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Carl Schmitt: Die Dialektik der Moderne Von der europäischen zur Welt-Moderne von Heuer, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.04.2010
  • Verlag: Duncker & Humblot
eBook (PDF)
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Carl Schmitt: Die Dialektik der Moderne

Carl Schmitt und besonders sein politisches Denken sind nach wie vor umstritten. Dies ist auf Grund seiner Verstrickungen in den Nationalsozialismus verständlich. Gleichwohl finden sich Ansätze, die auch heute noch aktuell und bedenkenswert sind. Hierzu zählen seine Ausführungen über den Ausnahmezustand, seine Unterscheidung von kommissarischer und souveräner Diktatur, seine Analysen des europäischen Völkerrechts sowie seine Kritik an einem einseitigen Wertdenken.
Andreas Heuer versucht in der vorliegenden Studie, Schmitts Denken zu rekonstruieren, wobei dessen Texte selber zur Sprache kommen. Die Ausführungen kreisen um die zentralen Punkte, die Schmitt in einen größeren historischen Kontext einbettet: den der europäischen Moderne, welche er ganz spezifisch in Ablehnung zu einer sich entwickelnden Welt-Moderne deutete. Es ist das Ziel der Untersuchung, diesen Deutungszusammenhang offenzulegen und zu einer kritischen Reflexion eigener Vorstellungen über Europa, Moderne, europäische Moderne, Welt-Moderne, Völkerrecht anzuregen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 96
    Erscheinungsdatum: 15.04.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783428533107
    Verlag: Duncker & Humblot
    Größe: 399kBytes
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Carl Schmitt: Die Dialektik der Moderne

II. Die Welt als politisches Pluriversum (S. 66-67)
Auf Schmitts Begriffsbestimmung des Politischen folgt notwendigerweise, dass dieWelt ein politisches Pluriversum ist. Indem die politische Einheit "die realeMöglichkeit des Feindes und damit eine andere koexistierende politische Einheit" voraussetzt, muss es auf der Erde, "solange es überhaupt einen Staat gibt, immer mehrere Staaten" geben (BP, 54).
Ein Weltstaat ist für Schmitt das Ende aller Staatlichkeit. An die Stelle eines politischen Pluriversums träte eine alle Menschen umfassende Organisation, die aus sich heraus keine Alternativen mehr zuließe bzw. zulassen könnte. Der zwischenstaatliche Kriegwürde verschwinden und an seine Stelle der internationale Bürgerkrieg treten. Der moderne Staat wiche einem politiklosen Zustand der Welt-Moderne, in der es nur noch Kultur, Zivilisation, Wirtschaft, Moral, Recht, Diesen Zustand einer Welt-Moderne identifiziert Schmitt mit dem Begriff der Menschheit der naturrechtlichen und liberal-individualistischen Doktrin, die er einer eingehenden Kritik unterzieht.
1. Die Menschheit
Nach Schmitt "kann die Menschheit als solche keinen Krieg führen, denn sie hat keinen Feind, wenigstens nicht auf diesem Planeten. Der Begriff der Menschheit schließt den Begriff des Feindes aus, weil auch der Feind nicht aufhört, Mensch zu sein und darin keine spezifische Unterscheidung liegt" (BP, 54 – 55). Die Menschheit ist, und das ist für Schmitt wesentlich, "kein politischer Begriff, ihm entspringt auch keine politische Einheit oder Gemeinschaft und kein Status" (BP, 73).
Mit der Bezeichnung "politischer Begriff" mach Schmitt deutlich, worum es ihm geht. Die Menschheit ist nach den naturrechtlichen und liberal-individualistischen Doktrinen für Schmitt "eine universale, d. h. alle Menschen der Erde umfassende soziale Idealkonstruktion, ein System von Beziehungen zwischen einzelnen Menschen, das erst dann wirklich vorhanden ist, wenn die reale Möglichkeit des Kampfes ausgeschlossen und jede Freund-Feindgruppering unmöglich geworden ist. In dieser universalen Gesellschaft wird es dann keine Völker als politische Einheiten, aber auch keine kämpfenden Klassen und keine feindlichen Gruppen mehr geben (BP, 56). Schmitt sieht als Ziel derWelt-Moderne die Auflösung des Politischen durch die endgültige Abschaffung des Krieges. Die Frage ist jedoch, wie dies politisch zu erreichen ist und wie dieser Zustand real aussehen wird.

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