text.skipToContent text.skipToNavigation

Arbeitskampf und Tarifautonomie in Zeiten der Fachgewerkschaften. Muss die Kampfparität der Kampfmittelfreiheit weichen? von Boisen, Dominik (eBook)

  • Erschienen: 15.12.2010
  • Verlag: GRIN Verlag
eBook (ePUB)
34,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Arbeitskampf und Tarifautonomie in Zeiten der Fachgewerkschaften. Muss die Kampfparität der Kampfmittelfreiheit weichen?

Masterarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Jura - Zivilrecht / Arbeitsrecht, Note: 1,7, Universität Augsburg (Fakultät für Rechtswissenschaften), Veranstaltung: LL.M. Recht der internationalen Wirtschaft, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Arbeit befasst sich mit dem Arbeitskampf der Fachgewerkschaften im Lichte der Tarifautonomie. Eine besondere Rolle spielt dabei die Frage, wie sich neueste Rechtsprechung des BAG zum Arbeitskampfrecht sowie die Abkehr vom Grundsatz der Tarifeinheit auf die Kampfparität auswirken.

Produktinformationen

    Größe: 1538kBytes
    Reihe (Teil): Akademische Schriftenreihe Bd.V162858
    Herausgeber: GRIN Verlag
    Untertitel: Der moderne Arbeitskampf von Fachgewerkschaften im Spannungsverhältnis zwischen Koalitionsfreiheit und dem Wegfall der Tarifeinheit
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 124
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783640777921
    Erschienen: 15.12.2010
Weiterlesen weniger lesen

Arbeitskampf und Tarifautonomie in Zeiten der Fachgewerkschaften. Muss die Kampfparität der Kampfmittelfreiheit weichen?

2 Grundlagen der Tarifautonomie, der Gewerkschaften und des Arbeitskampfs

Der Arbeitskampf als das wohl wirkungsvollste und somit wichtigste Mittel zur Durchsetzung der jeweiligen Position im Rahmen der Austragung von Interessenkonflikten im Zusammenhang mit der Verhandlung von Lohnhöhe und sonstigen Arbeitsbedingungen, sowie die Tarifautonomie, die als Mittel zur interessengerechten Verbesserung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen insbesondere für Arbeitnehmer und Gewerkschaften von überragender Wichtigkeit ist, sind aus dem heutigen Arbeitsrecht nicht weg zu denken. Allerdings bedurfte es einer langen Entwicklung, bis sich die Tarifautonomie und das damit einhergehende Recht zum Arbeitskampf als Rechtsinstitute langfristig und nachhaltig im deutschen Rechtssystem und in der Arbeitswelt etabliert hatten. Es war ein mühsamer und schwieriger Prozess, bis der heutige Status des Koalitionsfreiheit als verfassungsrechtliche Garantie von Tarifautonomie und des Arbeitskampfrechts erreicht waren und nach wie vor ist die Entwicklung dieser Rechtsinstitute nicht abgeschlossen, da die stetigen Neuerungen der Arbeitswelt auch die Koalitionsfreiheit vor immer neue Herausforderungen stellen und eine dynamische Fortentwicklung, die den jeweiligen Anforderungen und Bedürfnissen gerecht wird, erforderlich macht. Um sich die Dynamik des Arbeitskampfrechts vor Augen zu führen und die historischen Errungenschaften des Arbeitskampfrechts einordnen zu können, ist es angezeigt, sich die Entwicklung dieser Grundelemente des kollektiven Arbeitsrechts in der Sozialgeschichte zu vergegenwärtigen.

I. Historische Grundlagen des Arbeitskampfes

Der Arbeitskampf ist eine historisch entstandene Erscheinung des Arbeitslebens, der sich als Mittel zur Erreichung eines bestimmten Ziels durch eine Störung des Arbeitsverhältnisses zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf verschiedene Art und Weise ereignet. [96] In unterschiedlichster Ausprägung und Intensität gibt es Arbeitskämpfe bereits solange, wie es abhängige Arbeit gibt. Immer dort, wo es Gegensätze zwischen Dienstpflichtigen und Dienstberechtigten gab, führten diese früher oder später zum Aufbegehren. So sind erste kollektive Arbeitsverweigerungen bereits aus der Zeit um 1400 v. Chr. bis 1100 v. Chr. überliefert, etwa die langandauernde bzw. wiederholte Arbeitsniederlegung durch ägyptische Arbeiter beim Nekropolenbau unter Pharao Ramses III., die sich u. a. dagegen zur Wehr setzten, dass das ihnen zustehende Getreide nicht rechtzeitig oder vollständig ausgehändigt wurde. [97] Während dieses und auch die in den folgenden Jahrhunderten erfolgten kollektivistische Auflehnens gegen die Dienstherren einzig der Durchsetzung formal bestehender Rechte und der Erzwingung der Gewährung vereinbarter Leistungen und Vergütungen diente, enthielten die ersten überlieferten Arbeitsniederlegungen des Mittelalters eine neue Qualität kollektiver Interessenwahrnehmung. Erstmals sah man in der kollektiven Aktion nicht nur ein Mittel zur Durchsetzung, sondern auch die Möglichkeit zur Verbesserung geltender Arbeitsbedingungen. Aus der ältesten bekannten Arbeitsniederlegung des Mittelalters im Jahr 1329 in Breslau ergibt sich, dass die Gürtlergesellen ein Jahr lang für höhere Löhne gestritten haben. In den Jahren 1351 bis 1362 kam es in Speyer zu einer Auseinandersetzung zwischen Weberknechten und ihren Meistern; die am Ende erzielte Einigung wurde schriftlich in einer Urkunde niedergelegt, die wohl als ältester Tarifvertrag gelten kann. [98]

Allen Arbeitskämpfen gleich war von Beginn an die Eigenschaft, das Mittel zur Austragung von Interessenkonflikten zu sein, die auf friedliche Weise nicht (mehr) ausgeglichen werden können. Dies galt ohne Unterschied, woraus sich die rechtlichen Grundlagen für die Leistungspflichten ergaben und wie diese zu bezeichnen waren. Es machte insbesonde

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    Hofer life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier findest Du alle Deine eBooks und viele praktische Lesefunktionen.