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Was Sie da vorhaben, wäre ja eine Revolution... Ein Streitgespräch über Wachstum, Politik und eine Ethik des Genug von Eppler, Erhard (eBook)

  • Verlag: oekom
eBook (ePUB)
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Was Sie da vorhaben, wäre ja eine Revolution...

Eppler: Mir verschafft das bisschen Wirtschaftswachstum überhaupt keine schlaflosen Nächte. Paech: Mir schon! Dass sich etwas ändern muss, darüber sind sie sich einig... Mit Erhard Eppler, Umwelt und Entwicklungspolitiker der ersten Stunde, und Niko Paech, einem der profiliertesten Wachstumskritiker, treffen zwei engagierte Vorkämpfer einer ökologischen Wende aufeinander. Was können die Energiewende und das "grüne Wachstum" leisten? Sind genügsamere Lebensstile mehr als eine Utopie? Und wer steht in der Pflicht: die Bürger oder die Politik? Ein mit Leidenschaft geführter Disput darüber, wie der anstehende gesellschaftliche Wandel vonstattengehen kann. Als Politiker und Publizist war Erhard Eppler - neben seinem Engagement in der Friedensbewegung - einer der ersten, die auf die ökologische Krise und die Notwendigkeit zum Umdenken hinwiesen. Sein Buch "Ende oder Wende" (1975) trug wesentlich zur Entstehung und Entwicklung der Umweltbewegung in Deutschland bei. Der Historiker und promovierte Germanist, geboren 1926, ist seit den 60er-Jahren einer der bedeutendsten Vordenker der SPD. 1968-1974 war er Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit. 1961-1976 gehörte er dem Deutschen Bundestag an, danach bis 1982 dem baden-württembergischen Landtag. In seiner Partei bekleidete er bis in die 90er Jahre hinein herausragende Ämter, unter anderem als Landesvorsitzender in Baden-Württemberg, Mitglied des Präsidiums und langjähriger Vorsitzender der Grundwertekommission. Zu Beginn und Ende der 80er Jahre amtierte er zusätzlich als Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 208
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960061663
    Verlag: oekom
    Größe: 1740 kBytes
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Was Sie da vorhaben, wäre ja eine Revolution...

Kapitel 1
"Sie waren in meiner Jugend eine Gallionsfigur"

Zwei Generationen der Ökobewegung blicken zurück - nach vorn Ein Streitgespräch? Zwischen Erhard Eppler und Niko Paech? Welche Meinungsverschiedenheiten sollten diese beiden Größen der Ökobewegung denn haben? Das werden sich einige Leser fragen, wenn sie dieses Büchlein in die Hand nehmen. Zu Recht: In Epplers Haus hoch über dem mittelalterlichen Kern seiner Heimatstadt Schwäbisch Hall treffen zwei engagierte Vorkämpfer einer ökologischen Wende aufeinander, deren Positionen und öffentliche Rollen auf den ersten Blick ganz nah beieinanderliegen. Auf der einen Seite des Wohnzimmertischs sitzt der bald 90-jährige, erfahrene, mal leise ironische, mal auch strenge Sozialdemokrat und Intellektuelle, der als einer der ersten Politiker in Deutschland die Dringlichkeit eines Umsteuerns in Richtung Nachhaltigkeit erkannt hat. Als SPD-Mann war er lange Jahre Entwicklungsminister, bis er 1974 wegen politischer Differenzen mit Helmut Schmidt zurücktrat. Danach setzte Eppler, ein Vertrauter Willy Brandts, sein umwelt- und friedenspolitisches Engagement als Vorstandsmitglied der SPD und langjähriger Vorsitzender der Grundwertekommission sowie seines Landesverbandes Baden-Württemberg fort; außerdem in der Anti-Atom- und Friedensbewegung und der evangelischen Kirche. Schon vor mehr als 40 Jahren zog er in seinem Buch "Ende oder Wende" folgenreich programmatische Konsequenzen aus dem Bericht des Club of Rome über "Die Grenzen des Wachstums". Dessen nüchterne Warnung vor der Endlichkeit der Ressourcen schockierte damals erneut eine Welt, der die Verletzlichkeit des Blauen Planeten erst kurz zuvor mit poetischen Bildern aus dem All vor Augen geführt worden war. Viele haben bei Erhard Eppler, der bis heute immer wieder als "Gewissen der Partei" charakterisiert wird, noch das Bild des Mannes mit Baskenmütze und Windjacke vor Augen, der in Wyhl oder Mutlangen an der Seite von Günter Grass und Heinrich Böll gegen Kernkraftwerke und Atomwaffen demonstrierte. Gerechtigkeit und Frieden, die sozialdemokratischen Kernthemen, waren für ihn nie nur eine Herausforderung im eigenen Land. Sie sollten auch für das Verhältnis zwischen Norden und Süden und für die Verteilung der globalen Ressourcen erstritten werden. Der Besucher, der ihm gegenübersitzt, ist der Volkswirtschaftler Niko Paech, Jahrgang 1960. Als einer der renommiertesten Verfechter einer Postwachstumsökonomie denkt er Epplers Themen unter heutigen Vorzeichen weiter. Man kann ihn wohl getrost einen Bewunderer nennen, denn Paech wurde in den 70er- und 80er-Jahren auch durch die Gedanken des schwäbischen Friedenspolitikers in seinem Engagement für den Umweltschutz bestärkt. Der Wirtschaftswissenschaftler und Nachhaltigkeitsforscher widmete sich den Umweltthemen lange an der Universität Oldenburg und tut das derzeit als Lehrbeauftragter der Universität Siegen. Außerdem engagiert er sich für den Naturschutz und das globalisierungskritische Netzwerk attac. Besonders sein Buch "Befreiung vom Überfluss" aus dem Jahr 2012 provoziert, teils mit pointierter Polemik gegen hedonistische Lebensstile und mit dem Vorschlag für ein ganz neues, "duales" Modell des Wirtschaftens. In Paechs Vision arbeiten Bürger nur noch zu einem geringen Teil ihrer Lebenszeit als bezahlte Beschäftigte moderner Produktions- oder Dienstleistungsunternehmen. 20 Arbeitsstunden pro Woche: Mehr wird ihnen die Ökonomie saturierter Industrienationen nach Paechs Überzeugung nicht mehr bieten. Denn die heute vorherrschende, verschwenderische Wirtschaft müsse schrumpfen, um den Klimawandel aufzuhalten. Den übrigen Teil der Arbeitszeit verbringe man künftig im "entkommerzialisierten Bereich". Das heißt: Nachbarn bauen selbst Lebensmittel an oder reparieren langlebige Produkte in Gemeinschaftswerkstätten. Die Werkzeuge werden geteilt, genauso Autos und Wissen. Mit Vorträgen über diese I

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