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Endphasensteuer versus Allphasensteuer. Eine systematische Analyse der Reformvorschläge zur deutschen Umsatzsteuer Eine systematische Analyse der Reformvorschläge zur deutschen Umsatzsteuer von Haffner, Ronald (eBook)

  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
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Endphasensteuer versus Allphasensteuer. Eine systematische Analyse der Reformvorschläge zur deutschen Umsatzsteuer

Ab dem Jahr 1999 war erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gegenüber dem Vorjahr das Umsatzsteueraufkommen (Mehrwertsteuer) rückläufig. Über die Ursachen und Möglichkeiten der Einflussnahme entwickelte sich seitdem eine spannende Diskussion, die in der politischen Forderung nach einem umfassenden Systemwechsel bei der Umsatzsteuererhebung gipfelte. Inhalt dieses Buches ist es, die vorgeschlagenen Systemänderungen zu analysieren und festzustellen, ob und wenn ja mit welchen Auswirkungen Systemänderungen zur Verbesserung des Umsatzsteueraufkommens beitragen könnten. Ein Vergleich mit dem aktuellen System wird dabei ebenso nötig sein wie eine kritische Wertung der Systemänderungsvorschläge.Es werden die Systemvorschläge verglichen, eine Kosten-Nutzen-Analyse aufgestellt, neue Betrugsmöglichkeiten diskutiert sowie andere außerhalb des Steuerrechts liegende Möglichkeiten der Betrugsbekämpfung thematisiert. Darauf aufbauen wird eine begründete Bewertung der vorgeschlagenen Reformmodelle vorgestellt.Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen daher folgende Fragen:- Warum wurde das Allphasen-Nettoumsatzsteuersystem geschaffen? Hat es sich bewährt?- Worin besteht der grundlegende Nachteil des Allphasen-Nettoumsatzsteuer-systems - Welche unterschiedlichen Modellvorschläge gibt es und welche Vor- und Nachteile haben diese?- Welche Möglichkeiten und Ansätze gibt es für eine Erhöhung des Umsatzsteueraufkommens?Inhalt: Einführung, Darstellung des bestehenden Allphasen-Nettoumsatzsteuersystems, Darstellung der weiteren historischen Entwicklung und Würdigung unter Berücksichtigung der Einführung des gemeinsamen EG-Binnenmarktes, Analyse der systembedingten Schwachstellen, der Faktoren zur Begünstigung der Umsatzsteuerkriminalität und Steuerausfälle aus quantitativer Sicht, Darstellung der bisherigen gesetzgeberischen Maßnahmen und deren Ergebnisse, Erläuterung der einzelnen Systemänderungsmodelle, Vergleich der Modelle, Darstellung neuer Betrugsmöglichkeiten, Kosten-Nutzen-Analyse, Ableitung einer Bewertung.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 124
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783836617888
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Serie: Diplom.de
    Größe: 653 kBytes
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Endphasensteuer versus Allphasensteuer. Eine systematische Analyse der Reformvorschläge zur deutschen Umsatzsteuer

Kapitel 5.1, Vorstufenbefreiung nach Gernot Mittler (Mainzer Modell):

Das Mainzer Modell der Vorstufenbefreiung geht auf Gernot Mittler zurück. Es soll 'die Schwerfälligkeit und fiskalische Gefährlichkeit des bestehenden Nullsummenspiels beheben, zumindest aber drastisch einschränken'. Dabei wird das Ziel verfolgt, die nötigen Systemänderungen möglichst gering zu halten, um nur dort Veränderungen einzuführen, wo auch tatsächlich Missbrauch betrieben wird. Daher wird auf einen Ansatz abgestellt, der im bisherigen Umsatzsteuersystem bereits enthalten ist und für die Branchen Seeschifffahrt und Luftfahrt bereits angewendet wird. Dabei werden bestimmte Umsätze, trotz Beibehaltens des Allphasensystems, von der Umsatzsteuer freigestellt.
Im Einzelnen werden für die beiden vorgenannten Branchen alle Lieferungen, Umbauten, Instandsetzungen, Wartungen, Vercharterungen und Vermietungen von Wasserfahrzeugen für die Seeschifffahrt und von Luftfahrzeugen für die Luftfahrt, die zur Verwendung von Unternehmen bestimmt sind, von der Umsatzsteuer befreit. Dies betrifft auch Lieferungen, Instandsetzungen, Wartungen und Vermietungen von Gegenständen, die zur Ausrüstung dieser Fahrzeuge bestimmt sind.
Diese Regelung, so wird vorgeschlagen, soll nunmehr auf alle Umsätze zwischen Unternehmern ausgeweitet werden. Die Folge wäre, dass alle Umsätze an Unternehmer abgerechnet werden, ohne dass Umsatzsteuer offen ausgewiesen werden darf. Somit kann der Rechnungsempfänger auch keine Vorsteuer in Anspruch nehmen und somit auch nicht mehr betrügerisch hinterziehen. Allerdings gilt diese Regel bei Kleinbeträgen unter 1000 Euro nicht.
Dabei wird jedoch nur auf Lieferungen und nicht auch auf Leistungen abgestellt. 'Für sonstige Leistungen wäre dies zwar auch denkbar, da diese aber erfahrungsgemäß nicht im großen Stil für den Umsatzsteuerkarussellbetrug eingesetzt werden, erscheinen Rechtsänderungen hier nicht dringlich. Zudem entstünden zusätzliche Abgrenzungsfragen.' So soll das Verfahren z. B. für Material, Halbfabrikate, Einzelteile für die Industrie, Lieferungen von Gegenständen durch Hersteller an Großhändler und von diesen an Einzelhändler (inkl. PKW), Werklieferungen in der Baubranche, Materiallieferungen an Handwerksbetriebe und für steuerfreie Exportumsätze gelten.
Damit entsteht jedoch ein neues Problem. Es wird eingeräumt, dass das Hauptproblem nunmehr die Abgrenzung des begünstigten Personenkreises Unternehmer ist. Dafür wird vorgeschlagen, eine neue Bezeichnung für diesen Abnehmertyp einzuführen, die Hersteller oder Händler genannt werden und durch eine besondere Umsatzsteuernummer kenntlich gemacht werden soll. In Anlehnung an die Umsatzsteueridentifikationsnummer für innergemeinschaftliche Warenbewegungen soll diese F-Umsatzsteuernummer genannt werden.
Zwar wird damit das System nur modifiziert, da nur ein Teil der Umsätze steuerbefreit ist, aber die fälschliche Auszahlung von Vorsteuer wird erheblich eingeschränkt, und wenn doch hohe Vorsteuererstattungsbeträge auftreten (z.B. durch hohe bezogene Dienstleistungen), können diese dann nur noch wenigen Fälle sofort effizient kontrolliert werden.
Eine besondere Regelung erfordert die Tatsache, dass ein Teil der Unternehmer nur teilweise zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, da diese z.B. auch umsatzsteuerfreie Umsätze ausführen. Es besteht die Gefahr, dass die betreffenden Unternehmer den vollen Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen, ohne dazu berechtigt zu sein. Das vorgeschlagene System bringt hier keine Verbesserung, da dieses Problem bereits im bestehenden System existiert. Auch nach der aktuellen Regelung existieren Firmen, die die Vorsteuer in einen abziehbaren und einen nicht abziehbaren Teil trennen müssen und nur den abziehbaren Teil steuerlich geltend machen dürfen. Jedoch entstehen durch die vorgeschlagenen Änderungen auch keine neuen Gefahren.
Diese Regelung sei auch binnenmarktfreundlich. Dadurch kann an bestimmte inländisc

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