text.skipToContent text.skipToNavigation

Schutz der Menschenwürde Inhalt und Reichweite von Baudisch, Katharina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.02.2009
  • Verlag: GRIN Verlag
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Schutz der Menschenwürde

Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Jura - Öffentliches Recht / Staatsrecht / Grundrechte, Note: 17 Punkte, Ludwig-Maximilians-Universität München (Institut für Politik und Öffentliches Recht), Veranstaltung: Seminar zu aktuellen Fragen des Grundrechtsschutzes, 112 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Menschenwürde, ihrer geschichtlichen Entwicklung und den wichtigsten Sachzusammenhängen des Art. 1 I GG.
Darüber hinaus zeigt sie anhand einiger exemplarischer Fälle, wie sich Inhalt und Reichweite der Menschenwürde im konkreten Einzelfall darstellen. Der Begriff der Menschenwürde ist seit Jahrhunderten immer wieder versuchsweise neu definiert worden, ohne dass sich dabei jemals eine eindeutige, zufriedenstellende Antwort ergeben hätte. Daran zeigt sich sehr deutlich, dass der Prozess der Interpretation der Normierung der Menschenwürde in Art. 1 I GG allein von der Ideengeschichte der Menschenwürde in den verschiedenen Zeitaltern und deren kultureller Entwicklung abhängig ist. Für die Interpretation eines Rechtsbegriffs ist es unerlässlich, auch die wissenschaftlichen Hintergründe des Bereiches zu berücksichtigen, aus dem der Begriff ursprünglich abgeleitet wurde - im Bezug auf die Menschenwürde geht es hier vor allem um die Philosophie. Auf Grund der sich in den verschiedenen Begriffsversuchen bündelnden philosophischen und theologischen Erkenntnisse über den Menschen und seine Stellung in der Gesellschaft und auch über sein Selbstverständnis ist es auch heute noch nicht möglich, den Rechtsbegriff der Menschenwürde allgemein gültig zu zeichnen. Trotzdem ist es für die Unantastbarkeit eines tragenden Konstitutionsprinzips wie der Menschenwürde unerlässlich, dass sich deren Inhalt und Ausmaß bestimmen lässt. Sonst könnten die Garantien, die der Staat für die Menschenwürde und deren Unantastbarkeit keinesfalls aufrecht erhalten werden - sie würden regelmäßig leerlaufen.
Die nachfolgenden Ausführungen sollen daher zumindest einen Überblick auf dem Weg zu einem Begriff der Menschenwürde geben, der all diesen Ansätzen, Erkenntnissen und Bewertungen möglichst gerecht wird.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 39
    Erscheinungsdatum: 22.02.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783640271870
    Verlag: GRIN Verlag
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V121983
    Größe: 237kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Schutz der Menschenwürde

B. Bindungswert der Menschenwürde

Die Frage nach dem Bindungswert der Menschenwürde wirft auf mehreren Ebenen Probleme auf. Ist die Menschenwürde überhaupt ein Grundrecht , oder sollte man - auf Grund des einmalig hohen Wertes der ihr zukommt - nicht eher von der Menschenwürde als Grundsatz sprechen?

Wann erwirbt der einzelne Mensch diese Würde und wirkt sie auch nach seinem Tode fort? Wie wird der Anspruch auf menschliche Würde vom Staat umgesetzt und entsprechend geschützt? Welche Wirkung entfaltet der Schutzgehalt der Menschenwürde auf andere Grundrechte?

Dies alles sind Fragen, die den Bindungswert der Menschenwürde betreffen und die daher zur Konkretisierung des Umfangs derselben unbedingt beantwortet werden müssen.

I. Grundrecht oder Grundsatz?

Wie bereits erwähnt gibt es seit der Verankerung der Menschenwürde im Grundgesetz immer wieder Dispute darüber, ob die Stellung innerhalb des Grundrechtsabschnittes dem Bedeutungsgehalt der Menschenwürde auch nur annähernd gerecht wird.

Das Bundesverfassungsgericht betont in ständiger Rechtsprechung immer wieder den Grundwertcharakter der Menschenwürde. [60]

Bisweilen hat es jedoch nicht konkret entschieden, ob es sich hierbei um ein für jedermann geltendes Grundrecht mit entsprechendem Schutzbereich handelt, oder ob Art. 1 I GG doch nur Programmsatz für die Verfassung und damit Richtlinie für den Staat ist.

An diese Rechtsprechung anknüpfend, kommt für viele die Frage auf, ob die Menschenwürde für den Einzelnen überhaupt irgendwelche Rechte begründen kann. [61] Dies ist nämlich nur möglich, soweit das Grundgesetz dem Art. 1 I GG auch subjektive Rechtsqualität verschafft; also über einen rein objektiv-rechtlichen Charakter hinaus geht, der sich wiederum nur in einem Programmsatz darstellen würde. [62]

Um nun die Entscheidung darüber zu treffen, ob die Menschenwürde ein als Leitidee konstituierter Grundsatz ist oder "nur" eines von neunzehn Grundrechten darstellt, [63] müssen viele Argumente berücksichtigt werden.

Art. 1 GG selbst gibt wenig Aufschluss über die eigene Qualifikation. [64] Zum einen ist von den "nachfolgenden Grundrechten" die Rede. Dass sich die Menschenwürde damit jedoch den eigenen Grundrechtsgehalt abspricht, ist zu bezweifeln. Denn im Gegenzug ist der gesamte Normentext des Art. 1 GG unter den Abschnitt 1 - "Die Grundrechte" gestellt.

Abgesehen davon könnte der Wortlaut mit seinem Hinweis auf die nachfolgenden Grundrechte auch im Übrigen vernachlässigt werden. Die Stellung der einzelnen Grundrechte bietet für ihren normativen Charakter auch in anderen Fällen wenig Anhaltspunkte. [65] So entfalten beispielsweise auch die Art. 33, 38, 101 ff. GG für den Einzelnen subjektive Rechte - obwohl sie nur grundrechtsgleiche Rechte darstellen und überhaupt nicht im ersten Abschnitt des Grundgesetzes zu finden sind. [66]

Betrachtet man Art. 1 I GG jedoch unter Zugrundelegung der Intention der Verfassungsgeber von 1949 so muss zugegeben werden, dass diese eher einen tragenden Programmsatz im Sinne einer Richtlinie für die staatliche Gewalt schaffen wollten. Dies beruht auf den Erfahrungen des Dritten Reiches; sie spielten bei der Konstituierung der Menschenwürde eine große Rolle. [67]

Weil die

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen