Akteure (Bestechungs- oder Vorteilsnehmer und Bestechungs- oder Vorteilsgeber) eher gleichwertig; beide sind grundsätzlich willige Partner, die eine Abmachung aushandeln.

Eine Unterscheidung, die man in vielen offiziellen Anti-Korruptions-Dokumenten findet, scheint sich auf den ersten Blick auf dieselben Phänomene wie "Gras fressende" und "Fleisch fressende" Korruption zu beziehen, da "passiv" wie eine andere Umschreibung für ersteres und "aktiv" wie ein anderer Au

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