text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Chancen und Grenzen transnationaler Familienverbünde von Schropp, Sarah (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.03.2016
  • Verlag: Studylab
eBook (ePUB)
29,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Chancen und Grenzen transnationaler Familienverbünde

In der vorliegenden Arbeit soll auf die Folgen der zunehmenden Transnationalisierungstendenzen für die Lebensform Familie im 21. Jahrhundert eingegangen werden, um zu zeigen, dass sich für transnationale Familienverbünde aus der räumlichen Trennung sowohl Chancen als auch Grenzen ergeben. Im Besonderen soll analysiert werden, in welcher Form internationale Migration Einfluss auf den familiären Zusammenhalt haben kann und wie die alltägliche Lebenswelt transnationaler Familienverbünde dadurch beeinflusst wird. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere jene transnationalen Familienverbünde, die ihr gemeinsames Leben nach dem Migrationsakt eines oder mehrerer Familienmitglieder über Ländergrenzen hinweg organisieren, sowie deren Bedürfnisse und Bewältigungsstrategien zur Aufrechterhaltung der familiären Einheit. Aus einer transnationalen Perspektive soll gezeigt werden, wie sich die Erfahrungen internationaler Migration auf Familienbeziehungen auswirken und in welcher Form sie Einfluss auf Kommunikationsstrukturen und -strategien sowie Zugehörigkeitsgefühle und Alltagsgestaltung nehmen. Aus dem Inhalt: - Familie in der soziologischen Forschung - Begriff und Konzept Transnationalisierung - Chancen und Herausforderungen - Einblick in die alltäglichen Lebenswelten von transnationalen Familien

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 66
    Erscheinungsdatum: 18.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783668175617
    Verlag: Studylab
    Größe: 326 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Chancen und Grenzen transnationaler Familienverbünde

1. Gegenstand, methodisches Vorgehen und Zielsetzung der Arbeit

Die Welt ist in Bewegung.

Globalisierung ist sicherlich eines der am meisten verwendeten sozialwissenschaftlichen Modewörter zur Beschreibung des Strukturwandels gegenwärtiger Gesellschaften. Wie schon die Globalisierung in den 90er-Jahren sind auch Begriffe wie internationale Migrationsbewegung oder Transnationalisierung heute unter dem Oberbegriff der Megatrends [1] bekannt. Sie verändern Gesellschaften und beeinflussen Menschen rund um den Globus. Der Megatrend Mobilität prägt das gegenwärtige Leben in einer globalisierten Gesellschaft so nachhaltig wie kaum ein anderer, denn Mobilität ist die Basis unseres Lebens und Wirtschaftens. Sie bedeutet Beweglichkeit, Wandlungsfähigkeit und Veränderung - sowohl gesellschaftlich als auch individuell. Der weltweite Austausch von Informationen und Waren sowie die Möglichkeit, unabhängig von Jahreszeiten im Supermarkt Produkte aus aller Welt kaufen zu können, werden von den meisten Menschen als vollkommen selbstverständlich empfunden. Die kulturelle Globalisierung stellt gegenwärtig hohe Mobilitätsanforderungen an die Menschen und veranlasst sie häufiger als jemals zuvor, ihr Heimatland zu verlassen um in einem anderen Land ein neues Leben zu beginnen. Ähnlich verhält es sich mit der Internationalisierung menschlicher Lebenszusammenhänge, einer der vielleicht größten Veränderungen des 21. Jahrhunderts. Was auf der einen Seite Risiken und Unsicherheit impliziert, bietet auf der anderen Seite neue Chancen, eine größere Optionenvielfalt und die Möglichkeit, Neues zu entdecken und zu erfahren. Internationale Migrationsbewegungen sind kein neues Phänomen der Geschichte, in Zeiten von Globalisierung verändert sich allerdings ihr Charakter. Durch die zunehmende Durchlässigkeit nationalstaatlicher Grenzen können räumliche Distanzen leichter denn je überwunden werden und neue Kommunikations- sowie Transporttechnologien erhöhen die Geschwindigkeit dieses Trends. Das gegenwärtige Ausmaß und die Muster dieser Mobilität verweisen auf ein Novum.

Auch in Deutschland findet hinsichtlich der Bevölkerungsanteile von Inländern, Ausländern, Eingebürgerten, Zu- und Fortgezogenen ein demografischer Wandel statt. Denn anders als bislang öffentlich wahrgenommen ist auch Deutschland schon lange ein Einwanderungsland (vgl. OECD, Berlin Centre, 2013). Im ersten Halbjahr des Jahres 2014 sind nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes ca. 667.000 Menschen nach Deutschland zugezogen, etwa 112.000 mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres. Von allen im ersten Halbjahr 2014 zugewanderten Menschen besaßen rund 611.000 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Dies waren ca. 110.000 Personen und somit 22 % mehr als im ersten Halbjahr des Jahres 2013 (vgl. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Februar 2015a, 1). Währenddessen zogen im ersten Halbjahr 2014 rund 427.000 Menschen aus Deutschland fort. Insgesamt hat sich somit der Wanderungssaldo von 206.000 im Vorjahr auf rund 240.000 Personen erhöht (vgl. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Februar 2015a, 1). Mit einem steigenden Wanderungssaldo gewinnt auch der Themenkomplex Familie und Migration zunehmend an Bedeutung. Für viele dieser Menschen führt die Migration zu einem geplanten oder auch ungeplanten dauerhaften Landeswechsel, was nicht nur für die jeweiligen Einzelbiografien, sondern auch für die dazugehörigen Familien prägend ist, denn Migration ist, anders als häufig dargestellt, in den meisten Fällen keine Individualentscheidung. In aller Regel werden Migrationsentscheidungen in familiären Netzwerkstrukturen häufig vor dem Hintergrund beruflicher Perspektiven gemeinsam gefällt, organisiert und auch umgesetzt (vgl. Pries 2010, 37).

Galt die Familie zu Beginn der 1950er-Jahre noch als "eine auf Dauer angelegte Bezie

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen