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Lob der Faulheit Warum Disziplin und Arbeitseifer uns nur schaden von Hohensee, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2012
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Lob der Faulheit

Die Tugend der Faulheit
Was passiert, wenn wir alle faul wären? Die Erde würde zu dem Paradies, als das sie ursprünglich gemeint war. Anstatt fleißig Kriege zu führen und sämtliche Ressourcen emsig zu verpulvern, bekämen wir ein funktionierendes, kostengünstiges Gesundheitssystem, Schulen, die Lernen ermöglichen, statt es zu verhindern, und eine Politik, die mehr ist als reines Krisenmanagement. Nur eine Utopie?
Wenn wir negative Disziplin durch positive Faulheit ersetzen, ist dieses Ziel erreichbar - davon ist Thomas Hohensee überzeugt. Positive Faulheit ist ein wahrer Segen: Sie gründet auf strikten Prioritäten und höchster Effizienz. Nicht blinder Aktionismus ist gefragt, sondern die Suche nach dem einfachsten, direkten Weg zum Ziel.
Stoppt den Weg in die Leistungsfalle! Damit der Abend wieder zum Feier-Abend wird
Warum wir aufhören müssen, rund um die Uhr zu arbeiten
Zeit für die wahren Freuden des Lebens finden

Thomas Hohensee, geboren 1955, ist Life-Coach und Seminarleiter. Er hat mehrere Bestseller geschrieben, darunter "Gelassenheit beginnt im Kopf" und "Glücklich wie ein Buddha", die bereits in sieben Sprachen übersetzt wurden. Sein Ziel ist es, möglichst vielen Menschen den Weg zu einem glücklichen und erfüllten Leben zu zeigen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 01.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641094034
    Verlag: Gütersloher Verlagshaus
    Größe: 630 kBytes
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Lob der Faulheit

Nichts als Mythen

Disziplin genießt immer noch einen guten Ruf. Ganz zu Unrecht; denn an ihr ist nichts, das sich zu bewahren lohnte. Sehen wir uns zunächst an, was Disziplin bedeutet.

Im 'Wörterbuch der deutschen Sprache' von Wahrig finden wir folgende Definitionen: "Zucht, Ordnung, Einordnung, Unterordnung". Stehende Redewendungen sind: "Disziplin halten", "die Disziplin wahren", "eiserne, strenge Disziplin", "jemanden, sich an Disziplin gewöhnen", "für Disziplin sorgen".

Und was heißt Zucht? "Erziehung zum Gehorsam". Als Synonym für Disziplin finden wir den Begriff in Redewendungen wie "Zucht halten", "jemanden an Zucht gewöhnen", "hier herrscht Zucht und Ordnung". Bis 1969 gab es noch das "Zuchthaus", eine Strafanstalt für Schwerverbrecher.

Diese Definitionen und Redewendungen verheißen nichts Gutes. Wo Zucht und Ordnung herrschen, ist es mit dem Spaß vorbei. Gehorsam und Unterordnung galten in früheren Jahrhunderten als Erziehungsziele. Was mit "gehorsam" gemeint ist, auch daran lässt Wahrigs Wörterbuch keinen Zweifel: "willig, gehorchend, folgsam, fügsam" ("den Eltern gehorsam sein", "Ihr gehorsamster Diener!").

Disziplin, Zucht und Ordnung sowie Gehorsam standen in allen Bereichen des Lebens, besonders in der Familie, in der Schule, in den Betrieben und beim Militär hoch im Kurs. Bis 1989 hatte es die Demokratie in Deutschland schwer. Kaiser und Diktatoren regierten das Volk. In den Familien herrschte der Patriarch. Die Untertanen wurden zum Gehorsam erzogen. Es herrschte eiserne Disziplin. Wenn jemand nicht spurte, wurde für Ordnung gesorgt. Wer völlig auf die schiefe Bahn geriet, kam ins Zuchthaus.

Juristisch gesehen waren Schule, Militär und Familie bis in die jüngste Vergangenheit "besondere Gewaltverhältnisse". Befehl und Gehorsam kennzeichneten den Umgang in einer undemokratischen Gesellschaft. Disziplin wurde, wenn es sein musste (und es musste oft sein!), mit Gewalt erzwungen. Für Schüler, Soldaten und Kinder gab es nur begrenzten Rechtsschutz.

Auch die katholische Kirche beschwört die Ideale von Disziplin, Zucht, Ordnung und Gehorsam. Man vergisst leicht, dass die katholische Kirche bis heute eine straff geführte Organisation mit einem unfehlbaren Papst an der Spitze ist. Ein besonderes Kirchenrecht bewahrt sie vor allzu demokratischen Regelungen. Die Erziehungsanstalten lagen oftmals in den Händen von Priestern. So schließt sich der Kreis. Noch immer schreiben katholische Theologen Lobeshymnen auf die Disziplin.

Machtmissbrauch ist für undemokratische Verhältnisse wesenseigen. Macht korrumpiert. Absolute Macht korrumpiert absolut. Deshalb muss Macht geteilt werden. In einer demokratischen Gesellschaft müssen Über- und Unterordnungen gerechtfertigt werden und dürfen keinesfalls den Normalfall darstellen. Vielmehr sind Gleichberechtigung und Dialog für Demokratien typisch. So gesehen können Disziplin und Gehorsam nicht die Grundlagen eines demokratisch verfassten Staates und seiner Institutionen sein.

Nachdem das Volk 1989 die letzte Diktatur auf deutschem Boden gestürzt hat, sind äußerlich die Voraussetzungen geschaffen, auf zuchthausähnliche Verhältnisse zu verzichten. Leider ist der Demokratisierungprozess damit nicht abgeschlossen; denn jeder, der einmal eine Diktatur erlebt hat, sei es im Staat, im Militär, in der Kirche, Familie oder Schule, hat diese zumindest teilweise verinnerlicht.

Die inneren Gewaltherrscher verschwinden nicht automatisch mit den äußeren. Deshalb ist es notwendig, sich von ihnen ebenfalls zu befreien. Warum sollte man um Himmels willen Selbstdisziplin lernen? Um sich selbst zu knechten? Um sich an Zucht und Ordnung zu gewöhnen? Ein folgsamer Untertan zu werden? Es wäre doch absurd, wollte man einen Teil von sich zu seinem gehorsam

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