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Das 'Heimat-Moment' in Zeiten der Globalisierung: Eine Identitätssuche zwischen Raum, Gefühl und Struktur von Obermaier, Theresa Sophie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2015
  • Verlag: Bachelor + Master Publishing
eBook (PDF)
14,99 €
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Das 'Heimat-Moment' in Zeiten der Globalisierung: Eine Identitätssuche zwischen Raum, Gefühl und Struktur

In spätmodernen Zeiten sehen wir uns mit globalen Prozessen der Fragmentierung, Beschleunigung und Pluralisierung konfrontiert. Die Welt ist komplex und schnell geworden. Das Individuum wird vor die Aufgabe gestellt, sich mit diesen Entwicklungen auseinanderzusetzen und sich innerhalb dieser zu positionieren. Dabei gerät auch die persönliche Identität in Fluss, sie wird fluide, brüchig und instabil. Es wird der Bedarf nach einem stabilisierenden Moment deutlich. Die These lautet an diesem Punkt, dass es in Zeiten der Globalisierung zu einer Wiederentdeckung der Heimat als Reaktion auf die beschleunigte Lebenswelt kommt - dem 'Heimat-Moment'. Heimat wirkt innerhalb des Beschleunigungsstrudels wie eine Brechung, ein Reflex des Festhaltens, ein Orientierungsversuch. Die Haltlosigkeit, mit denen sich das spätmoderne Individuum innerhalb seiner Selbstkonstitution konfrontiert sieht, fördern die Bindung zur Heimat im Sinne einer Konstanzerfahrung. Die gegenwärtig zu beobachtende Renaissance von Heimat wird als Ausgangspunkt genommen, um nach Ursachen und Ausprägungen der spätmodernen Identitätssuche zu fragen. Der Heimat-Begriff wird dabei als Teil der persönlichen Identitätsfindung begriffen, denn die Frage nach der Heimat ist immer auch eine Frage nach der persönlichen Identität. Das hier entwickelte Heimat-Konzept bewegt sich in deinem Spannungsfeld von Raum, Gefühl und Struktur. Wer bin ich, woher komme ich und wo will ich hin - auch oder gerade in Zeiten der Globalisierung haben diese grundlegenden Existenzfragen eine besondere Relevanz. Theresa Sophie Obermaier, B.A, wurde 1988 in Landshut geboren. 2012 schloss sie ihr Studium der Soziologie und Humangeographie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit dem akademischen Grad des Bachelor of Arts erfolgreich ab. Derzeit absolviert sie

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 56
    Erscheinungsdatum: 01.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955497040
    Verlag: Bachelor + Master Publishing
    Größe: 375kBytes
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Das 'Heimat-Moment' in Zeiten der Globalisierung: Eine Identitätssuche zwischen Raum, Gefühl und Struktur

Textprobe: Kapitel 3.2.1, Was ist Raum?: Die Frage nach dem Raum an sich, stellt sich hier in dem Kontext des besseren Verständnisses von Raum als Kategorie, im speziellen als Heimat-Kategorie. Um Raum als heimat-konstituierend einordnen zu können, muss zunächst klar sein, was Raum eigentlich meint. Folgen wir Doreen Massey, können wir dieses Kapitel damit begründen, dass im Raum-Identitäts-Verhältnis die personale Identität bereits zu Genüge untersucht wurde, der Raum jedoch weitestgehend ausgelassen wurde. Nachfolgend unternehmen wir daher eine historische, disziplingeschichtliche Reise, um verschiedene Raumverständnisse (natürlich nur skizzenhaft) kennen zu lernen. Das traditionelle Raumverständnis geht seit der Antike vom Raum als natürlich gegebenen Landschaftsausschnitt aus und sieht ihn in einer geodeterministischen Denkart als festen Container und unveränderbaren Behälter an. Räume werden identifiziert und als handlungsbestimmend charakterisiert. Erst zur Mitte des letzten Jahrhunderts kam es in der Geographie zu einem eklatanten Umbruch des Raumverständnisses, der einen Wandel von der reinen Landschaftskunde zur Raumwissenschaft aufzeichnet. Im Zuge des Kieler Geographentages 1969 wurde die Abkehr von starren und vereinfachten landschaftsgeographischen Erdbeschreibungen hin zu einer komplexen, problemorientierten Wissenschaftsdisziplin gefordert. Mit Dietrich Bartels, der den raumwissenschaftlichen Ansatz vorantrieb, kann ein wichtiger Paradigmenwechsel für die Geographie als Wissenschaft und den Raum als Forschungsgegenstand beschrieben werden. Mit dieser raumkritischen Wende wurde der Raum nun nicht mehr als objektive Gegebenheit angenommen, sondern als Konzeption, die es ermöglichte, Dinge dreidimensional zu charakterisieren, zu ordnen und in Beziehung zueinander zu setzen. Der Raum wird als Beziehungsgefüge verstanden und mit Raumgesetzen und Lagebeziehungen versehen. Es wird nach Bedeutungszuschreibungen gefragt, nicht mehr nach dem Wesen, womit die hier verwendete Kapitelüberschrift 'Was ist Raum?' eigentlich überholt wäre. Im Zuge einer kognitiven Wende, mit Wolfgang Hartke als Vorreiter, verschob sich das Raumverständnis von einem raumwissenschaftlichen zu einem verhaltenstheoretischen. Nicht die objektiv, metrischen Raumrelationen, sondern die individuelle Wahrnehmung, Bewusstseinsleistung und Verhaltensweise rückten in den Mittelpunkt. Theoretisch wurde dies mit Reiz-Reaktions-Schemata im Sinne des Behaviorismus begründet. Individuelle Raumbilder und persönliche Erlebnisräume gingen mit einer verstärkten Zentrierung des Menschen im Raum einher. Dass der Mensch letztlich im Mittelpunkt steht und nun gänzlich unabhängig von Naturgegebenheiten seinen eigenen Raum kreiert, ist die These des neuerlichsten Raumverständnisses in der Geographie, dem handlungszentrierten Ansatz. Hier wird das Handeln des Menschen im Raum untersucht, wobei Raum eine Reduktion zur Dimension des Handelns erfährt. Raum ist also Ergebnis sozialer Beziehungen und Konstruktionen, er ist relational geworden. Die handlungszentrierte Raumwissenschaft versucht zu verstehen, wie Raumkonzeptionen stattfinden und in welcher Weise Menschen 'Geographie machen', z.B. durch alltägliche Regionalisierung (vgl. dazu Werlen). In der Soziologie hat das geodeterministische Raumbild länger Bestand gehabt und wurde nie wirklich durch ein neues forschungsrelevantes Verständnis abgelöst, sondern eher unter den Tisch fallen gelassen. Regina Bormann diagnostiziert den Raum in der soziologischen Moderne als Residualkategorie zugunsten der Zeit. Erst ab den 1970ern findet eine Aufwertung des Raumes statt, was eine neuerliche Auseinandersetzung mit dem Raum als Gegenstand und Forschungsfeld mit sich bringt. Dieser Wandel der Hinwendung zum Raum, der mitunter als 'spatial turn' bezeichnet wird, und die Postmoderne als 'Epoche des Raumes' charakterisiert, kann auf vier Prozesse zurückgeführt werden. Zum einen rückt durch die Dek

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