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Die Bildung der Differenz Weiterbildung und Beratung im Kontext von Gender Mainstreaming von Smykalla, Sandra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.08.2010
  • Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
eBook (PDF)
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Die Bildung der Differenz

Mit der Einführung von Gender Mainstreaming boomt in Deutschland ein professioneller 'Gender-Markt' mit 'Gender-Trainings'. Die empirische Studie präsentiert die in Deutschland erste Typisierung des sich neu konstituierenden Marktsegments genderorientierter Weiterbildung. Aus diskursanalytischer Perspektive wird die 'Reise durch die öffentliche Kultur' des Konzepts 'Gender' an der Schnittstelle von Markt und sozialer Bewegung nachgezeichnet. Die Dissertation nutzt poststrukturalistische Erkenntnisse für die Analyse konkreter Beratungspraxis. Sie leistet einen Beitrag zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung um Professionalisierung und Kompetenz und bietet ein Analyseinstrumentarium für eine zukunftsfähige Gleichstellungspolitik. Sandra Smykalla ist Gastdozentin in der Erziehungswissenschaft und im Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Mitbegründerin und Beraterin bei gleichstellung concret.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 27.08.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783531924700
    Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
    Größe: 1769 kBytes
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Die Bildung der Differenz

4 Die Bildung der Ambivalenz – Herausforderungen für theoretisch reflektiertes Handeln (S. 245-246)

Die Unvollständigkeit jeder ideologischen Formulierung ist ganz zentral für den Begriff politischer Zukünftigkeit des radikaldemokratischen Projekts. (...) Sie lässt die Erzeugung neuer Subjektpositionen offen, die Sammlungspunkte der Politisierung werden können (Butler 1995: 256).

In diesem Kapitel werden die zentralen Ergebnisse der qualitativen Studie, die akteursbezogenen Diskursivierungen, die sich in den beschriebenen Interventionsstrategien verdichten, kritisch diskutiert. Dabei sollen die wechselseitigen Beeinflussungen von wissenschaftlichen und praxisorientierten Reflexionen näher analysiert werden, um herauszustellen, wie sie sich entsprechen, ergänzen oder konterkarieren.

Der Diskussion liegen dabei die oben beschriebenen wissenschaftlichen Kontroversen um die Entgrenzung von Bildung und gender im Kontext der Implementierung von Gender Mainstreaming zugrunde. Inwiefern im Handlungsfeld der gender-orientierten Weiterbildung und Beratung Phänomene der Entgrenzung als Bedrohung oder Chance wirksam werden und inwiefern die professionellen Interventionsstrategien zur Festschreibung oder Transformation von Geschlechterdifferenz beitragen, wird ebenso thematisiert wie Herausforderungen, die sich aus den praxisorientierten Überlegungen der Gender- Trainer_innen für geschlechtertheoretische und pädagogische Auseinandersetzungen ergeben.

Ziel ist es, Potenziale und Grenzen von Gender-Trainings als pädagogischer und gleichstellungspolitischer Intervention an der Schnittstelle der Diskurse um Gleichstellungspolitik, Geschlechterforschung und Erwachsenenbildungsforschung zu resümieren und zukünftige Herausforderungen zu skizzieren, die z.B. die Diskussion um Qualitätsstandards betreffen. Die Anerkennung der Kontingenz professionellen Handelns, verstanden als eine systematische Ambivalenz, wird für geschlechterreflektierende Wissenschaften und machtkritische Gleichstellungspolitiken produktiv gemacht.

Es werden Transformationen von Gleichstellungspolitik durch Gender Mainstreaming diskutiert, welche angesichts der Vermarktlichung, einer dominant werdenden Effizienzlogik und den Professionalisierungskonflikten die Rolle von Gender-Trainer_innen beschreiben. Es wird zudem gezeigt, welche "Gender-Regulierungen" (gender regulations) (Butler 2004: 40) hegemonial werden, wenn die Kategorie gender in ihrer doppelten Bedeutung als Erkenntnisgegenstand und als Erkenntnisinstrument im Handlungsfeld der genderorientierten Weiterbildung und Beratung diskursiviert wird. Anschließend werden Fragen nach der Notwendigkeit von Transformationen von Bildungs- und Lernverständnissen innerhalb pädagogischer Diskussionen aufgegriffen und diese für eine Gender-Kompetenz als Ambivalenz-Perspektive nutzbar gemacht.

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