text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Übergang zur Elternschaft als Konsequenz rationaler Wahlhandlung: Wie rational ist die Entscheidung zur Elternschaft in den unterschiedlich entwickelten Gesellschaften von Schultz, Johannes (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2015
  • Verlag: Bachelor + Master Publishing
eBook (PDF)
19,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Übergang zur Elternschaft als Konsequenz rationaler Wahlhandlung: Wie rational ist die Entscheidung zur Elternschaft in den unterschiedlich entwickelten Gesellschaften

Die Elternschaft ist eines der zentralen Themen unserer heutigen Gesellschaft geworden, im Zusammenhang mit wachsenden Defiziten in den Versorgungskassen, mangelndem qualifizierten Nachwuchses für die Wirtschaft, dauerhaft geringer Fertilitätsraten und einer alternden Gesellschaft. Kinder sind nicht nur die Verkörperung von Lebensfreude, Liebe, Emotionalität, Zukunft und Zuversicht, sie sind auch die Arbeitskräfte, Denker, Konsumenten und die Eltern von morgen. Im Rahmen dieser Arbeit soll zunächst die Bedeutung von Elternschaft und Kindern für die Gesellschaft und das Individuum dargestellt werden, um anschließend die Einflüsse auf die Entscheidung zur Elternschaft und deren Folgen für die Individualbiographie anhand empirischer Daten zu erläutern. Der Übergang zur Elternschaft ist eines der, wenn nicht sogar der, wichtigste biographische Übergang im Lebenslauf. Aber wie viel Steuerung, eigener Wille und bewusste Handlung steckt in diesem Übergang zur Elternschaft? Und ist der Übergang zur Elternschaft als Ergebnis eines rationalen Entscheidungs- und Handlungsprozesses des Menschen oder eher als eine zwangsläufige Folge von durch genetisch-biologische Triebe geleiteten Handlungen im anthropologischen Sinn anzusehen? Auf diese und andere Fragen wird im Laufe dieser Arbeit noch weiter eingegangen, um mit Hilfe verschiedener Theorien und Erklärungsansätze belastbare Antworten und Erklärungen zu finden.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 63
    Erscheinungsdatum: 01.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955499631
    Verlag: Bachelor + Master Publishing
    Größe: 2592kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Übergang zur Elternschaft als Konsequenz rationaler Wahlhandlung: Wie rational ist die Entscheidung zur Elternschaft in den unterschiedlich entwickelten Gesellschaften

Textprobe: Kapitel 3.2, Die SEU-Theorie: Bei der SEU-Theorie wählt der Akteur aus Optionen in einer Entscheidungssituation. Die Entscheidung fällt dabei zu Gunsten der Option, die von allen wählbaren Alternativen den zu erwartenden höchsten subjektiven Nutzen, also maximalen Nutzen, bringt. Der subjektive Nutzen wird dabei für alle möglichen Optionen berechnet und mit der Wahrscheinlichkeit des Eintretens gewichtet. Die zu wählende beste Option nach dieser Berechnung ist dann eine rationale Entscheidung des rationalen Akteurs. Diese Theorie des subjektiv erwarteten Nutzens hat vier Hauptbestandteile: '[...] eine kardinale Nutzenfunktion, eine endliche Menge von alternativen Strategien, eine mit jeder Strategie verbundene Wahrscheinlichkeitsverteilung für die zukünftigen Szenarien und eine Politik der Nutzenmaximierung.' Die SEU-Theorie gibt allerdings nicht vor, woher diese Werte für die Berechnung der besten Option herkommen und wie sie entstehen, '[...] sie sind einfach da'. Auch hier spiegelt sich deutlich der ökonomische Herkunftscharakter dieser Theorie wieder, indem Werte in eine Formel eingesetzt werden und daraus Entscheidungen generiert. Dies ist dabei nicht der einzige Ansatzpunkt für Kritik an der Alltagstauglichkeit dieser Theorie. In den Experimenten von Kahneman und Tversky zu Anomalien rationaler Entscheidungsfindung spielen die subjektiven Einschätzungen der Akteure eine entscheidende Rolle. Ihre zahlreichen Experimente und deren Ergebnisse sind unter dem Namen der 'Prospect Theory' bekannt geworden. Im wesentlichen Punkt bringen die Ergebnisse zwar keine Erklärungen für die Anomalien, liefern aber einen guten Einblick in die Denkweise des Menschen in Risikosituationen. Zu den wichtigsten Ergebnissen zählen die subjektive Überbewertung extrem kleinen Wahrscheinlichkeiten bei Gewinnen und Untergewichtung sehr niedriger Wahrscheinlichkeiten bei drohenden Verlusten sowie die subjektiv höhere Einschätzung von sicheren Gewinnen gegenüber objektiv gleicher Wahrscheinlichkeiten einer Risikoauszahlung. Mit diesem Verhalten ist beispielsweise die Versicherungsmentalität gegen extrem seltene Ereignisse oder das Lottospielen des Menschen erklärbarer geworden, welches beide irrationale Handlungen im eigentlichen Sinne sind, aber trotzdem von Akteuren genutzt werden. Zudem verändert sich auch die Risikobereitschaft bei vorherigen Gewinnen oder Verlusten, das heißt befindet sich der Akteur in der Verlustzone, bewertet er mögliche Gewinne bei gleicher objektiver Werterwartung höher ein, als wenn der Akteur sich bereits in der Gewinnzone befindet. Umgekehrt werden mögliche Verluste im Gewinnbereich subjektiv stärker bewertet, als zu erwartende Gewinne bei objektiv gleichen Voraussetzung und Wahrscheinlichkeiten. Im Bezug auf die SEU-Theorie zeigen diese empirischen Befunde die Abhängigkeit der Theorie von der subjektiven Einschätzung des Akteurs der objektiven Wahrscheinlichkeiten des Eintretens eines Ereignisses, welche jedoch grundlegenden Einfluss auf seine Entscheidung im rationalen Sinne der SEU-Theorie hat. Allgemein bildet die Wert-Erwartungs-Theorie den Kern ökonomisch-rationaler Ansätze zur Erklärung individueller Entscheidungen und Handlungen. Es wird unterstellt, dass sich die rational handelnde Person in bestimmten Situationen für jene Handlungsalternative entscheidet, deren Konsequenzen mit einem möglichst hohen persönlichen Nutzen verbunden sind und aufgrund subjektiver Erwartung mit möglichst hoher Erwartungswahrscheinlichkeit eintreten. Die Rational-Choice-Theorie gehört ebenfalls zu den Entscheidungstheorien. Entscheidungstheorien sind Theorien des Handelns, bei denen von Ziel- und Nutzenvorstellungen des Handelnden ausgegangen wird und die effiziente Zielverwirklichung untersucht wird. Dem Akteur stehen dabei Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung, welche in Abhängigkeit von sozialen Verhaltensregeln und Umweltbedingungen bestimmte Ereignisse hervorbringen und bewertet.

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen