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Selbststeuerung Die Wiederentdeckung des freien Willens von Bauer, Joachim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.04.2015
  • Verlag: Blessing
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Selbststeuerung

Das große Sachbuch dieses Frühjahrs: Wie wir die Macht über unser Leben zurückgewinnen.
Höre auf deinen Bauch, folge deinen Gefühlen, vertraue auf deine Impulse. So der Tenor, in dem uns wissenschaftliche Bücher in den letzten Jahren darauf eingeschworen haben, unserem rationalen, abwägenden Denken nicht mehr die Bedeutung beizumessen, die ihm gebührt.
Joachim Bauers Selbststeuerung ist der lange überfällige Aufruf dazu, unsere auf Autopilot fahrenden Verhaltensweisen als das zu sehen, was sie sind: kurzsichtig und fehleranfällig. Studien zeigen: Seine Impulse kontrollieren und vorübergehende Anstrengungen auf sich nehmen zu können ist nicht nur die unabdingbare Voraussetzung für langfristige persönliche Erfolge und gute soziale Beziehungen. Die Fähigkeit zur Selbststeuerung schützt vor allem auch die Gesundheit, und erkrankten Menschen kann sie ein Heilmittel sein. Anstatt ständig den Reizen der Außenwelt zu folgen, sollten wir selbst entscheiden. Der freie Wille ist zurück, und das ist gut so.
Wissenschafts-Bestsellerautor Joachim Bauer erläutert in seinem neuesten Buch die aktuellen Forschungsergebnisse aus den unterschiedlichsten Disziplinen zu diesem Thema. Er zeigt, was diese unmittelbar für jeden Einzelnen bedeuten und welche Konsequenzen für die Psychologie, die Bildungs- oder die Gesundheitspolitik daraus zu ziehen sind.

Prof. Dr. med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Arzt und Psychotherapeut. Nach erfolgreichen Jahren an der Universität Freiburg lehrt und arbeitet er heute in Berlin. Für seine Forschungsarbeiten erhielt er den renommierten Organon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie. Er veröffentlichte zahlreiche Sachbücher, unter anderem Das Gedächtnis des Körpers, Warum ich fühle, was du fühlst, Lob der Schule sowie Schmerzgrenze. Zuletzt erschienen bei Blessing die SPIEGEL-Bestseller Arbeit. Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht (2013) und Selbststeuerung - Die Wiederentdeckung des freien Willens (2015).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 14.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641156312
    Verlag: Blessing
    Größe: 1682 kBytes
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Selbststeuerung

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SELBSTSTEUERUNG LERNEN

SOZIALE ERFAHRUNGEN FORMEN DAS GEHIRN

Junge Menschen bedürfen einer Umwelt, die es ihnen in einem hinreichenden Maße erlaubt, grundlegende Bedürf nisse und Wünsche zu befriedigen. Darüber hinaus muss diese Umwelt ihnen aber auch Freiheitsräume zur Verfügung stellen und sie anspornen, eine Zukunft zu entwerfen und für diese selbst etwas zu tun. Eine der Voraussetzungen für das Gelingen kreativer Selbstentfaltung ist die Fähigkeit zur Selbststeuerung. Die beiden neurobiologischen Fundamentalsysteme, die das Spielfeld der Selbststeuerung bilden, sind bei Kindern und Jugendlichen nicht in gleichem Maße ausgereift. Das Trieb- oder Basissystem 34 , welches Wünsche nach Wohlbefinden und Genuss sowie die Abneigung gegen Unlust und Schmerz zum Ausdruck bringt, ist dem Präfrontalen Cortex, der den Menschen zur Selbstkontrolle befähigt, in seiner Entwicklung voraus. Wer mit Kindern oder Jugendlichen zu tun hat, den überrascht das nicht. Das Basissystem ist durch genüssliche Angebote leicht verführbar, auf Frustration reagiert es mit Aggression. Es ist impulsiv und ungeduldig, verfällt aber, sobald es gesättigt ist, leicht in Bequemlichkeit und Apathie. Erst wenn der Präfrontale Cortex ausgereift und in funk tionstüchtigem Zustand ist, kann er das Basissystem top-down kontrollieren. Diese Kontrolle, Selbstkontrolle genannt, ist jedoch nur eine seiner Aufgaben. Der Präfrontale Cortex kontrolliert nicht nur, er ist auch kreativ, er macht den Menschen sozial, er ermöglicht die Zusammenarbeit mit anderen und erweitert damit die Möglichkeiten, dem Basissystem Gutes zu tun. Eine funktionierende Selbstkontrolle ist, längerfristig gesehen, also keineswegs gegen die vom Basissystem vertretenen Wünsche und Bedürfnisse gerichtet. Dass Kinder und Jugendliche das zunächst anders empfinden, ist der Grund dafür, dass Erziehung nicht nur Freude macht, sondern auch anstrengend sein kann.

Obwohl Teil unserer evolutionären Bestimmung, ist die Fähigkeit zur Selbstkontrolle und damit auch zur Selbststeuerung 35 nicht angeboren. Genetisch mitgegeben ist dem Menschen nur die Möglichkeit, sie zu erwerben. Die parallele Entwicklung der beiden Fundamentalsysteme und ihrer Beziehung zueinander entlang der ersten zwanzig Lebensjahre ist ein faszinierender und zugleich äußerst sensibler Pro zess. Dieser lässt sich sowohl aus psychologischer als auch aus neurobiologischer Perspektive betrachten. Beide Aspekte sind miteinander eng verschränkt. Die duale Sichtweise entspricht keiner modischen Attitüde - weil Neurobiologie in ist -, sondern folgt einer zwingenden Notwendigkeit, denn die sozialen Erfahrungen, denen das kindliche Gehirn ausge setzt ist, formen seine Strukturen und Funktionen. Diese beeinflussen sodann ihrerseits das kindliche Verhalten - samt seiner Selbstkontrollpotenziale. Bei kaum einer anderen Hirnregion ist die als Neuroplastizität bezeichnete Formbarkeit der Strukturen derart deutlich wie im Präfrontalen Cortex. Hier, im Stirnhirn, bilden sich die neuronalen Funktio nen heraus, die wir für die Ausübung von Selbstkontrolle brauchen. Der Prozess der Entwicklung und Formung des Präfrontalen Cortex durch soziale Erfahrungen hat einen Namen: Erziehung. Die deutschen Begriffe der Bildung im Allgemeinen und der Ausbildung im Besonderen sind im englischen Wort für Erziehung - "Education" - mitenthalten, in unserer Sprache wären die Begriffe Bildung und Ausbil dung daher zur Erziehung noch hinzuzufügen, um die sozialen Voraussetzungen für die Reifung des Stirnhirns zu beschreiben.

WIR, DIE KINDER VON DUNEDIN

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