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Zuversicht Die Kraft der inneren Freiheit und warum sie heute wichtiger ist denn je von Schnabel, Ulrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.11.2018
  • Verlag: Blessing
eBook (ePUB)
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Zuversicht

Warum ist Stephen Hawking an seiner Lähmung nicht verzweifelt? Was hilft angesichts einer Krebserkrankung, die Zuversicht nicht zu verlieren? Und wie bewahrt man seinen Lebensmut, wenn sich die Welt radikal wandelt und man vielfach nur noch Gründe zur Hoffnungslosigkeit zu entdecken vermag? Ulrich Schnabel erzählt von Menschen, die selbst unter schwierigsten äußeren Bedingungen den Lebensmut nicht verloren; er befragt Psychologen, Soziologinnen, Politiker oder Philosophinnen nach ihren Erkenntnissen und Rezepten und berichtet in zahlreichen Geschichten von der Kunst, auch in unerfreulichen, düsteren oder gar aussichtslos erscheinenden Situationen die richtige innere Haltung zu finden.
Dabei geht es nicht um die naive Hoffnung, dass am Ende irgendwie alles gut werde; dieses Buch ist auch kein Ratgeber im positiven Denken oder eine Empfehlung zum unbeirrtem Optimismus, demzufolge es keine Krisen und niemals leere Gläser gibt, sondern immer nur Chancen und halbvolle Gläser. Nicht um den Blick durch die rosarote Brille also geht es, sondern um jene Art von Zuversicht, die sich keine Illusionen über den Ernst der Lage macht - und die uns doch in die Lage versetzt, der Angst zu trotzen und jene Spielräume zu nutzen, die sich auftun.

Ulrich Schnabel, geboren 1962, studierte Physik und Publizistik in Karlsruhe und Berlin und ist Wissenschaftsredakteur bei der ZEIT. Ulrich Schnabel schrieb in der ZEIT und in GEO viel beachtete Artikel über Religion und Bewusstseinsforschung und wurde 2006 mit dem "Georg von Holtzbrinck-Preis" für Wissenschaftsjournalismus ausgezeichnet. Drei Jahre später veröffentlichte er bei Blessing: 'Die Vermessung des Glaubens'. Es wurde von 'Bild der Wissenschaft' als 'Wissenschaftsbuch des Jahres 2009' ausgezeichnet. Im Oktober 2010 erhielt Schnabel ferner den Werner und Inge Grüter-Preis für Wissenschaftsvermittlung. Sein Buch 'Muße. Vom Glück des Nichtstuns' (2010) wurde ein Best- und Longseller. 2015 veröffentlichte er bei Blessing 'Was kostet ein Lächeln? Von der Macht der Emotionen in unserer Gesellschaft.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 12.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641179809
    Verlag: Blessing
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Zuversicht

Was heißt hier Zuversicht?

"Jeder Tag ist ein Geschenk

Er ist nur scheiße verpackt

Und man fummelt am Geschenkpapier rum

und kriegt es nur mühsam wieder ab."

Aus dem Song "Das Leichteste der Welt"

von Kid Kopphausen

S tellen Sie sich vor, Sie starten in Ihr Erwachsenenleben, sind Anfang zwanzig und voller Ideen und Zukunftshoffnung. Da wird bei Ihnen eine rätselhafte Krankheit diagnostiziert, die unheilbar ist und - so eröffnen Ihnen die Ärzte bedauernd - allmählich zur Lähmung und über kurz oder lang zum Tod führen wird. Wie viele Jahre Ihnen noch bleiben, kann niemand genau sagen, aber den betroffenen Mienen der Ärzte entnehmen Sie, dass es offenbar nicht mehr allzu viel Zeit ist.

Wie gehen Sie damit um? Wüten Sie gegen Ihr Schicksal und stürzen sich in eine Verzweiflungsaktion? Versinken Sie in Selbstmitleid und einem depressiven Es-hat-ja-alles-eh-keinen-Sinn-mehr-Gefühl? Oder hoffen Sie auf ein Wunder und bitten Sie - je nach Glaubensrichtung - um eine Audienz beim Papst/Dalai Lama/Wunderheiler?

Das ist mehr als ein hypothetisches Gedankenspiel. Es ist einerseits die wahre Geschichte eines persönlichen Schicksals (und vielleicht ahnen Sie schon, um wen es geht); andererseits ist es eine gute Metapher für das Lebensgefühl unserer Zeit, das von Krisen- und Endzeitstimmung geprägt ist. Denn die gewohnte Welt wirkt wie aus den Fugen, die Tage unseres vertrauten Lebensstils scheinen gezählt. Angesichts einer Vielzahl existenzieller Bedrohungen - Terrorismus, Atomkriegsgefahr, Klimawandel, Wirtschaftskrisen - wirkt das demokratische System wie von einer Lähmung befallen und ohne Hoffnung auf eine rettende Therapie. Zwar kann niemand genau sagen, wie lange die gewohnten Mechanismen noch funktionieren, doch der Zusammenbruch scheint nur eine Frage der Zeit.

Die Gesellschaft reagiert auf diese Krisenstimmung ähnlich wie ein Todkranker auf die Nachricht von seinem baldigen Ende: Nicht wenige Bürger flüchten sich in Wut und Verzweiflung, toben ihre Angst und ihren Hass in sozialen Netzwerken oder radikalen Parteien aus und machen für alle Übel passende Sündenböcke aus - in Deutschland sind die Flüchtlinge schuld, bei Donald Trump die Mexikaner, in Russland die Westler ... Andere versinken in Depression, ziehen sich zurück und lesen sinistre Bücher, wie etwa Michel Houellebecqs Unterwerfung , die mit großer Geste den Untergang der abendländischen Kultur beschwören.

Stephen Hawking hat nichts von alldem getan, als ihm sein bald bevorstehendes Ende angekündigt wurde. Dabei hätte er allen Grund zur Wut oder Depression gehabt. Kurz nach seinem 21. Geburtstag war es, als ihm die Ärzte eröffneten, dass er an einer seltenen Muskelerkrankung leide, für die es keine Therapie gäbe. Wie lange er noch zum Leben habe, konnte ihm niemand sagen, aber es war klar, dass mit einer kontinuierlichen Verschlechterung seines Zustandes zu rechnen sei. Der junge Physik-Doktorand wusste nicht einmal, ob ihm noch genügend Zeit bliebe, seine Promotion abzuschließen.

Doch dann überlebte Hawking alle ärztlichen Prognosen und erreichte das respektable Alter von 76 Jahren. Und nicht nur das: Als er im März 2018 starb, wurde der gelähmte Kosmologe für eine Weltkarriere gerühmt, die selbst für kerngesunde Forscher märchenhaft gewesen wäre: bekanntester Physiker seiner Zeit, sensationell erfolgreicher Bestsellerautor und nebenbei noch mehrfacher Vater und Großvater. Welche Zuversicht hielt ihn aufrecht, woraus schöpfte Hawking seinen erstaunlichen Lebensmut? Und was lässt sich daraus lernen für unseren eigenen Umgang mit unabwendbaren Krisen und lebensbedrohlichen Situationen?

Stephen Hawking in der Schwerelosigkeit eines Parabelfluges - © picture-alliance/dpa

Üblicherweise sind beim Thema Zuversicht ein paar typische Antworten schnell bei der Hand: Man dürfe di

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