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Schattenkind Wie ich als Kind überlebt habe von Gurt, Philipp (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.08.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 20.08.2018 per Download lieferbar

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Schattenkind

Als siebtes von acht Kindern einer finanziell benachteiligten Bergdorffamilie wurde Philipp Gurt in Graubünden in der Schweiz geboren. 1972 wurden alle acht Kinder voneinander getrennt. In den folgenden zwölf Jahren durchlebte Gurt neben der Einweisung in verschiedene Kinderheime unter anderem Zwangspsychiatrie, Beugehaft, sexuellen Missbrauch durch Erzieherinnen und rohe Gewalt. Detailliert und bewegend schildert der Autor seine schweren Schicksalsjahre, anschaulich beschreibt er seine Strategien, die er sich früh aneignen musste, um das Unfassbare zu überleben. Doch wo Schatten war, fand er auch Licht! So schreibt Philipp Gurt auch davon, wie er in seiner zerstörten Welt immer wieder Momente des Glücks gesucht und gefunden hat, sodass er nie die Hoffnung und sein Lachen verlor.

Philipp Gurt wurde 1968 als siebtes von acht Kindern geborgen. Er wuchs in verschiedenen Kinderheimen und Institutionen auf. Bereits als Jugendlicher schrieb er Texte und Kurzgeschichten. Mit 17 begann er intensiver zu schreiben, mit 20 beendete er seinen ersten Roman. Bis heute wurden zehn seiner Bücher veröffentlicht, darunter auch zwei Biografien berühmter Persönlichkeiten. Philipp Gurt lebt und arbeitet heute als Schriftsteller in Chur-Haldenstein im Schweizer Kanton Graubünden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 20.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641221416
    Verlag: Goldmann
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Schattenkind

FAMILIENBANDE

1966 - Alpsommer auf der First
Papa hält Charly im Arm, Mary mit dem Holzstecken, Mamma mit Yvonne, Rädel, Irma und Claudia. Maja und ich kommen eineinhalb respektive zweieinhalb Jahre später zur Welt.

Als dreizehn Monate nach mir meine jüngste Schwester Maja zur Welt kam, lebten wir zu zehnt in den zwei kleinen Räumen im beengenden Holzhaus. Wir schliefen in vier Betten. Sanitäre Anlagen hatte es keine, dafür vor dem kleinen Stall ein Holzkabäuschen mit einem eingegrabenen Loch. Im unteren der beiden Stockwerke wohnte meine Nana 3 väterlicherseits, Antonietta Rizzi, eine gebürtige Engadinerin aus La Punt-Chamues-ch. Ihr Mann, mein Neni 4 Stefan Gurt, war bereits 1960 gestorben.

1962 - vor unserem Stall
Nana Antonietta mit Rädel, Claudia, Mutter mit Yvonne

Nana und Neni: Antonietta und Stefan Gurt-Rizzi
Das einzige Bild von unserem Haus in Maladers-Sax.

Zu unserer Familie zitiere ich 5 aus den Akten der Vormundschaftsbehörde Arosa/Schanfigg und der Psychiatrischen Klinik Waldhaus in Chur vom 26.03.1973:

Am 09.01.1968 wurde Philipp als zweitjüngstes von acht Kindern (alle debil, teilweise imbezill 6 ) in Maladers bei Chur in eine sozial sehr benachteiligte bis verwahrloste Familie jenischer 7 Abstammung geboren ... sie bewohnten in Sax-Maladers eine miserable, baufällige Hütte ...

Mutter Maria heiratete mit 18 Jahren gegen den Willen der Behörden Konrad Gurt, Jg. 1930, von Maladers. Sie ist eine debile, triebhafte, verstimmbare Psychopathin mit pseudologischen, hysterischen Zügen: Vagantentemperament. Ist schon wiederholt mit anderen Männern durchgebrannt, seit 12. Juli 1972 verschwunden, liess alle Kinder im Stich, wahrscheinlich nun im Ausland. Durchgebrannt mit einem gewissen Sepp Sablonier.

Der Vater von Maria Gurt: Karl Mehli, 1909, von Arvigo (Familie Mehli zwangseingebürgert 1887 in Arvigo, andere Zweige zwangseingebürgert in Maladers) lebt in Sax-Maladers, trinkt landesüblich, sozial untüchtig, Fabrikarbeiter, Biertrinker, klein und fest, wohl etwas untüchtig und debil.

Die Mutter: Barbara geb. Buschauer, 1913, von Molinis, aufgewachsen in Maladers, lebt in Sax-Maladers, früher kleine Landwirtschaft; kleine feste, schimpferische Frau, früher Serviertochter, debil, am Telephon geschwätzig. Der Grossvater Johann Buschauer, 1889-1964, lebte in Molinis, Malans und Landquart, Hilfsarbeiter, Trinker, in 2. Ehe verheiratet mit Anna Führer, verwitwet. Der Urgrossvater Josef Buschauer, 1864-1950, starb in Realta, war 3 x verheiratet. Die Grossmutter: Barbara Gurt, 1890-1932, Schneiderin, aufgeregte Frau, lebte früher in Sax-Maladers; verstarb an Pneumonie. Deren Vater Josef Gurt 1851-1936, verheiratet mit Barbara Hossmann, 1857-1930, 11 Kinder. Diese Grossmutter Barbara Gurt hatte also 10 Geschwister, davon sind viele in der Nervenheilanstalt Waldhaus bekannt: z. B. Therese Schocher-Crurt, 1896-1966, Nr. 12'924 ... siehe vor allem die Nachkommen Cazin, Moser und Gurt. Der Vater der Urgrossmutter Barbara Gurt-Hossmann hiess Philipp Jakob Hossmann, verheiratet mit Maria Barbara Vanconi ...

Der Grossvater Johann Mehli, Waldarbeiter und Bauhandlanger, Sax-Maladers, 1879 - ca. 1936. Die Grossmutter Barbara geb. Scherrer, von Selma, Vagantin, ca. 1875-1941. Ein Bruder des Grossvaters, Josef Mehli, 1864-1947, war verheiratet mit Marie Scherrer, 1882-1955 (verstorben in der Psychiatrischen Klinik Beverin). Nachkommen dieses Johann Mehli in der Nervenheilanstalt Waldhaus bekannt. Besonders schwer belastet ist aber die Grossmutter Scherrer: Bekanntes Vagantengeschlecht au

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