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Buch der Erinnerungen Die Fans der Böhsen Onkelz von Farin, Klaus (eBook)

  • Verlag: Archiv der Jugendkulturen Verlag
eBook (PDF)

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Buch der Erinnerungen

Die vier Musiker der Frankfurter Band Böhse Onkelz, in den 80er Jahren die bedeutendste Kultband der Skinheadszene, bis zu ihrer Auflösung 2005 die kommerziell erfolgreichste deutsche Heavy-Metal-Band, haben in ihrer Karriere gewaltige Identitäts- und Image-Wandlungen vollzogen. Und ihre Fans? Gingen sie den Weg mit? Was verkörpern die Böhsen Onkelz heute für ihre jüngeren Fans, die die rechtsradikale Phase nur noch aus den Medien kennen? Eine spannende Frage, zumal bei einer Band, mit deren Texten sich die Fans so hochgradig identifizieren wie bei kaum einer zweiten.
"In zwanzig Jahren sind die Onkelz ein Mythos wie die Beatles."
Der ursprünglich im Jahr 2000 mit einem Umfang von 140 Seiten erschienene Band liegt nun bereits in der 7. Auflage mit 344 Seiten Umfang vor. Was ist neu? Zunächst natürlich: Die 2007er Auflage wurde erstmals als Hardcover gebunden und noch aufwendiger (mit zahlreichen neuen Bildern) gestaltet und ist damit auch hervorragend als Geschenkbuch geeignet. Inhaltlich enthält das Werk auf der einen Seite einen etwa 100 Seiten umfassenden Essay von Klaus Farin zum biographischen Werdegang und subkulturellen Hintergrund der Band sowie parallel dazu Beiträge von mehr als 70 Fans der Band über ihr Selbstverständnis und ihre Interpretationen der Bandgeschichte, -texte und -leidenschaft. Erstmals in dieser Auflage hinzugekommen ist auch ein eigenes Kapitel zu den Onkelz im Internet! (Dort ist mittlerweile auch unter www.buch.tioz.de ein Diskussionsforum zum Buch eingerichtet.) Abgerundet wird das Werk durch einen Service-Teil, der u. a. sämtliche Veröffentlichungen der Onkelz (legale ebenso wie illegale) und alle Konzerte dokumentiert. Trotz allem bleibt es beim alten Preis: 18 Euro, keinen Cent mehr!

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Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 342
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943612653
    Verlag: Archiv der Jugendkulturen Verlag
    Größe: 9105 kBytes
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Buch der Erinnerungen

ZUM GELEIT

Werke, die man schreibt und die man tut ,

kann man erst lange nach ihrer Vollendung korrigieren .

Jean Paul: Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1797

Die Böhsen Onkelz sind zurück. Obwohl sie sich selbst schon mit Songs und in diversen Interviews von ihren Fans verabschiedet hatten, die Auflösung der Band 2005 durchaus konfliktträchtig und nicht einvernehmlich stattfand, alle vier längst mehr oder weniger erfolgreiche Solo-Projekte am Start hatten, verkündeten sie im Februar 2014 mysteriös zunächst auf ihrer Homepage und via YouTube "Nichts ist für die Ewigkeit" und, als die Gerüchte hoch genug gekocht waren: "Wir gehen zurück auf Los! Abschied wird Aufbruch! Wir hauchen den Onkelz 2014 wieder Leben ein!" In einer strategisch perfekten Kampagne wurde zunächst ein einziges Comeback-Konzert für den 20. Juni angekündigt, als das binnen einer Stunde ausverkauft war, ein zweites für den Tag darauf, als auch das ebenso schnell ausverkauft war und die Tickets bereits (illegal) für bis zu 1.000 Euro gehandelt wurden, weitere Auftritte in naher Zukunft. Wenn nun auch noch erwartungsgemäß neue Tonträger folgen (eine Aufrüstung des Merchandise-Angebots ist bereits erfolgt), dürfte klar sein: Die Böhsen Onkelz werden 2014 und vermutlich auch 2015 die erfolgreichste deutsche Band sein, weit vor ihren "Erzrivalen" Tote Hosen und die Ärzte und allen anderen. Und die Echo -Preisjury wird dann wählen dürfen, ob sie den ersten Preis an Frei.Wild oder die Böhsen Onkelz vergibt ... Die Zeiten, in denen man als Onkelz -Fan "nur wenige Freunde" hatte und die Band sich nichts sehnlicher wünschte, als wenigstens in ihrem Heimatsender HR3 gespielt zu werden, sind definitiv vorbei.

Zum ersten Mal bewusst wahrgenommen habe ich die Böhsen Onkelz Ende der 80er Jahre. Ich recherchierte gerade mit gemeinsam Eberhard Seidel für unsere Buchreportage "Krieg in den Städten. Jugendgangs in Deutschland" (Rotbuch 1991, neu aufgelegt im Archiv der Jugendkulturen Verlag 2012). Dabei fiel – vor allem bei den vielen Gesprächen und Interviews mit Skinheads – immer wieder ihr Name: Die Böhsen Onkelz schienen eine sehr wichtige Rolle für die Skins jener Jahre zu spielen, überraschenderweise nicht nur für die der rechten Fraktion, sondern auch für viele explizit antifaschistisch eingestellte und engagierte Kurzhaarige. Bis dahin wusste ich zugegebenermaßen nicht viel über diese Band; in den Medien spielte sie noch keine große Rolle und sie hatte einen üblen Ruf als Schläger- und Nazi-Band. Man hörte sie einfach nicht – zumindest nicht als subkultureller Linker, wenn man wie ich mit der Antifa- und Anti-AKW-Bewegung sozialisiert worden war und unter anderem wegen der lebendigen Punk- und Hausbesetzer-Szene 1980 aus dem Ruhrgebiet nach Berlin "ausgewandert" war.
Ohne Skinheads gebe es keinen Rassismus und keine Gewalt in Deutschland.

Dann fiel die Berliner Mauer – und alles wurde anders. Der Dicke versprach den gelernten DDR-"Mitbürgern" ein Paradies auf Erden, wenn sie nur bereit wären, heim ins Reich zu kommen. Doch statt blühender Landschaften kamen Massenarbeitslosigkeit, Chaos, Korruption und aus dem Westen mit "Buschzulage" weggelobte Wessis, die nun im Osten den Chef markieren durften. "Man hat Euch wieder mal belogen / Doch was könnt Ihr schon verlangen / Es waren Worte der F

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