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Reformiert euch! Warum der Islam sich ändern muss von Hirsi Ali, Ayaan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2015
  • Verlag: Knaus
eBook (ePUB)
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Reformiert euch!

Das wichtigste Buch zur Islam-Debatte: Ayaan Hirsi Ali und ihr Plädoyer für eine Reformation des Islam
Ihre eigene Biographie und intime Kenntnis der islamischen Gesellschaften und Kultur sowie ihre Forschungen machen Ayaan Hirsi Ali zu einer der wichtigsten Stimmen in der Debatte über den Islam. Ihr neues, von Optimismus getragenes Buch, an dem sie seit Jahren arbeitet, kommt im richtigen Moment: Es nimmt die Terroranschläge in Paris zum Ausgangspunkt, bietet fundierte Einordnung und Hintergründe, vor allem aber bezieht Hirsi Ali klar Stellung: gegen einen erstarrten Islam und dessen Tolerierung durch den Westen. Und für eine Reformation ihrer Religion durch die Muslime, die sie bereits auf dem Weg sieht.

Der Islam, der Westen, die Freiheit sind die Lebensthemen von Ayaan Hirsi Ali. 1969 in Somalia geboren, wurde sie als strenggläubige Muslima erzogen. Heute forscht die charismatische Freiheitskämpferin und brillante Denkerin in Harvard. Ihre Bücher 'Ich klage an' und 'Mein Leben, meine Freiheit' wurden internationale Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 01.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641174620
    Verlag: Knaus
    Originaltitel: Heretic. Why Islam needs a Reformation now
    Größe: 788kBytes
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Reformiert euch!

Kapitel 1 - Die Geschichte einer Häretikerin

Meine allmähliche Abkehr vom Islam

Ich wurde als praktizierende Muslimin erzogen und lebte als solche fast die Hälfte meines bisherigen Lebens. Ich besuchte Madrasas und lernte große Teile des Korans auswendig. Als Kind wohnte ich eine Zeit lang in Mekka und ging häufig in die Große Moschee. Als Teenager schloss ich mich der Muslimbruderschaft an. Kurz gesagt, ich bin alt genug, um die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgte Spaltung zwischen dem alltäglichen Glauben meiner Eltern und dem intoleranten, militanten Dschihadismus der Menschen, die ich die Medina-Muslime nenne, miterlebt zu haben. Lassen Sie mich also mit dem Islam beginnen, mit dem ich aufwuchs.

Ich war etwa drei Jahre alt, als meine Großmutter begann, mir unter den gefiederten Blättern des somalischen Talalbaums das wenige beizubringen, das sie aus dem Koran behalten hatte. Sie konnte weder lesen noch schreiben - die Alphabetisierung wurde in Somalia erst ab 1969 gefördert, dem Jahr, in dem ich geboren wurde -, und Arabisch war ihr fremd. Doch sie verehrte das heilige Buch, nahm es voller Ehrfurcht in die Hand, küsste es und legte es sich an die Stirn, bevor sie es dann ganz vorsichtig wieder weglegte. Wir durften den Koran nicht berühren, ohne uns zuerst die Hände zu waschen. Meine Mutter stand meiner Großmutter in diesen Dingen nicht nach, war jedoch mit dem Koran vertrauter und sprach ein wenig Arabisch. Sie hatte die Gebete auswendig gelernt und konnte zudem furchterregende Beschwörungen rezitieren, mit denen sie mich warnen wollte, dass ich für jedwede Missetat im Höllenfeuer brennen würde.

Meine Mutter erblickte unter einem Baum das Licht der Welt und wuchs in der Wüste auf. Als junges Mädchen war sie weit herumgekommen, bis hin nach Aden im Jemen, jenseits des Roten Meers. Sie wurde verheiratet und mit ihrem Mann nach Kuwait geschickt. Nach dem Tod ihres Vaters ließ sie sich sofort von diesem Ehemann scheiden. Meinen Vater lernte sie durch ihre ältere Schwester kennen, als er in der somalischen Hauptstadt Menschen das Lesen und Schreiben beibrachte. Meine Mutter war eine seiner besten Schülerinnen. Sie lernte schnell und verstand es, sich gut auszudrücken. Da mein Vater bereits eine Frau hatte, wurde meine Mutter seine Zweitfrau. Mein Vater war politisch engagiert, ein Oppositionsführer, der versuchte, Somalia zu verändern, das damals von Diktator Siad Barre regiert wurde. Als ich zwei Jahre alt war, wurde mein Vater verhaftet und in das alte italienische Gefängnis gebracht, das als "Das Loch" bekannt war. Den größten Teil meiner Kindheit und Jugend waren da also nur meine Mutter, mein Bruder, meine Schwester, meine Großmutter und ich.

Meine erste richtige Schule war eine Koranschule - eine Hütte, die Schutz vor der brennenden Sonne bot. Zwischen 30 und 40 Kinder saßen unter einem Dach, das von Holzstangen gehalten wurde, umgeben von einem Dickicht von Bäumen. Wir hatten den einzigen Schattenplatz. Vorne in der Mitte stand ein fußhoher Holztisch, auf dem ein großes Exemplar des Korans lag. Unser Lehrer trug einen Sarong und ein Hemd, die traditionelle somalische Männertracht, und ließ uns die Verse skandieren, ähnlich wie amerikanische und europäische Vorschulkinder lernen, kurze Gedichte und Kinderreime aufzusagen. Wenn wir etwas vergaßen, einfach nicht laut genug sprachen oder die Stimme zu stark senkten, nahm er seinen Stock und stupste oder schlug uns.

Wir skandierten auch Verse, wenn Schüler sich schlecht benahmen. Wenn man ungehorsam war, wenn man nicht lernte, was man lernen sollte, wurde man in die Mitte der Hütte geschickt. Der schlimmste Missetäter wurde in einer Hängematte nach oben gezogen und in der Luft hin und her geschaukelt. Uns Übrigen gab man kleine Stöcke, die wir über den Kopf hoben und mit denen wir das ungehorsame Kind durch die offenen Löcher der Hän

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