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Liebe lässt sich vererben Wie wir durch unseren Lebenswandel die Gene beeinflussen können von Huber, Johannes (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.07.2011
  • Verlag: ZS Zabert und Sandmann
eBook (ePUB)
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Liebe lässt sich vererben

Liebe lässt sich vererben Schon im Mutterleib und in den ersten Lebensjahren wird festgelegt, ob wir ängstlich oder forsch, ausgeglichen oder aggressiv sind und auch, ob wir später an Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Depressionen leiden. All das, was wir tun, was wir essen und wie wir miteinander umgehen, wird in unserem Erbgut gespeichert und an unsere Kinder und oft auch Enkel weitergegeben. Selbst die Pubertät, so zeigt sich, ist eine entscheidende Prägephase, in der unsere Gene besonders flexibel reagieren. Wir können das ignorieren, aber auch als große Chance sehen. Schwangere können durch ihren Lebensstil für ein gesundes Leben ihrer Kinder und oft auch ihrer Kindeskinder sorgen. Kinder, die in ihren ersten Lebensjahren ausreichend Zuwendung und Streicheleinheiten erfahren haben, lassen sich später nicht von Stress und Ängsten bestimmen. Der renommierte Frauenheilkundler Prof. Dr. Johannes Huber zeigt, warum es sich lohnt, dass jeder Einzelne Verantwortung für seinen Lebenswandel übernimmt. - Leicht verständliche Einblicke in das gegenwärtige Weltbild der Biologie: Die Gene sind nicht alles. - Warum die Ergebnisse aus der jungen Forschungsdisziplin der Epigenetik unsere Verantwortung gegenüber unseren Kindern und Enkeln neu bewerten. - Mit Interviews von namhaften Wissenschaftlern, etwa dem Nobelpreisträger Prof. Dr. Eric Kandel und dem Epigenetiker Prof. Dr. Thomas Jenuwein.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 22.07.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783898833066
    Verlag: ZS Zabert und Sandmann
    Größe: 459 kBytes
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Liebe lässt sich vererben

Verpackung - der zweite Code des Lebens

Für den epigenetischen Code ist genau diese klug verpackte Informationskette mit Seil, Sack und einem damit verbundenen Oberflächenmuster entscheidend, um die biologischen Fenster unseres Lebens (Schwangerschaft, erste Lebensjahre und Pubertät) modifizieren zu können. Wobei die ganze Sache noch etwas raffinierter wird, weil die Verpackungskette von drei dynamischen biochemischen Strukturen bestimmt wird, die die Drehtür in Bewegung setzen oder eben nicht, die das Faltungsmuster des Seils oder der Perlenkette ergeben.

Da gibt es zum einen die Methylreste (etwa Methylphosphat), die die Fähigkeit besitzen, unmittelbar an die DNA anzudocken und die Gene schlichtweg auszuschalten.

Aber auch die Proteine, um die sich die DNA wickelt, können - dies ist der zweite Mechanismus - durch spezielle Aktivitäten so manipuliert werden, dass die Buchstabenkombinationen der DNA auf einmal lesbar oder unlesbar werden.

Zuletzt kann der epigenetische Code durch Moleküle, die der DNA ähnlich sind (RNA), beeinflusst werden, die schon entzifferten Gene einfach zu blockieren. 2 Diese Moleküle können also Teile des ersten Codes, des genetischen Codes, vollkommen ausschalten. Hätte man Tresore mit solchen ausgeklügelten Systemen ausgestattet, die Panzerknacker hätten sich wohl einen anderen Job suchen müssen.

Sind die Gene blockiert, können sie nicht weiter abgelesen werden. Das hat zur Folge, dass bestimmte Eiweißstoffe (auch als Proteine bezeichnet), die Grundbausteine einer jeden Zelle, nicht produziert werden können. Proteine transportieren Stoffe, lösen chemische Prozesse aus und können Signalstoffe erkennen - sie sind regelrechte Schwerstarbeiter und haben die vielfältigsten Funktionen im Körper.

Aber es geht nicht allein ums Aus- und Anschalten, um Ruheschlaf oder volle Kraft. Der Verpackungscode sorgt auch dafür, dass Gene ins Innere des Faltenknäuels aus dem DNA-Faden geschoben werden können oder an der Oberfläche lokalisiert werden. Damit entscheiden Methylreste auch über die Intensität einer Aktivität, ohne dass Gene verändert werden. Mit anderen Worten: Sie befinden darüber, ob mehr oder weniger gearbeitet wird, ob ein Gen zu den Faulenzern gehört oder zu den Strebern. Da jede Zelle die Erbinformationen für alle unsere Organe unseres Körpers in sich trägt, ist die Verpackung mithin der Befehlsgeber, der bestimmt, was an welchem Ort ausgeführt werden soll.

Die epigenetisch orientierungslose Phase

Fragt sich nun, wann dieses epigenetische Wunderwerk einsetzt. Vereinigen sich Samen- und Eizelle, stehen sich noch Stunden später mütterliches und väterliches Erbgut gegenüber, als wollten sie ihre Entscheidung abwarten, ob es richtig sei, gemeinsam die genetischen Grundlagen für einen neuen Menschen zu schaffen. Tatsächlich bleiben nicht wenige Eizellen in dieser Vorphase und verweigern das chromosomale Zusammengehen mit dem Sperma. Findet die "Syngamie", die Verschmelzung der gegengeschlechtlichen Zellen, dann statt, wird die anschließende Arbeit unterschiedlich verteilt: Das väterliche Genom schläft zunächst weiter, abgelesen wird erst einmal nur das mütterliche Erbgut, wobei in kluger Voraussicht "Blaupausen" von wichtigen Genen in der Zelle verstreut deponiert werden. Die Gene des neuen Individuums benötigen offensichtlich Zeit, um mit der fremden Situation fertigzuwerden

Wertvoller Müll

Wissenschaftler auf der ganzen Welt registrieren zunehmend, dass die Kenntnis des Genoms allein nicht hilft, um die Entwicklung der Arten zu erklären. Und immer mehr tauchen Zweifel auf, ob die Gene im Verlauf der Evolution tatsächlich die Regie geführt haben. Zahlreiche Indizien sprechen dafür, da

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