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Spenderkinder - Künstliche Befruchtung, Samenspende, Leihmutterschaft und die Folgen Was Kinder fragen werden, was Eltern wissen sollten von Oelsner, Wolfgang (eBook)

  • Verlag: Fischer & Gann
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Spenderkinder - Künstliche Befruchtung, Samenspende, Leihmutterschaft und die Folgen

IMMER MEHR PAARE NEHMEN DIE HILFE der Reproduktionsmedizin in Anspruch, Kinderwunschzentren boomen. Überglückliche Eltern, wenn es endlich klappt, doch was ist eigentlich mit den Kindern? Was bedeutet es, ein Spenderkind zu sein? Mit großer Offenheit erzählen zehn Kinder von ihrer Suche nach dem Vater, ihren Phantasien, der Ohnmacht und Wut, aber auch von den Aussöhnungsversuchen mit den sozialen, mitunter auch den biologischen Vätern und Müttern. Einfühlsam beschreiben die Autoren - ohne zu bewerten - die Befindlichkeiten der Kinder. Wie können Eltern verantwortlich damit umgehen? Denn eines ist gewiss: Diese Kinder werden Fragen stellen - und es ist viel Intuition gefragt, damit ein Dialog mit ihnen gelingt. Wolfgang Oelsner ist Pädagoge und Kinderanalytiker in freier Praxis. Lange Jahre leitete er die Schule an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Uniklinik Köln. Er lebt in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783903072237
    Verlag: Fischer & Gann
    Größe: 322 kBytes
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Spenderkinder - Künstliche Befruchtung, Samenspende, Leihmutterschaft und die Folgen

zwischen machbarkeitswahn und natürlichkeit - die asynchrone gesellschaft

hochzivilisierte gesellschaften leben eine merkwürdige Asynchronität. Menschlicher Forscherdrang bringt unter freiheitlichen Bedingungen unglaublich viele und hochdifferenzierte Erkenntnisse hervor. Die werden durchaus als lebensrelevant geschätzt und kommuniziert, und Forscher ernten dafür Anerkennung und Lob, Honorare und Titel. Erstaunen lässt hingegen, wie mit dem Wissenszuwachs in der Wirklichkeit umgegangen wird. Dort schlägt er sich längst nicht ähnlich bedeutsam nieder.

Botschaften, die verstanden, gleichwohl ignoriert werden, sind manchmal Gegenstand von Witzen. Als in den 1970er Jahren in der Bundesrepublik die Anschnallpflicht in Pkws eingeführt wurde, kursierte folgender Witz: "Warum schnallen Menschen sich jetzt an, warum taten sie es nicht früher? Antwort: Jetzt kostet es 40 DM Strafe, früher kostete es nur das Leben."

Woher kommt es, dass wir mit Erkenntnissen so widersprüchlich, mal überbewertend, mal ignorant umgehen? Forschungsergebnissen wird ja durchaus großer Raum gegeben und ihr Output ist immens. Schwer tun wir uns hingegen mit deren Integration in die Lebenspraxis. Paradox mutet es an, wie kluge Menschen konträr zu ihren Einsichten leben. Wie würden sogenannte Naturvölker damit umgehen, auf Verpackungs-schachteln zu lesen "(Hiermit) fügen Sie sich und anderen Schaden zu" oder "... kann tödlich sein"? Hierzulande muss eine solche Warnung auf jede Zigarettenschachtel groß aufgedruckt werden. Nicht nur wenn es ums Rauchen geht, haben Gesellschaften Reflexe entwickelt, die sie von der Anstrengung be-freien, unliebsame Erkenntnisse umzusetzen. Ihre hochgepriesene Zivilisation bringt es auf den Gebieten des Verdrängens und Schönredens offenbar besonders weit.

das pippi-langstrumpf-prinzip

die kunst des " guten lebens " liegt zuweilen darin, unbekümmert Diskrepanzen auszuhalten. Die Strategien dafür sind etabliert und vielschichtig. Auf der simpelsten Stufe kommen sie mit volkstümlichen Redensarten aus: "Nur nichts übertreiben!", "Einmal ist keinmal", "Die Kirche im Dorf lassen". Mit solchen Sprüchen kann man während einer Diätkur vom Abendessen in der Kurklinik ohne schlechtes Gewissen noch mal zum "Nachtisch" an die Pommesbude gehen.

Doch auch auf hochintellektuellen Ebenen lässt es sich gut entpflichten. Gerade dort. Denn zu fast allen Erkenntnissen, Forschungsergebnissen und ihren Rankings gibt es ebenso klug erscheinende gegenteilige Aussagen.

In freiheitlichen Gesellschaften dient die Vielfalt wissenschaftlicher Ergebnisse der Wahrheitsfindung. Pluralität ist ein hohes Gut, macht das Leben aber nicht einfach. Die Wirklichkeit tut uns nicht den Gefallen, so eindeutig zu sein wie die Konzepte, die wir uns von ihr machen. Vielfalt wird der Realität eher gerecht, sie irritiert aber auch, vor allem bei Zeitgleichheit. Früher erfolgten widersprüchliche Aussagen mit größerem zeitlichem Abstand. Ein Beispiel aus dem Alltag sind die Empfehlungen bei kleinen Brandverletzungen. Jahrelang wurde propagiert, nur ja kein Wasser über die Wunde laufen zu lassen. Heute wird genau das als Soforthilfe empfohlen. Wer in den Medien Ratschläge sucht, ob für Diäten, Fitnessprogramme oder den Umgang mit unruhigen Kindern, wird heute zeitgleich mit manch Widersprüchlichem konfrontiert.

Asynchronität zeigt sich auch im politischen Raum. Da treffen Staaten, durchaus befreundet und auf zivilisatorischer Augenhöhe, konträre Entscheidungen. Beispielsweise schließt Staat A seine Kernkraftwerke, der benachbarte Staat B baut sie aus. Beide verweisen auf wissenschaftliche Standards.

Mit der wachsenden Wissensvielfalt und der größeren Entscheidungsfreiheit gehen auch Unsicherheiten einher. Der Mensch schwimmt, wo er lieber festen Boden unter den Füßen hätte. An-gesichts der heutigen Informationsvielfalt und -dichte g

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