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Mütterterror Angst, Neid und Aggressionen unter Müttern von Mundlos, Christina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.10.2013
  • Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
eBook (ePUB)
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Mütterterror

Kristina Schröder, Eva Herman und die neue Qualität des Mütterterrors. Mütter haben ein schlechtes Gewissen. Denn Mütter leben in der Angst, keine gute Mutter zu sein, in der Erziehung der lieben Kleinen etwas falsch zu machen oder gar für eine 'Rabenmutter' gehalten zu werden. Sobald eine Frau Mutter wird, scheint die ganze Welt ein Anrecht darauf zu haben, sie zu kritisieren und zu bevormunden. Und von wem kommt dabei die heftigste Kritik, meist noch im Gewand gutgemeinter Ratschläge? Von den Müttern selbst! Einerseits wird Müttern ein Expertinnen-Status in Erziehungsangelegenheiten zugewiesen, andererseits werden sie unablässig mit Ratschlägen und Besserwisserei überhäuft. Christina Mundlos beleuchtet die historischen, sozialen, politischen und psychologischen Hintergründe dieses Mütterterrors. Anhand zahlreicher Beispiele, zeigt sie wo der Mütterterror stattfindet, warum sich Mütter gegenseitig fertig machen, wie man sich ihm entziehen kann und warum Kristina Schröders Familienpolitik den Mütterterror letztlich anheizen wird. Ihre Forderung: Mütter müssen sich von dem traditionellen, frauenverachtenden Mütterbild emanzipieren und sich mehr als Interessengemeinschaft begreifen. Nur so können sie ihre gemeinsamen Ziele in Partnerschaft und Politik verwirklichen und das gesellschaftliche Mütterbild verändern (nicht zuletzt zum Wohl der Kinder). Christina Mundlos, M. A., studierte Soziologie, Germanistik und Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Kassel. Im Sommer 2009 schloss sie ihr Studium ab und leitete parallel dazu die FrauenHochschulwoche an der Universität Kassel. Derzeit leitet sie das Familienservicebüro der Leibniz Universität Hannover. Sie ist verheiratet und hat einen fünfjährigen Sohn und eine einjährige Tochter. Christina Mundlos hat bisher drei Titel im Tectum Verlag veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 216
    Erscheinungsdatum: 17.10.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783828856639
    Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
    Größe: 1080 kBytes
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Mütterterror

II. Geschichte und Auslöser des Mütterterrors

Wieso fühlen Mütter sich schlecht?

Zwischen Selbstkritik und Selbstlob

Warum haben Mütter oft das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein oder Fehler zu machen, und verkaufen anderen Müttern ihren Erziehungsstil dennoch als einzig richtigen? Wieso schwanken sie zwischen Selbstkritik und Selbstlob? Und weshalb ist die Kindererziehung so emotional aufgeladen, dass schon die Tatsache, dass andere Eltern ihre Kinder anders erziehen, wie ein Vorwurf an dem eigenen Erziehungsmodell aufgefasst wird? Warum können Mütter sich nicht gegenseitig bestärken?

Kindererziehung ist eine sensible und eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. In der medialen Öffentlichkeit wird sie stilisiert und zu einer hochemotional aufgeladenen Angelegenheit. Für Glück, Erfolg, Karriere und Zukunft eines Menschen wird seine Mutter verantwortlich gemacht. Ein Kind zu bekommen und bis ins Erwachsenenalter zu begleiten, ist das wohl größte Projekt im Leben vieler Frauen. Und das vermutlich öffentlichste (wenn man nicht gerade berühmt ist). Kindererziehung ist ein Projekt, das fast immer anders läuft als geplant und für dessen Erfolg oder Misserfolg noch Jahrzehnte später die Mütter verantwortlich gemacht werden.

Die ‚besondere Verantwortung' der Mutter

Zudem werden Frauen auch heute noch fast ausschließlich über ihre Kinder definiert. Nicht selten wird der Mutter die Rolle der Garantin eines gelingenden Lebens des Kindes zugeschrieben. Ein Mangel an Erfolg in Beruf oder Privatleben von Sohn oder Tochter fallen ebenso häufig angeblich auf die Mutter zurück. Ob das Kind schüchtern wird, schlecht in Mathe oder unsportlich ist – stets heißt es: "Es muss wohl an der Mutter liegen". Von einem geringen Selbstvertrauen bis hin zu psychopathischen, aggressiven und kriminellen Energien – für alles soll die Mutter verantwortlich sein. Damit lastet ein enormer Druck auf den Frauen.
Sich schlecht fühlen und andere schlecht machen – zwei Seiten einer Medaille

Der Mangel an Anerkennung

Dabei hat der 24 Stunden-Job mit Haushalt, Kinderbetreuung und der Vereinbarung von Familienleben und Berufen einen gewaltigen Nachteil: es gibt keinerlei Anerkennung, Lob oder Gehaltserhöhung für die Leistungen von engagierten Müttern und Vätern. Aber gerade Anerkennung und Wertschätzung sind es, die den Frauen und zunehmend auch Männern fehlen. Gepaart mit dem Anspruch der Perfektion ist dies eine brisante Mischung. Die Maßstäbe, die heutzutage an die Erziehung von Kindern gelegt werden, sind so hoch wie nie zuvor. Die Verantwortung, die Mütter (und Väter) damit tragen, wiegt noch sehr viel schwerer als in vergangenen Zeiten. Doch je höher die Ansprüche sind, die an die Kindererziehung gestellt werden, desto schwerer ist es, sie zu erfüllen. Und je mehr Verantwortung Mütter übernehmen müssen, umso mehr Fehler und Probleme können ihnen angelastet werden. Die Folge ist, dass Mütter sich permanent schlecht fühlen und sich als ungenügend und scheiternd erleben. Da es Anerkennung ohnehin nicht gibt für diese Tätigkeiten, sind der Selbstverdammung, den Selbstvorwürfen und dem notorisch schlechten Gewissen damit Tür und Tor geöffnet.

Was aber tun Menschen, die sich vor unerfüllbare Aufgaben gestellt sehen? Wie reagieren Menschen, die überfordert werden und daher permanent als defizitär wahrgenommen werden? Wie können Mütter damit umgehen, dass sie das Beste wollen, alles geben, noch viel mehr geb

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