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Volkswagen Eine deutsche Geschichte von Schneider, Mark C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.09.2016
  • Verlag: Berlin Verlag
eBook (ePUB)
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Volkswagen

Kein anderes Unternehmen spiegelt das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg besser wider als Volkswagen. Mit dem internationalen Erfolg des legendären VW Käfer begann der Aufstieg der Bundesrepublik zum Exportweltmeister. Doch der von Ingenieur Ferdinand Porsche im Auftrag Hitlers im Niemandsland zwischen Hannover und Berlin angesiedelte Autobauer durchlief extreme Höhen und Tiefen: In den 1970ern, den 1990ern, den frühen 2000er-Jahren war die wirtschaftliche Lage des Wolfsburger Konzerns bedrohlich - und sie ist es auch jetzt wieder. Sein Wohl und Wehe spiegelte sich stets in der Politik, mit der er aufs Engste verflochten ist. Kann das Unternehmen mit seinem erzpatriarchalischen Fundament den nötigen radikalen Wandel vollziehen? Mark C. Schneider gibt einen tiefen Einblick in die Entwicklung und Kultur des Autokonzerns und zeigt, wie viel auf dem Spiel steht: für Volkswagen, Mitarbeiter, Aktionäre und Deutschland. Mark C. Schneider ist Wirtschaftsjournalist und Autor. Er lebt und arbeitet in Hamburg. Stationen: Geboren 1973 in Hildesheim. Erste journalistische Schritte in Göttingen. Berufsstart als Marketingreferent der Stadt Göttingen, dann Pressesprecher des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur in Hannover. Volontariat bei der Gruner + Jahr Wirtschaftspresse und an der Kölner Journalistenschule. Schreibt seit mehr als zehn Jahren über die Autoindustrie, erst bei Capital, dann beim Handelsblatt als Branchenkorrespondent in Hamburg. Seit Juni 2014 baut er bei Axel Springer BILANZ Deutschland mit auf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 19.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783827079190
    Verlag: Berlin Verlag
    Größe: 373 kBytes
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Volkswagen

EINLEITUNG

Der Fall Volkswagen

In jedem hochentwickelten Land der Welt gibt es große Unternehmen, die symbolhaft für die Gesellschaft stehen, aus der sie stammen: In den USA sind das der Elektronik- und Unterhaltungskonzern Apple, der Social-Media-Koloss Facebook und der Handelsgigant Amazon. Für Japan stehen der Autobauer Toyota oder der Mischkonzern Mitsubishi. Für China stehen der Handels- und Finanzkonzern Alibaba und der Handyhersteller Huawei. Deutschland wird zuvorderst von Volkswagen repräsentiert. Der Autobauer ist das Symbolunternehmen des Landes, wie früher die Deutsche Bank oder Siemens, die beide das Bild von Deutschland in der Welt geprägt haben. Der Wolfsburger Konzern trägt erheblich zum Image der Deutschen, ihrer Wirtschaft und des German Engineering im Ausland bei. Autos wie der VW Golf und der Porsche 911 stehen stellvertretend für die Exzellenz des Made in Germany - oder stellen schlimmstenfalls das Gütesiegel international infrage, wie jüngst durch den Dieselskandal geschehen.

Epochale Krise

Dieselgate erweist sich seit Monaten als eine epochale Krise, wie sie selbst die krisengeschüttelten Wolfsburger imagemäßig noch nie bewältigen mussten. Doch selbst ohne die jüngste Affäre könnte die Firmenhistorie zweifellos kaum bewegter sein.

Alles begann mit der Idee eines "Volkswagens". Am 28. Mai 1937 gründete die Deutsche Arbeitsfront in Berlin die "Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH". Mit dem "Volkswagen" wollte Hitler im Dritten Reich ursprünglich die Massen motorisieren. Das technische Konzept realisierte der geniale und politisch gegenüber dem NS-Regime wenig skrupelhaft agierende Ingenieur Ferdinand Porsche (1875 - 1951), Stammvater des Doppelclans Porsche-Piëch. Die Familien sind heute über ihre Finanzholding größter Aktionär der in der Börsenbundesliga Dax notierten Volkswagen AG.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Autobauer einen steilen Aufstieg, als der legendäre Käfer (Werbeslogan: "... dieser Wagen läuft und läuft und läuft ...") das bundesdeutsche Wirtschaftswunder ankurbelte. In seinen Stärken wie seinen Schwächen war und ist das Unternehmen extrem. Heute ist es ein weltumspannender Konzern, der Fahrzeuge in Afrika, Amerika, Asien und vielen Ländern Europas produziert - ein Global Player aus der niedersächsischen Provinz.

So schwer die aktuelle Krise den Großkonzern auch belastet: Die Geschichte zeigt, dass Volkswagens Entwicklung nur selten gleichförmig verlief - ganz im Gegenteil, der Autobauer durchlief fortwährend Höhen und Tiefen. Seit den siebziger Jahren war die wirtschaftliche Lage alle zehn Jahre bedrohlich - und sie ist derzeit wieder angespannt, angesichts vieler Milliarden Euro, die für die Aufarbeitung der Dieselaffäre nötig sind.

Vertrauen verloren

Dadurch ist die Glaubwürdigkeit abhandengekommen, die Basis eines jeden erfolgreichen Unternehmens. Wie schnell Vertrauen verloren gehe, habe Volkswagen schmerzlich erfahren, sagte Konzernchef Matthias Müller neun Monate nach Beginn des Skandals. "Und wie schwer es zurückzugewinnen ist, das erleben wir in diesen Tagen."

Dazu kommen kaum überschaubare, schwer einzugrenzende juristische Risiken. Drei Tage vor der Hauptversammlung Ende Juni 2016 in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover detonierte ein juristischer Sprengsatz: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig verkündete, dass sie gegen den früheren, in der Folge von Dieselgate abgetretenen Volkswagen-Chef Martin Winterkorn und den aktuellen Markenchef Herbert Diess Ermittlungen wegen des Verdachts der Marktmanipulation aufnehme. Die Staatsanwälte waren auf eine Strafanzeige der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hin aktiv geworden, die sogar den gesamten Vorstand belastet. Volkswag

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